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In der Energie-Revolution nicht untergehen

26. April 2016 von Michael Zipf 0

Ian Cain hat noch ein Jahr Zeit. Dann muss der Managing Director Customer Service and Retail des englischen Energieversorgers Thames Water sein Unternehmen so aufgestellt haben, dass es im Wettstreit mit neuen Konkurrenten nicht absäuft. Im April 2017 wird der Wassermarkt in Großbritannien geöffnet, zunächst für Unternehmenskunden, später auch für Privathaushalte. „Dann werden die Kunden mehr von uns erwarten“, sagt Cain.

Peter du Plooy vom südafrikanischen Öl-Unternehmen Engen Petroleum steht vor anderen Herausforderungen. Wie könne es Engen angesichts niedriger Ölpreise, Digitalisierung und der notwendigen Suche nach neuen wertschöpfenden Services schaffen, „die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern?“ Der Chief Information Officer muss die Kosten senken, damit Engen mehr Geld in neue Technologie investieren kann.

Cain und du Plooy brachten dieser Tage bei der Internationalen Konferenz für die Versorgungswirtschaft und die Öl- und Gasbranche im niederländischen Den Haag zum Ausdruck, was wohl alle Unternehmen dieser Branchen derzeit umtreibt: Wie überleben in einer „sich mit exponenzieller Geschwindigkeit verändernden Welt?“, wie es der Zukunftsforscher Gerd Leonhard in seinem Eröffnungsvortrag ausdrückte.

SAP-Kunden und Branchenexperten berichten, wie sie mit der „Energie-Revolution“ umgehen und welch wichtige Rolle Cloud-Lösungen in Zukunft spielen werden.

Die kommenden fünf Jahre würden auch für die Energiebranche „atemberaubend“ sagte Leonhard und riet den Anwesenden, sich intensiv mit künstlicher Intelligenz, lernenden Maschinen, Robotik und dem Internet der Dinge zu beschäftigen. „Cognitive Computing eröffnet den Versorgern riesige Möglichkeiten“, sagte Leonhard und verwies auf Effizienz- und Einsparpotenzial, wenn sich Routinearbeiten verflüchtigen und nicht mehr durch Menschen verrichtet werden müssten. „Energie wird es irgendwann im Überfluss geben“ war eine seiner Thesen. Und: Wer mit neuen Geschäftsmodellen erfolgreich sein wolle, müsse bereit für intensive Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen sein, „sogar mit den schärfsten Konkurrenten“. „Hyper-Zusammenarbeit“ nannte er das und forderte die Branche auf, ein „globales Energie-Netzwerk“ zu knüpfen.

Grundlegender struktureller Wandel

Vor riesigen Herausforderungen und einem grundlegenden strukturellen Wandel sieht auch Marie-José Nadeau, die Vorsitzende des World Energy Councils, die Branche und verwies auf drei große Antriebskräfte dieser Transformation.

Die notwendige Digitalisierung führe in den Unternehmen zu mehr Effizienz und besserer Nutzung der Energieressourcen. Die Dezentralisierung gehe mit lokaler Energieproduktion und neuen Formen der Speicherung einher.

Zudem müsse sich die Branche auf die fortschreitende „Dekarbonisierung“ einstellen und damit auf den nicht zuletzt durch die Pariser Klima-Beschlüsse forcierten Druck, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Der globale Energiemix werde sich in Richtung der erneuerbaren Energieträger verändern, sagte Nadeau – auch wenn sie davon ausgeht, dass die traditionelle Öl- und Gasbranche „noch Jahrzehnte da sein wird“. Für Nadeau steht fest, dass insbesondere diejenigen Unternehmen zu den Gewinnern der Transformation gehören werden, „die sich an die Spitze der Digitalisierung setzen“.

Das war natürlich Wasser auf die Mühlen des SAP-Teams um Peter Maier, General Manager Energy and Natural Resources, die in ihren Gesprächen mit Kunden immer wieder hörten, wie wichtig Cloud-Lösungen inzwischen für die Energiebranche sind. Anhand vieler Beispiele zeigte Peter den rund 900 anwesenden Kunden und Partnern aus 60 Nationen in seinem Vortrag, wie Innovation und digitale Transformation neue Geschäftsmodelle und effizientere Prozesse ermöglichen und dazu führen, dass die Menschen in Zukunft anders arbeiten werden.

World consumption

Henry Bailey, Global Vice President, Utilities Business Solutions, sieht die Branche im Aufbau eines “Digital Energy Network”, das die neuen Strukturen der Gewinnung, Verteilung und des Verbrauchs der Energie reflektiere. Ken Evans, Global Vice President, Oil and Gas Business Solutions, ist überzeugt: „Die Digitalisierung wird es möglich machen, allen Menschen auf diesem Planeten Energie bereitzustellen, die sicher, verlässlich und bezahlbar ist.“

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