Immer gut auf Lager

Feature | 24. November 2003 von admin 0

Die Geschichte von SAPConsole beginnt 1999, als SAP eine Lösung einführt, die Barcode-Scanner direkt an die Lagerverwaltung anbindet. Das Konzept überzeugt. Von Anfang ist SAPConsole hardwareunabhängig und schlägt als Frontend-Lösung eine wichtige Brücke, indem es Informationen aus grafischen Benutzeroberflächen (GUI) in die zeichenorientierten Formate (VT200, ASCII) der damals verbreiteten Endgeräte umwandelt. Mittlerweile arbeiten in Lagerumgebungen verschiedene Typen mit unterschiedlichen Technologien und Betriebssystemen. Darunter befinden sich nun welche mit grafischer Anzeige, ausgestattet mit Windows 98-/2000-/XP-Betriebssystemen. Diese Versionen führen SAP-Transaktionen direkt über SAP GUI aus. Doch inzwischen nehmen in den Lagern Anwendungen mit Windows CE stark zu. Das gerade für die Besonderheiten mobiler Handgeräte entwickelte Betriebssystem bietet die Funktionalitäten von Windows .Net. SAP hat darauf reagiert und den Browser als Kommunikationsplattform auch in Verbindung mit Lagertransaktionen tauglich gemacht. Das entspricht der SAP-Gesamtstrategie, Browser verstärkt als grafische Benutzungsoberfläche zu verwenden.

Anbindung an Wireless LAN

SAPConsole liefert in der erweiterten Version als WebSAPConsole jetzt also über Browser anzeigbare HTML-Codes und schafft HTTP-Verbindungen, bestens geeignet für Wireless LAN Umgebungen (siehe Abbildung). Herkömmliche Telnet-Server sind nicht mehr nötig bis auf die Anwendungen mit zeichenorientierten Formaten. WebSAPConsole wird durch Web-Services wie zum Beispiel Microsoft IIS und SAP Web Application Server unterstützt. Da SAPConsole nun Transaktionen verschiedener Anzeigetechnologien ausführbar macht, hilft es besonders den Unternehmen, die mehrere Arten von Scanner-Geräten verwenden. Das erlaubt, reibungslos von den älteren zeichenbasierten Geräten zu neueren grafischen Geräten überzugehen. Dabei bleibt die Investition in bestehende Datenfunk-Transaktionen geschützt. Das fordern die Anwender, weil die Endgeräte sich als sehr robust erweisen und in der Regel eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren haben.

Spracherkennung und Sprachausgabe

Web-Erweiterungen für SAPConsole als Bestandteil der mobilen SAP-Infrastruktur

Web-Erweiterungen für SAPConsole als Bestandteil der mobilen SAP-Infrastruktur

WebSAPConsole hört aufs Wort. Es ist darauf eingerichtet, Voice-XML-Dokumente zu verarbeiten. Grundsätzlich ist Sprachausgabe von Spracheingabe zu unterscheiden. Ausgabe und Eingabe erfolgen über spezielle Programme, die entweder auf dem Gerät selbst oder auf einem Server im Netzwerk liegen. Die Sprachausgabe verwandelt das Voice-XML-Dokument in eine synthetische Stimme, die der Lagermitarbeiter auf seinem Headset hört. So eine Anweisung könnte etwa lauten: “Material 4711, 14 entnehmen”. Um die Anweisung zu bestätigen, spricht der Mitarbeiter “Bestätigt, eins-vier” ins Mikrophon und die Zahl 14 erscheint im Rückmeldungsfeld des Bildschirmbildes, das er gerade bearbeitet.
Die Spracherkennungssysteme, die für diese Anwendung zur Verfügung stehen, umfassen sprecherunabhängige und sprecherabhängige Softwareprodukte. Sprecherabhängige Produkte erfordern eine kurze Schulung der betreffenden Personen, um dem System ein bestimmtes Vokabular zu vermitteln. Dadurch bieten sie eine höhere Erkennungsrate und die Möglichkeit, beliebige Sprachen und Dialekte zu handhaben. Diese Sprechverarbeitungsprogramme sind kein SAP-Produkt und über SAP-Softwarepartner zu beziehen.

Mehr Funktionen

SAPConsole hat sich als Frontend-Lösung bewährt. Nach wie vor ist aktuell:

  • Keine Synchronisierung mit einer Middleware-Datenbank erforderlich, da eine direkte Verbindung zum SAP-System besteht.
  • Die Lösung ist hardwareunabhängig; keine proprietären Protokolle nötig
  • SAPConsole verlangt keine zusätzliche Softwareinstallation auf dem mobilen Gerät.
  • Die Transaktionen laufen im SAP-System. Dadurch können Anwender Funktionen bereits testen, bevor sie mobile Geräte physisch installieren.

Nun hat SAPConsole ein neues und erweitertes Funktionspaket bekommen. Mit Task & Resource Management (TRM) lassen sind jetzt spezifische Lageranforderungen von Unternehmen, Branchen und Märkten umzusetzen. Das erlaubt weit mehr Transaktionsformen der ursprünglichen Version und leichtere Anpassungen. Jede Anzeige im TRM ist als physisches Bildschirmbild gestaltbar und mit einem entsprechenden Funktionsbaustein zu versehen, der die zugehörigen Daten aktualisiert. Diese Kombination lässt sich gleich mehrfach in den verschiedenen Transaktionen der Lagerverwaltung nutzen. Beispielsweise könnte eine Entnahmequittierung für ein Lagerregal in vielen unterschiedlichen Kommissioniervorgängen verwendet werden.
In der Praxis der heutigen Lagerverwaltung müssen Lösungen mit mobilen Endgeräten eine Vielzahl an Funktionalitäten bewältigen. Dazu sind einige Beispiele zu nennen. Zunächst soll die Hardware den Zugang zu Hardwareressourcen ermöglichen, wie beispielsweise zu Druckschnittstellen oder speziellen Laser-Scannern mit großer Erfassungsreichweite oder etwa die Verwendung von Funktionstasten. Diese Transaktionen beziehen sich auf die Hardware vor Ort, nicht aber unmittelbar auf die Funktionen im Browser. Außerdem benötigt der Browser einige die Supply-Chain-Anwendung unterstützende Funktionen, etwa akustische Signale während des Scan-Vorgangs, um das Standardeingabefenster zu unterdrücken, wenn gleichzeitig das Feld für die Datenerfassung auf Scanner-Eingabedaten wartet. Der Browser muss ferner beim Scannen die hexadezimalen, nicht druckbaren Zeichen, beispielsweise Trennzeichen für zusammengesetzte Barcodes, verstehen. Darüber hinaus stellen viele Firmen die Anforderung, andere als die vorgesehenen Anwendungen zu stoppen oder den Zugriff auf unerlaubte Internetadressen zu sperren. All diese Funktionen werden unterstützt, wobei ein Teil der Funktionalität vom Hardwareanbieter geliefert wird, ein Teil von WebSAPConsole.

Unterstützung durch SAP NetWeaver

Um die weitere Verwendung dieser Geräte zu unterstützen, wird SAP SAPConsole nach Web Dynpro migrieren. Mit Web Dynpro lassen sich Browser-Anwendungen nach den Bedürfnissen der Endanwender (beispielsweise in HTML, WML oder Text) modellieren und aufbauen. Eine nachträgliche Konvertierung für SAPConsole ist nicht nötig. Die mit Web Dynpro gestalteten Anwendungen genügen professionellen Anforderungen und bieten Hilfen bei der Eingabe, Unterstützung der Mehrsprachigkeit sowie bedienerfreundliche Fehlerbehandlung.
Ein weiterer Schritt ist die Einbindung in SAP Netweaver. Wenn diese Funktionen standardmäßig in SAP NetWeaver verfügbar sind, wird die gesamte mobile Infrastruktur einschließlich Mobile Engine diese Art des Browser-Einsatzes unterstützen. NetWaever und Web Dynpro führen somit alle mobilen Anwendungen, die es in SAP gibt, auf der gleichen Technologie zusammen. Es ist damit zu rechnen, dass die Entwicklungen der modernen RFID-Funktechniken zur Warenkennzeichnung (Radio Frequency Identification) Bestandteil von SAP NetWeaver und damit auch der Supply-Chain-Anwendungen werden.

Dr. Christoph Leßmöllmann

Dr. Christoph Leßmöllmann

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