Hilfe für soziale Start-Ups

10. April 2013 von Olga Heiland 0

Foto: iStockphoto

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Soziale Probleme lösen und dabei gleichzeitig unternehmerisch handeln. So lautet das Credo der Social Entrepreneurs. Durch innovative Lösungen wollen sie soziale Probleme aus unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Regenerative Energien, Mobilität, Bildung oder dem Kampf gegen HIV und Aids angehen.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, brauchen die Sozialunternehmer eine klare, ausgereifte Geschäftsidee, eine solide Finanzierung und Wissen über (sozial-) unternehmerisches Handeln. Dafür gibt es das Stipendium social impact enterprise von iq consult und SAP. Das achtmonatige Programm bietet den Stipendiaten kostenlose Arbeitsplätze, Coaching, Informations-und Qualifizierungsangebote, Vernetzung und finanzielle Hilfen, die regionale Unterstützungsbüros wie das social impact lab in Berlin bereitstellen. Weitere Labs befinden sich in Hamburg und Walldorf; demnächst sollen noch zwei weitere in Zürich und Wien hinzukommen.

Eine virtuelle Plattform für alle Interessenten schaffen

„Im letzten Jahr haben 40 Stipendiaten an unserem Programm teilgenommen, davon haben 19 ein eigenes Unternehmen gegründet“, sagt Gabriele Hartmann, Verantwortliche für Corporate Social Responsibility bei SAP AG. „Als nächstes wollten wir jedoch auch Menschen ansprechen, die nicht zwangsweise in urbanen Zentren wie Berlin oder Hamburg wohnen und sich mit dem Thema Social Entrepreneurship auseinandersetzen möchten“, so Hartmann. Zusammen mit iq consult entstand die Idee für ein virtuelles Netzwerk für Sozialunternehmer. Während sich iq consult eher um die inhaltlichen Aspekte kümmerte, wurde die technologische Seite des Projekts umgesetzt durch ein Projektteam, das aus SAP-Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen bestand; unter anderen auch aus der SAP-Technologieabteilung.

Design Thinking als Methode

Bei dem Projekt „social impact net“ sollten sich Mitarbeiter mit dem für sie neuen Thema Social Entrepreneurship auseinandersetzen und dabei ihre technologische Erfahrungen einbringen. Die Lösung wurde durch die kreative Methode des Design Thinkings erarbeitet. „Da wir alle keine Vorkenntnisse in der Thematik hatten, bestand unsere erste Herausforderung darin, möglichst schnell zu Fachexperten im Gebiet Social Entrepreneurship zu werden“, sagt Sascha Scholz, Product Owner für social impact net.

Foto: SAP

Design Thinking als Methode (Foto: SAP)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Nach sechs Monaten Arbeit ist die Onlineplattform social impact net online

social impact net Foto: Screenshot

social impact net (Foto: Screenshot)

Bei einem Besuch in Berlin führten die Projektteilnehmer daher zunächst zahlreiche Interviews mit Experten, Beratern und Social Entrepreneurs. Die Ergebnisse der Interviews wurden beim „Story Telling“ durch Post-Its auf Flipcharts visualisiert – nach drei Tagen Arbeit kamen dabei Post-Its zusammen, die aneinandergereiht 165 Meter lang gewesen wären. Das Bilden eines Clusters sowie die Erstellung eines „Story Boards“ dienten außerdem dazu, den Gründungsprozess eines Sozialunternehmens zu verstehen und mögliche Probleme zu identifizieren. Um  Empathie für die  Social Entprepreneurs aufzubauen , entwickelten die Projektteilnehmer verschiedene „Personas“ als Stellvertreter ihrer Zielgruppe. Gemeinsam mit iq consult wurde entschieden, dass die Persona „Frederike“, eine potentielle fiktive Sozialunternehmerin aus Marburg, die Hauptzielgruppe am besten repräsentiert. Nach und nach nahm so die Idee der virtuellen Plattform Gestalt an. Im nächsten Schritt wurde anhand von Mockups getestet, wie die Funktionalität der Plattform aussehen soll. Zwischen den einzelnen Projektphasen fand immer wieder eine Validierung mit Social Entrepreneurs statt. Erst im letzten Schritt ging es dann an die Umsetzung der Idee, d.h. die Implementierung der Onlineplattform.

Das Ergebnis

Nach sechs Monaten Arbeit ist die Onlineplattform social impact net online. Ihr Ziel ist es, potenziellen sozialen Gründern zu helfen, ihre Idee zu einem Geschäftsmodell für Unternehmen zu entwickeln. Dabei werden die Benutzer Schritt für Schritt durch den Prozess geleitet. Zunächst sollen sich die Interessenten eingehend mit ihrer Idee beschäftigen. „Da viele am Anfang noch eine etwas diffuse Idee haben, ist es wichtig, das man sich verdeutlicht, was der Kern der Idee ist, ob sie überhaupt unternehmerisches Potenzial hat und auch ob man sich selbst dazu eignet, ein Unternehmer zu sein“, sagt Scholz. Außerdem geht es darin um folgende Fragen: Warum wurde das Problem bisher noch nicht gelöst? Auf welche Richtung konzentriere ich mich, um das Problem anzugehen? Welche Hindernisse könnten auf mich zukommen und wie kann ich das finanzieren?

Spielerische Herangehensweise

Die Plattform ist interaktiv gestaltet: es gibt verschiedene Toolkacheln, in denen man selbst aktiv werden und Überlegungen eintragen kann. Nach einer vorherigen Registrierung werden die Ergebnisse gespeichert, sodass man auch später noch Zugriff darauf hat. Außerdem gibt es ein Tool, das sich am Design Thinking orientiert und bei dem der Benutzer eine Persona für sein Projekt entwickeln kann, um die Identifikation mit der Zielgruppe der sozialunternehmerischen Idee zu stärken. Theorie und nützliche Hinweise werden in Infokacheln dargestellt. Am Ende des Prozesses werden auf einer Übersichtsseite nochmals alle Ergebnisse, die man auf der Plattform erarbeitet hat, zusammengefasst.

„Durch social impact net können sich die Menschen schneller und besser mit ihrer Idee auseinandersetzen, um so auch gut auf die Bewerbung und den obligatorischen Pitch für das Stipendium von social impact enterprise vorbereitet zu sein. Denn für eine erfolgreiche Bewerbung ist eine effektive Vorbereitungsphase entscheidend“, so Scholz.

Weitere Informationen:

Video Social Impact Enterprises auf SAP-TV

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