Adhoc-Reporting mit SAP HANA

19. Februar 2013 von Andreas Schmitz 0

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Foto: iStockphoto

SAP.info: Sie waren mit Koehler Paper im vergangenen Jahr einer der Vorreiter in Sachen SAP NetWeaver BW powered by SAP HANA. Da liegt es nahe, dass Sie jetzt auch den Sprung auf die SAP Business Suite powered by SAP HANA als einer der ersten machen…

Jörg Behnisch: Keineswegs. Zweifellos wird das ein technischer Paradigmenwechsel werden – vergleichbar mit dem Sprung von der Mainframewelt auf R/2-Basis  hinein in die Client-Server-Welt mit R/3 vor 20 Jahren. Allerdings liegen die Prioritäten bei Koehler in den nächsten zwei bis drei Jahren auf der Umsetzung unseres IT-Programmmanagements – mit dem Ziel, die SAP-Anwendungen weiter zu standardisieren, das MES (Manufacturing Execution System) zu vereinheitlichen und IT-Services für das neue Geschäftsfeld Koehler Renewable Energy bereitzustellen. Anschließend werden wir unter anderem unsere ERP-, APO- und PI-Systeme auf HANA heben. Auch hier kann ich mir vorstellen, dass die Echtzeittechnologie die SAP-Anwendungslandschaft signifikant verändern wird. Am Ende kann die „Realtime-Integration“ stehen, welche die Vision im R/2 Umfeld war.

Aus diesem Grund haben wir das Projekt SAP NetWeaver BW powered by SAP HANA realisiert:  Wir wollten auf die Lernkurve für BW on HANA aufsteigen und selbst erfahren was geht. Bei der HANA-basierten SAP Business Suite werden wohl andere Vorreiter sein. Zudem haben wir sehr viele hochgradig angepasste Systeme im Einsatz, so dass der Aufwand derzeit zu hoch wäre.

Den haben Sie damals auch nicht gescheut.

Der Aufwand war auch überschaubar. Zudem war unser Business Warehouse technisch veraltet, instabil und in der Datenmodulierung inkonsistent. SAP HANA versprach eine einfachere Datenmodellierung. Vormodellierungen müssen nun nicht mehr in die Zwischenebene gepackt werden, was enorm Zeit spart.

Deshalb sind Sie jetzt auch so weit, Ihren Mitarbeitern eine Adhoc-Analyse zu ermöglichen…

Stimmt. Die Standardreports sind ja schon seit November verfügbar, haben allerdings den Nachteil, dass sie in der immer gleichen Form erscheinen, standardisiert halt.  Seit Anfang Februar können unsere Mitarbeiter aus dem Vertriebsinnendienst, Spartenleiter, Verkaufsleiter und natürlich unsere Controller eigene Analysen machen, ohne diese Anforderung jeweils über die „IT ziehen zu müssen“.  Bei diesem Adhoc-Reporting kann jeder selbst entscheiden, welche Zahlen er sich genauer anschauen will.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Integrationsfähigkeit wichtiger war als Best-in-Class.

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Jörg Behnisch, CIO Koehler Paper (Foto: Privat)

Neue Technologien lösen meist zunächst eine Abwehrhaltung bei den Nutzern aus. Welche Erfahrung haben Sie gemacht?

Wir lassen zwar unsere SQL-Datenbank noch parallel laufen, allerdings nutzt sie schon heute kaum noch jemand. Zudem nutzen immer weniger Mitarbeiter die Standardreports, da sie sich „Adhoc“ sehr spezifische Fragen selbst beantworten können, die sie aus dem Standardbericht nicht herauslesen können. Wenn man sich vorstellt, dass für eine Analyse früher jedes mal eine spezielle Anfrage („query“) eingereicht werden musste, ist das Adhoc-Reporting ein riesiger Schritt.

Zu einer Adhoc-Analyse gehört auch, dass das Tool Spaß macht – Appleflair hat. Wie fühlt sich die Darstellung an und ist sie leicht zu handhaben?

Wir haben uns für SAP BusinessObjects Analysis entschieden. Das ist ein SAP-Tool, was natürlich den Nachteil hat, möglicherweise nicht Best-in-Class zu sein, dafür aber optimal zur SAP-HANA-Technologie passt und die gewünschten Geschwindigkeiten im Adhoc-Reporting bringt. Es ist so ähnlich wie Excel, was vielen die Handhabe erleichtert, da fast jeder schon mal mit dem Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft gearbeitet hat. Übrigens funktioniert das Ganze prinzipiell schon auch mit den SAP BusinessObjects Tools Dashboard und den SAP Crystal Reports, nur dauert deren Ausgabe erheblich länger.

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