Harmonisches Miteinander

Feature | 8. September 2008 von Uta Spinger 0

Zia Yusuf, Executive Vice President Global Ecoystem and Partner Group Foto: Carina Kircher

Herr Yusuf, mehr denn je investieren Unternehmen heute in Partnerschaften. Was sind die Vorteile?

Zia Yusuf: Kunden stellen heute komplexere und spezifischere Anforderungen, die ein Unternehmen oft nicht mehr aus eigener Kraft abdecken kann. Ein Umdenken ist gefragt. Unternehmen, die sich mit Partnern vernetzen, können ihr Innovationstempo erhöhen und den ROI für ihre Kunden verbessern. Dabei sollte es jedoch nicht bleiben, denn auch die Zusammenarbeit mit Kunden ist für die Entwicklung neuer Prozesse und Produkte von höchster Priorität. Unser Ökosystem wird durch überbetriebliche Prozesse angetriebne, die SAP mit Partnern sowie Kunden in Verbindung und schließlich zu gemeinsamen Zielen bringen. Dadurch führen wir Firmen, Ressourcen und Communities mit unserer eigenen Entwicklung zusammen und können Technologielösungen der nächsten Generation erschaffen.

Ko-Innovation ist für SAP also der Schlüssel zur Entwicklung neuer Softwarelösungen. In welchen Bereichen arbeitet SAP mit Partnern zusammen und weshalb?

Yusuf: Es gibt einen Unterschied zwischen Partnerschaften und Ko-Innovation. Anwendungskomponenten über Schnittstellen zusammenzufügen – das ist eine Partnerschaft; Ressourcen zu vereinen, um gemeinsam etwas Neues zu schaffen – das ist Ko-Innovation. Dabei geht es nicht nur um Software, sondern auch um Geschäftsprozesse, -modelle oder -standards. Und: Ko-Innovation kann auch zwischen Einzelpersonen stattfinden. Das SAP Developer Network mit seinen 1,2 Millionen Mitgliedern, die dort ihre Ideen austauschen, ist ein gutes Beispiel dafür.

Wie profitieren Kunden von den gemeinsamen Entwicklungen von SAP und Partnern? Können Sie einige Beispiele für solche Kooperationen nennen?

Yusuf: Duet ist ein gutes Beispiel für die partnerschaftliche Innovation mit Microsoft. Die Lösung ermöglicht die Integration unserer Produkte in Microsoft-Office-Anwendungen. Oder die Beziehung zwischen SAP und RIM: Hier haben zwei Unternehmen ihre Kräfte vereint, um den Zugang zu SAP-Anwendungen über Blackberries möglich zu machen. Aus einer anderen Marktperspektive betrachtet, fällt aber auch unser Programm mit HP und IBM in den Bereich Ko-Innovation, bei dem wir unser Produkt, SAP Business All-in-One, mit der Hardware unserer Partner zusammengepackt haben.

Unter Ko-Innovation von Einzelpersonen fällt auch unser Online-Buchprojekt zur Rolle des Business Process Expert (BPX). In einem Wiki haben Experten aus der BPX Community ihre Ideen bereitgestellt, so dass wir sie in einem Buch veröffentlichen konnten. Und in den Experten-Gruppen für Unternehmensservices helfen uns Partner und Kunden bei der Definition von Unternehmensservices. Ko-Innovation findet aber auch in unseren „Communities of Innovation“ statt, etwa in der BPX-Expertengruppe oder unseren Branchennetzen („Industry Value Networks“).

Wo liegen die größten Herausforderungen bei der Zusammenarbeit?

Yusuf: Echte Zusammenarbeit funktioniert nur mit einem ausgewogenen Gleichgewicht und unter Berücksichtung der Anforderungen aller Beteiligten. Bei einem gut funktionierenden Ökosystem geht es daher nicht nur um den Erfolg der SAP. Es ist vielmehr ein Geben und Nehmen und der Erfolg jedes Einzelnen bestimmt auch den Erfolg des Ökosystems. So gesehen trägt SAP also eine große Verantwortung: Wir sind nicht nur Vertrauenspartner für unsere Kunden, sondern auch wertvoller Partner für die an unserem Ökosystem beteiligten Unternehmen. Es ist wichtig, dass alle Teilnehmer dieses Netzwerks Mehrwert schaffen.

Das ausführliche Interview mit Zia Yusuf sowie weitergehende Artikel zum Thema Ko-Innovation lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der SAP Spectrum.

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