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HR-Tipps: Vertrauen als Erfolgsfaktor

12. September 2014 von Jenny Dearborn 0

Moderne Kommunikationsmittel zur Zusammenarbeit sind heute raffinierter als je zuvor. Aber selbst die beste Technologie bringt nichts, wenn eine Grundvoraussetzung fehlt: Vertrauen.

Vertrauen am Arbeitsplatz kann unterschiedlich definiert werden. Das Human Capital Institute (HCI) definiert Vertrauen als „die Bereitschaft, sich durch die Handlungen einer anderen Person selbst in Gefahr zu bringen.“ Es gibt zwei gute Gründe, weshalb Vertrauen so wichtig ist:

1) Produktivität

Teams, deren Mitglieder sich gegenseitig vertrauen, sind deutlich produktiver als andere. Zu diesem Schluss kam das HCI in seiner Studie „Building Trust 2013: Workforce Trends Defining High Performance.“ Und eine gute Personalführung ist der Schlüssel zum Erfolg. Dies verdeutlicht ein Bericht des Magazins Training, laut dem Mitarbeiter in Spitzenunternehmen ihre Führungskräfte als Personen wahrnehmen, die stets mit gutem Beispiel vorangehen und die Werte des Unternehmens leben.

2) Engagement

Die HCI-Studie belegt eindeutig die Zusammenhänge zwischen Mitarbeitermotivation und Produktivität. Dies spiegelt sich auch in der Gallup-Studie mit dem Titel State of the American Workplace wider. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass sehr engagierte Mitarbeiter wesentlich produktiver sind und demotivierte Arbeitnehmer die USA jährlich 450-550 Milliarden US-Dollar kosten. Doch was fördert Mitarbeitermotivation?

Stephen M.R. Covey, Sohn des amerikanischen Bestsellerautors Stephen R. Covey, führt in seinem Buch „The Speed of Trust“ das Argument an, dass Mitarbeiter länger bei einem Unternehmen bleiben und sich stärker engagieren, wenn dort ein hohes Maß an Vertrauen herrscht. Solche Unternehmen gewinnen die Loyalität aller Beteiligten. Dazu zählen Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Händler und Investoren.

Vertrauen aufbauen – die Grundprinzipien

Wer an Vertrauensaufbau denkt, reflektiert das eigene Verhalten gegenüber anderen: Bin ich glaubwürdig und authentisch? Höre ich richtig zu? So, dass ich verstehen kann, was meine Teammitglieder motiviert? Helfe ich ihnen, ihr Potenzial in vollem Umfang zu entfalten?

Die amerikanische Fachzeitschrift Psychology Today nennt drei Grundlagen für Vertrauen: Vertrauen schenken, sich klar ausdrücken und authentisch sein.

  • Vertrauen schenken schafft die Grundlage für Gegenseitigkeit. Jeder Mitarbeiter sollte zunächst seinem Unternehmen Vertrauen schenken und dieses Vertrauen nach und nach auch auf seine Kollegen ausweiten – in der Erwartung, dass dieses Vertrauen in gleichem Maße erwidert wird.
  • Sich klar ausdrücken bedeutet offen und transparent zu kommunizieren und dabei sicherzustellen, dass die Kommunikationsstrategie in den Kontext passt. Dabei sollte jede Interaktion von gegenseitigem Respekt und positiver Kommunikation gekennzeichnet sein.
  • Authentisch sein: Jeder Mitarbeiter sollte sich so sicher fühlen, dass er oder sie aufrichtig ist. Eine Person, die authentisch ist, hat keine Angst, ihr Gesicht zu verlieren und versucht nicht, eine Fassade zu wahren. Ein solches Verhalten könnte Vertrauen ernsthaft untergraben.
Vertrauen 2.0 – Zusammenarbeit trotz verschiedener Standorte

Vertrauen am Arbeitsplatz aufzubauen ist bereits schwierig genug, wenn sich alle Teammitglieder an einem Ort befinden. Bei virtuellen Teams muss noch mehr Arbeit investiert werden. Fast die Hälfte aller virtuellen Mitarbeiter begegnen ihren Teamkollegen nie persönlich. Dies belegt eine Studie des Cultural Training Service RW3. Für 94 Prozent der Studienteilnehmer ist das Fehlen nonverbaler Kommunikationsanteile eine Herausforderung.

Hier können Schulungen und neue Technologien Abhilfe schaffen. Sind Führungskräfte bei virtuellen Teams genauso engagiert wie bei Teams, die regelmäßig gemeinsam Kaffee trinken gehen? Investieren sie in eine Technologie, die es Ihren Teams ermöglicht, sich virtuell zum Kaffee zu treffen? Wenn ja, haben sie sich definitiv einen Vorsprung verschafft.

Das Institute for Corporate Productivity führte im Jahr 2013 eine Umfrage mit dem Titel „Global Leadership Development Survey“ durch. Über die Hälfte der Befragten gab an, dass die Kenntnisse virtueller Technologien zwar wichtig seien, aber nicht Teil ihrer Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte. Fast ebenso viele Befragte antworteten, dass ihnen Schulungen zum Thema soziale Netzwerke fehlen würden – ein wichtiger Aspekt gerade für virtuelle Teams.

Den Grad des Vertrauens messen

Mitarbeiterbefragungen können dabei helfen herauszufinden, ob in Unternehmen eine gute Vertrauensbasis vorhanden ist. So können Fortschritte überprüft werden. Auch ein Vergleich mit dem Unternehmens- oder Branchendurchschnitt kann ein guter Ansatz sein. Vertrauen muss erarbeitet und gepflegt werden. Vertrauen basiert auf gegenseitigem Respekt. Wer Vertrauen schenkt, bekommt es auch.

Jenny Dearborn ist Chief Learning Officer bei SAP. Folgen Sie ihr auf Twitter unter @DearbornJenny.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

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Foto: Shutterstock

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