HCM steigt in der Gunst der Unternehmen

Feature | 15. November 2006 von admin 0

„Reduzierung der HR-Kosten durch Technologie” – damit hatte Katharina Mullers-Patel, Senior Principal, SAP Value Engineering, das Kernthema des Symposium der America’s SAP Users’ Group (ASUG) zum Human Capital Management (HCM) formuliert. Mullers-Patels lieferte in ihrem hoch gelobten Vortrag „ASUG/SAP HCM Benchmarking – Understanding the Value of HR Processes and Technology” zudem viele Anregungen und Beispiele, wie Unternehmen aus mySAP ERP HCM Kapital schlagen, und sich mit ausgereifter HR-Technologie und Best Practices Vorteile verschaffen.
„Benchmarking ist wichtig für Unternehmen, um sich ständig zu verbessern und sich im Wettbewerb mit anderen zu messen“, so Mullers-Patel. Ihre quantitativen Aussagen zur Bedeutung der HR-Prozesse und der zugehörigen Technologien hat Mullers-Patel einer Untersuchung entnommen, die SAP gemeinsam mit ASUG im Jahr 2004 angestoßen hat. Analysiert werden darin HR-Strategien und Managementpraktiken von bisher 420 Unternehmen, 75 Prozent davon SAP-Anwender.

Self-Serices: Höhere Produktivität, niedrigere Kosten

Unternehmen – so ein Teilergebnis – die eine voll integrierte Technologieplattform verwenden, geben in der Personalverwaltung durchschnittlich 1.300 US-Dollar pro Mitarbeiter aus. Mit jeder HR-Anwendung, die ein Unternehmen zusätzlich zur integrierten ERP-Lösung betreibt, fallen Mehrkosten von etwa 30 Dollar pro Mitarbeiter an. Durch Standardisierung auf einer einzigen Plattform lassen sich die HR-Kosten also senken.
So auch mit Employee-Self-Service-Szenarien (ESS). Der Untersuchung zufolge verzeichnen Unternehmen, die auf solche ESS-Szenarien setzen, 26 Prozent geringere HR-Transaktionskosten. „Self-Service-Funktionen verbessern nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter und Manager, sondern ziehen auch geringere HR-Kosten nach sich”, leitet Mullers-Patel gleich mehrere Argumente für solche Szenarien ab. Dass dabei auch ein erkleckliches Sümmchen zusammen kommen kann zeigt eine einfache Überschlagsrechnung: Zehntausend Mitarbeiter, so die Faustregel, „verursachen“ pro Jahr über eine Million HR-bezogene Transaktionen.
Mullers-Patel machte deutlich, dass freilich auch externe Faktoren, etwa Unternehmensgröße, Branche oder Standort, die Performance des Personalwesens beeinflussen. Ihr Hauptaugenmerk lag jedoch naturgemäß darauf zu erläutern, wie sich Effizienz und Effektivität der Unternehmen durch eine ausgereifte HR-Technologie und -Strategie verbessern lässt. Hierzu gab sie eine Reihe von Best-Practice-Beispielen etwa zur Lohnbuchhaltung.

Best Practices für die Lohnbuchhaltung

Jedes Unternehmen hat eine Lohnbuchhaltung. Aber nicht jede Lohnbuchhaltung arbeitet im Gesamtzusammenhang „Personalwesen“ effizient. So zählt zu den Best Practices für die Lohnbuchhaltung beispielsweise ein Daten-Repository für alle Mitarbeiterinformationen, das sich die Abteilung mit der restlichen Personalverwaltung teilt. Dieses integrierte Repository dient in allen Personalfragen als Single Point of Contact, damit insbesondere auch für Fragen in Bezug auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Die Best Practices empfehlen darüber hinaus einen Online-Zugriff auf Gehaltsabrechnungen (Direct Deposit Advices) und Lohnzettel. Außerdem sollten sich die Unternehmen eines Lohn- und Gehaltsabrechnungssystems bedienen, das die gesetzlichen Regelungen für verschiedene Länder unterstützt und über ein Reportingsystem verfügt.
Laut Mullers-Patel bewerteten die Studienteilnehmer die Nutzung eines integrierten Daten-Repositorys auf einer Skala von eins bis fünf mit durchschnittlich 4,3, wobei fünf für die effektivste Umsetzung eines bestimmten Best Practice steht. Der „Single Point of Contact“ für alle Fragen im Zusammenhang mit der Personalabrechnung erzielte einen Durchschnittswert von 3,8. Von den sechs aufgelisteten Best Practices entfiel die niedrigste Wertung der Studienteilnehmer – 2,8 – auf die Empfehlung, das Modul für Gehaltspfändungen automatisch in die zuständigen Dienststellen zu integrieren.
Mullers-Patel ermutigte die Anwesenden an dem kostenlosen Benchmarking-Programm teilzunehmen. Der Lohn: Die ihnen dann zugänglichen aktuellen Auswertungen und Erkenntnisse des Vorjahres dienen den Unternehmen als Hilfe und Anregung, die eigenen HR-Prozesse zu optimieren.
Neben den Best Practices wurden auf dem Symposium vor allem Fragestellungen rund um das Thema Lohnbuchhaltung heiß diskutiert. Ein heikler Punkt: Jennifer Soloway von der Allstate Insurance Company sprach ausführlich über die komplexen Anforderungen bei Gehaltspfändungen.
Wie werden Aufträge zum Kindesunterhalt, Rückzahlungen von Steuerschulden, Rückzahlungen von Bildungskrediten oder andere Pfändungen, die die betriebliche Personalabrechnung betreffen, behandelt? Komplexe Fragen, denn die Unternehmen müssen hierbei viele Vorschriften und Gesetze berücksichtigen. Ganz oben auf die To-Do-Liste, die Lohnbuchhalter rund um den Globus in diesem Zusammenhang immer wieder abarbeiten müssen, setzte Soloway daher die Frage „Werden die Vorschriften und Gesetze zu den Pfändungen in Ihrem Unternehmen regelmäßig aktualisiert?”
In einem derartig komplexen Themenfeld, so Soloway weiter, würden auch immer wieder Erwartungen für neue Funktionalität an SAP herangetragen. SAP sei bereit, darauf zu reagieren – und diskutiert aktuell beispielsweise Verbesserungen bei medizinischen Versorgungsaufträgen oder beim Kindesunterhalt. „Kommunizieren Sie mit SAP”, gab Soloway daher den Anwesenden auf den Weg.

HCM im Aufschwung

Neben der Personalabrechnung beleuchtete das Symposium auch Fragestellungen rund um E-Recruiting, der Organisation einer globalen Implementierung, Schichtplanung und HR-Reporting. HCM ist in seiner Bedeutung bei den Unternehmen sichtbar im Aufwind. Im August berichtete AMR Research, dass der Verkauf von HCM-Software weltweit anzieht, für das Jahr 2006 wird eine Steigerung um zehn Prozent erwartet. Bereits im Juni hatte das Marktforschungsunternehmen Gartner SAP zur Nummer eins unter den Anbietern von HCM-Software gekürt. Im Oktober 2006 schließlich zählte SAP 10.000 HCM-Kunden in 110 Ländern.
Auch ASUG hat die Bedeutung von HCM früh erkannt. Die Anwendergruppe bietet in zahlreichen Interessensgruppen die Möglichkeit, aktuelle HR-Themen zu diskutieren, etwa für Gehaltsabrechnung und Zeitwirtschaft oder Personalverwaltung generell. Die Mitglieder erhalten Zugang zu Insider-Wissen über diese Themenkreise und die betreffenden Implementierungserfahrungen mit mySAP ERP HCM.

Sarah Z. Sleeper

Sarah Z. Sleeper

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