Im Dienst behinderter Menschen

Feature | 29. November 2006 von admin 0

Triangle besitzt ein einzigartiges hybrides Geschäftsmodell. Das gemeinnützige Unternehmen bietet soziale Dienste an und unterhält gleichzeitig Produktionsbetriebe. Mit dieser Kombination hilft Triangle behinderten Menschen, mehr Unabhängigkeit, Würde und wirtschaftliche Selbständigkeit zu erlangen. Der Mittelständler bietet für jährlich mehr als 1.800 Menschen eine breite Palette an Dienstleistungen an, darunter Beschäftigungsmaßnahmen, Ausbildungsprogramme, Wohngruppen und Hilfen bei der Gesundheitspflege.
„Gut 90 Prozent der Einkünfte, mit denen wir unsere Sozialdienstprogramme finanzieren, stammen aus unseren Produktionsbetrieben. In diesen werden Aufträge von anderen Unternehmen im Rahmen der Vertragsfertigung kostengünstig durchgeführt und Triangle-Produkte für Einzelhändler wie TJX, die Clarks Companies, JC Penney und Bed Bath & Beyond produziert“, sagt Chief Executive Officer Michael Rodrigues.
Die Motivation von Triangle ist die Erkenntnis, dass Menschen mit Behinderung in der Regel stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als die übrige Bevölkerung. Rodrigues zufolge sind junge High-School-Absolventen mit körperlichen, geistigen oder emotionalen Einschränkungen im Allgemeinen unerfahren. Zudem sind sie sich hinsichtlich ihres beruflichen Werdegangs unsicher, haben keine umsetzbaren Berufspläne und besitzen im Gegensatz zu anderen Schülern keine Zusatzqualifikation.
Triangle will es diesen Menschen daher ermöglichen, die Arbeitswelt kennen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Das Unternehmen bietet ihnen die Mittel, die Kenntnisse und die Praxiserfahrung, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Teilnehmer des Triangle-Programms erhalten eine individuelle Beurteilung, Beratung und Berufsvorbereitung. Kurse, Workshops und Förderunterricht finden in Gruppen statt, um die Unterstützung und Rückmeldungen durch Gleichaltrige zu fördern.
Im Rahmen der innerbetrieblichen Arbeits- und Beschäftigungsprogramme bietet Triangle eine Vielfalt an bezahlten Arbeitsplätzen in den Bereichen an, in denen das Unternehmen als Zulieferer tätig ist. Behinderte Menschen sortieren, montieren, verpacken, versiegeln und versenden Produkte und nehmen sie an. Im Produktionsbereich von Triangle werden Geschenkartikel aus Holz hergestellt, beispielsweise Krawattenständer, Schuh- und Weinkisten sowie Golf-Sets zum Üben im Büro. Hier gibt es Arbeitsplätze in den Bereichen Montage, Maschinenbedienung und Verpackung. Das Unternehmen bietet zudem Ausbildungsprogramme für den Hausmeisterberuf und in der Gastronomie.
Bei den außerbetrieblichen Arbeits- und Beschäftigungsprogramme sind behinderte Menschen in den vor Ort ansässigen Unternehmen und Betrieben tätig. Sie arbeiten mit nicht behinderten Menschen zusammen und erhalten individuelle Unterstützung, Supervision und Training durch einen Mitarbeiter von Triangle. Zudem gibt es Hilfen in Bereichen des täglichen Lebens, um die Selbstständigkeit der Teilnehmer zu fördern und ihre Erfolgschancen zu erhöhen. Sie erhalten beispielsweise Schulungen im Umgang mit Geld sowie in den Bereichen Körperhygiene und Ernährung.
Triangle, mit Hauptsitz in Malden, Massachusetts, ist im gesamten Bundesstaat tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 330 Mitarbeitern, davon 180 Festangestellte und etwa 150 Teilnehmer der Beschäftigungsmaßnahmen, die für eine bestimmte Zeit in einem der verschiedenen Betriebe arbeiten.

Veraltete Technologie beeinträchtigt das Wachstum

Ein großes Anliegen des Managements war es, die stark veraltete technologische Infrastruktur zu modernisieren. „Gemeinnützigkeit ist ein Status, keine Profite zu erzielen ist aber nicht das Ziel“, erläutert Rodrigues. „Triangle funktioniert genauso wie profitorientierte Unternehmen: Wir bieten unseren Kunden Produkte und Dienstleistungen an. Um effizienter zu arbeiten, benötigen wir Informationssysteme, mit denen wir auf Echtzeitinformationen zugreifen können.“
Hinzu kommt, dass sich Triangle mit der Zeit von einem Produktionsbetrieb zu einem Unternehmen entwickelt hat, das Komponenten aus Übersee importiert und mit Montage-, Verpackungs- und Befüllungsaufträgen für ihren Wertzuwachs sorgt. Es waren also diese zwei Aspekte – die veraltete Technologie und die veränderte Geschäftstätigkeit – die Triangle veranlasst haben, nach einer anderen und besseren Lösung zu suchen.
Rodrigues und seinem Team war klar, dass sie eine leicht zu bedienende Lösung brauchten, die die Geschäftsabläufe verbessert. Als gemeinnütziges mittelständisches Unternehmen hat Triangle eine schlanke Personalstruktur und arbeitet mit sehr kleinen Gewinnspannen. „Die Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass wir die richtigen Mittel für die Bereiche einsetzen, in denen wir sehr gut sind“, stellt Rodrigues fest. „Wir sind sehr gut darin, Menschen mit Behinderung zu helfen, Ziele für ihr Leben zu formulieren und diese Ziele zu verfolgen. Mit anderen Bereichen, wie zum Beispiel dem Management der Informationstechnologie, beschäftigen wir uns, weil wir es müssen – dabei stellen wir uns aber immer in den Dienst der Sache, die wir am besten können.“

Partner mit Engagement und Sensibilität gesucht

Bei der Bewertung von Lösungen und möglichen Partnern für eine Zusammenarbeit wusste das Management von Triangle genau, wonach es suchte. „Wir sind ein Unternehmen mit ziemlich flachen Hierarchiestrukturen, und Entscheidungen werden bei uns möglichst an vorderster Front getroffen. Wir wollten eine Lösung, die alle Anwender maximal einbindet. Deshalb war es uns wichtig, eine Software zu finden, die unsere Führungs- und Betriebsphilosophie widerspiegelt.“
In erster Linie sollen die Mitarbeiter in der Buchhaltung und in den Produktionsbetrieben in der Lage sein, in Echtzeit auf Informationen zuzugreifen. Zudem war es wichtig, dass das Management mit einer einzigen Datensicht das gesamte Unternehmen vollständig überblickt. Außerdem wollte man leicht auf untergeordnete Daten zugreifen, um Fragen schnell beantworten zu können und den Entscheidungsfindungsprozess zu verbessern.
Die weiteren Hauptanforderungen waren eher unspezifischer Art. Es war wichtig, Menschen zu finden, die bereit waren, eng mit Triangle zusammenzuarbeiten und sich in die Geschäftstätigkeit einzuarbeiten, um eine Lösung bereitzustellen, die auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt ist. „Wir gingen sogar noch weiter. Wir wollten mit Menschen zusammenarbeiten, die sich für den Auftrag von Triangle interessieren und sich ebenso engagiert dafür einsetzen, dass behinderte Menschen einen möglichst hohen Grad an Unabhängigkeit erlangen“, betont Rodriques.

SAP Business One – die passende Lösung

Zu Beginn der Evaluierungsphase sprach das Management von Triangle mit Tom Gleich, dem Vice President of Sales von SAP America für die Region Neu-England. „Unsere ersten Gespräche mit Tom drehten sich nicht um Technologie“, sagt Rodrigues. „Der Kontakt kam zustande, weil SAP im Board of Directors von Triangle vertreten war und die philanthropische Arbeit des Unternehmens unterstützte. SAP ist ein engagiertes Unternehmen, das sich für alle Gruppen einsetzt, mit denen es Geschäfte macht.“
Tom Gleich schlug vor, dass Triangle sich ernsthaft mit SAP Business One auseinandersetzen solle. „Als wir die Kriterien untersuchten, stellten wir fest, dass diese Lösung passt“, sagt Rodrigues. „Client Interaction, ein SAP Business Partner mit Sitz im nahe gelegenen Newton, Massachusetts, zeigte uns, wie die Lösung funktioniert und wie wir sie einsetzen können. Uns wurde schnell klar, dass die Lösung äußerst flexibel ist und sich sehr gut an unsere Bedürfnisse anpassen lässt. Das war uns sehr wichtig. Zudem können wir auf Informationen zugreifen, wann immer wir sie benötigen und erhalten sie genau so, wie wir sie brauchen. Die Lösung, die SAP hierfür anbietet, ist wirklich toll.“
Insgesamt war Triangle von der Lösung sehr angetan. Gleiches gilt für die Sensibilität, die SAP und Client Interaction der Aufgabe entgegenbrachten, der sich der Mittelständler verschrieben hat. Daher entschied sich das Unternehmen für SAP Business One. Die Anpassung und Einführung der Software begann im Januar 2005 und war innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen.

Produktivbetrieb übersteigt Erwartungen

Anfänglich hatte Rodrigues Bedenken, da das engagierte Personal sowohl erfolgreich an der Einführung der neuen Lösung mitarbeiten als auch das Tagesgeschäft aufrechterhalten musste. Doch beide Aufgaben ließen sich problemlos unter einen Hut bringen. „Wir hatten Unterstützung vor Ort, wenn wir sie brauchten. Und weil alles Notwendige bereits zu Beginn der Planungs- und Customizing-Phasen erledigt wurde, ist der Produktivstart genau so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hatten. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen“, betont Rodriques. „Die Anwender reagierten positiv auf das neue System. Sie mussten sehr lange ohne die Informationen und Mittel auskommen, die für gute Arbeitsergebnisse im Tagesgeschäft notwendig sind“, ergänzt er.
Besonders aufgefallen ist Rodrigues, dass die Kommunikation über Funktions- und Geschäftsbereiche hinweg nun reibungslos funktioniert. Er führt dies auf den leichten Informationsaustausch zurück. „Die Menschen arbeiten mit der Lösung und ich bemerke täglich Verbesserungen. So sind uns jetzt beispielsweise jederzeit unsere Bestandszahlen bekannt, und wir müssen den Bestand nicht mehr wie früher vor der Auftragsannahme physisch prüfen. Zudem können wir die Gewinnspanne unserer Produkte genauer ermitteln, sodass uns für Preisverhandlungen mit unseren Einzelhandelspartnern bessere Informationen zur Verfügung stehen“, erläutert er.
Rodriques ergänzt: „Wir expandieren und haben unser Produkt- und Dienstleistungsangebot erweitert. Ebenso haben wir unsere Umsätze und unseren Nettogewinn erhöht – und zwar ohne unser Verwaltungspersonal wesentlich aufzustocken. SAP Business One hat dazu geführt, dass alle unsere Verwaltungs- und Produktionsmitarbeiter produktiver und effizienter arbeiten, sodass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen mehr erzielen können.“ Laut Rodriques sind sämtliche Prozesse sofort nachvollziehbar, so dass die Mitarbeiter viel schneller und damit wirksamer die entsprechenden Maßnahmen ergreifen können, als dies früher möglich war. „Mit SAP Business One haben wir unsere Geschäftsabläufe einfach besser im Griff.”

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