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Im globalen Handel mithalten

5. März 2015 von Andreas Schmitz 0

Ständig aktualisierte Sanktionslisten, neue Handelsabkommen oder Embargos: Der internationale Handel fordert Unternehmen, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Softwarelösung SAP Global Trade Services hilft dabei.

Russland stoppt die Einfuhren von Obst und Gemüse unter anderem aus den USA und der EU und führt erstmals Einfuhrzölle für EU-Bewerberland Ukraine ein, USA und China heben 200 Zölle im Rahmen des internationalen Handelsabkommens für Informationstechnologie (ITA) auf und verhandeln gleichzeitig mit der EU über das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP: Ständig verhandeln Staaten miteinander, um bessere Konditionen für ihren internationalen Handel zu bekommen oder – wie im Falle des Russland-Embargos – die Geschäfte mit einzelnen Staaten zeitweise zu unterbinden. Für Unternehmen, die auf dem internationalen Handelsparkett unterwegs sind, ist es essenziell, hier die Übersicht zu behalten und auf Basis aktueller Bestimmungen zu handeln.

Internationaler Handel: Sanktionslisten und Handelsabkommen kennen

So wirft die US-Aufsichtsbehörde aktuell einem renommierten deutschen Bankhaus vor, durch Geschäfte mit der iranischen Reederei IRISL die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu unterstützen. 650 Millionen Euro Strafe stehen im Raum. Vor einigen Jahren stand ein weiterer Dax-Konzern in der Kritik, durch die Lieferung des in OPs gängigen Narkosemittels Propofol letztlich das Gift für die Todesspritzen in den USA zu liefern. „Selbst ein iPhone kann über seine Sensorik zur Raketensteuerung eingesetzt werden“, erläutert Ralf Vath von SAP, der weiß, wie wichtig es für globale Unternehmen ist, die jeweiligen Bestimmungen in den Ländern zu kennen und einzuhalten. Verbaut etwa ein deutscher Autohersteller Waren in Mexiko, die einen definierten Mindestanteil ihres Ursprungs in der Europäischen Union haben, fallen für die aus der EU importieren Waren geringere Einfuhrzölle an. Nötig ist dafür allerdings, zu wissen, wo die Rohstoffe für den Motorblock , Blechteile für die Karosserie oder die Elektronikbautele für das Entertainmentsystem her kommen. „Letztlich geht es darum, zu wissen, wo präferenzrechtlich das Geburtsland des Produktes ist und wie hoch die Wertschöpfung im eigenen Land ist“, erläutert Vath, der als Berater und Projekteiter viele renommierte Unternehmen bei der Einführung von SAP GTS und Optimierung der Zollprozesse begleitete.

Präferenzzollsätze nutzen

Ist die „Ursprungseigenschaft“ eines Produktes ermittelt, besteht die Chance für den Hersteller oder Exporteur, eine Sonderhandlung beim Zoll zu bekommen. So sind „Präferenzzollsätze“, die zwischen einzelnen Staaten oder Staatengemeinschafen wie der EU ausgehandelt wurden, oft geringer oder sie fallen ganz weg. Bei einem Unternehmen etwa wie dem Sensortechnikunternehmen Sick AG aus Waldkirch gibt es etwa 20 Millionen Stücklistenpositionen, die in die Überprüfung des Präferenzstatus eingehen. Sanktionslisten prüfen, Länderembargos überblicken, Export- und Importgenehmigungen verwalten, Präferenzabkommen nutzen: Das sind einige Argumente, die etwa Sick und global über 2000 andere Unternehmen, darunter Sanitärausrüster Hansgrohe, Automobilbauer BMW, Spezialchemiehersteller Sika, oder der Sportarikelhersteller Amer Sports, bekannt durch seine Marken Salomon, Willson und Arcteryx, dazu gebracht haben, eine Lösung einzusetzen, die auf diese Prozesse spezialisiert ist – SAP Global Trade Services (SAP GTS).

Was die Lösung SAP Global Trade Services kann

Sick hat bis dato die Exportkontrolle sowie die Präferenzfunktionalitäten der Software bereits im Einsatz. Künftig soll auch die Zollabwicklung auf SAP GTS umgestellt werden. Die Harmonisierung der globalen Zollprozesse war der Anlass für das Unternehmen aus dem Breisgau, über eine alternative Softwarelösung nachzudenken. Die Zollabwicklungen sollten vereinfacht werden, gerade vor dem Hintergrund, dass die Anforderungen an Audits ständig stiegen. Ein globales System musste her, das nicht nur zentral sämtliche Abläufe abdeckte, sondern auch in den jeweiligen Landessprachen verfügbar war. Hier einige wichtigen Funktionalitäten der Lösung SAP GTS im Einzelnen: Compliance: Vertriebsdokumente, Zahlungen, Geschäftspartner sowie Mitarbeiter und Bewerber werden automatisch mit aktuellen Sanktionslisten abgeglichen. Manuelle Prüfungen sind nicht mehr nötig. Die Archive stehen zudem für die Audits zur Verfügung. Embargos: Jede ein- oder ausgehende Sendung wird hinsichtlich bestehender Handelsbeschränkungen überprüft. Im Fall der Fälle werden Papiere nicht ausgestellt und die verantwortlichen Mitarbeiter informiert. Export- und Importgenehmigungen: Die Software erkennt nötige Genehmigungen für jeweilige Transaktionen. So sind etwa für sogenannte Dual-Use-Güter, die potenziell sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke eingesetzt werden können, Nachweise über die künftige Nutzung nötig. Auch Bestimmungen über den internationalen Waffenhandel, die ITAR-Bestimmungen, sowie US-Reexport-Regelungen, die ebenfalls auf Terrorismusbekämpfung abzielen, werden hier überprüft. Zollabwicklung: Der Zolltarif enthält etwa Informationen über Steuersätze, über Einfuhrverbote und -beschränkungen, woraus sich die Abgabe ergibt. Elektronische Schnittstellen zur „Zollsoftware“ der deutschen Zollverwaltung ATLAS oder zum US-Pendant Automated Commercial Environment sind möglich. Zudem lassen sich hier nötige „Warenverkehrsbescheinigungen“ und „Ursprungsbescheinigungen“ ausdrucken. Präferenzkalkulationen: Wer den Ursprung seiner Produkte nachweisen kann, bekommt Sonderkonditionen eingeräumt. Wichtig ist hierbei, die Informationen auch über sämtliche Produkte der Zulieferer zentral vorliegen zu haben. Entsprechende „Lieferantenerklärungen“ können die Geschäftspartner per Self-Service übermitteln. Dabei sind die Kalkulationen über alle Standorte hinweg möglich. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit Behörden und schafft die nötige Transparenz. Die Vorteile der Lösung sieht Sven Geisler, IT-Manager bei der SICK AG besonders darin, dass Handelspräferenzen schneller aktualisiert werden können, automatisierte Prozesse und zentrale Informationen die Daten zuverlässiger machen und der immer komplexer werdende internationale Handel einfacher verwaltet werden kann. Egal, ob beispielsweise TTIP nun kommt oder nicht: Die nächsten individuellen neuen Handelsvereinbarungen sind schon in Vorbereitung. „Da ist es eine gute Sache, auf SAP GTS als Expertenwissen zurückgreifen zu können“, erläutert Ralf Vath.

Veranstaltungen zum Thema:

Das Thema Handel spielt auch eine wichtige Rolle bei den Fokustagen der SAP auf der CeBIT 2015 in Hannover.

Bildquelle: Shutterstock

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