Geplant: Business One auf SAP HANA

13. Oktober 2011 von Christiane Stagge 0

In diesem Flashspeicher werden die Daten vorgehalten. (Foto: Christiane Stagge)

Daten auf Abruf im Arbeitsspeicher (Foto: Christiane Stagge)

SAP HANA – spätestens seit Hasso Plattners Auftritt auf der SAPPHIRE NOW 2011 in Orlando ist dieses Wort themenführend im SAP-Umfeld. Doch was genau verbirgt sich hinter SAP HANA? Handelt es sich dabei um ein neues Tool oder einen gesamten Paradigmenwechsel? SAP-Nutzer fordern auf dem DSAG-Jahreskongress Klarheit. Bisher habe es seitens SAP zwar Ankündigungen und Versprechungen, aber nur wenig Konkretes gegeben.

In seiner Keynote brachte Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe ein wenig Licht ins Dunkel: Bei SAP HANA handelt es sich um ein revolutionäres Produkt, das jetzt schon Kunden zur Verfügung steht. In Sachen In-Memory-Technologie sei SAP ihren Mitstreitern um zwei Jahre voraus.

Anwendungen sollen auf HANA basieren

Eine konkrete SAP HANA-Lösung ist beispielsweise SAP Smart Meter Analytics. Geplant ist, dass SAP NetWeaver BW auf HANA läuft. Als weitere HANA-Lösung soll SAP Trade Promotion Management demnächst auf den Markt kommen. Auch SAP Business One soll in Zukunft auf HANA laufen. Am Ende soll alles auf In-Memory-Technologie basieren. Der Anfang sei mit den BI-Lösungen gemacht.

Bis es jedoch soweit ist, dass auch die SAP Business Suite auf HANA läuft, wird es noch einige Jahre dauern. SAP sei noch in der Entwicklungsphase und lerne ständig dazu, betont Snabe.

Die DSAG begrüßt die neue In-Memory-Software, fordert jedoch klare Roadmaps und kleine Einsteigerpakete, damit die Software auch für alle Kunden attraktiv ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ausblick SAP HANA – Gerhard Oswald wird konkreter

In-Memory-Technologie als Basis aller Anwendungen:Jim Hagemann Snabe über Ziele in Sachen SAP HANA. (Foto: Christiane Stagge)

In-Memory-Technologie als Basis aller Anwendungen: Jim Hagemann Snabe über Ziele in Sachen SAP HANA. (Foto: Christiane Stagge)

Gerhard Oswald wurde in seiner Keynote am zweiten Tag etwas konkreter. Bei SAP HANA handele es sich um eine Kombination aus Software und Hardware, sprich Servern beispielsweise von Dell, Fujitsu, HP, IBM und Cisco. Die Anwendung repliziert Daten im Arbeitsspeicher, um diese in Sekundenschnelle zur Verfügung stellen zu können. Dieses Prinzip kommt insbesondere BI-Anwendungen zu Gute, mit denen Analysen und Prognosen getroffen werden. Der Kunde kann somit in Echtzeit verfolgen, wie sich Veränderungen in den Geschäftsprozessen auswirken.

Geplant: SDK für SAP HANA

Ab November, so Oswald, laufe SAP NetWeaver Business Warehouse 7.3 auf HANA, allerdings erst als Ramp-up-Version. SAP NetWeaver Business Warehouse Accelerator sei dann nicht mehr nötig. SAP HANA sei jedoch kein Ersatz für das Business Warehouse, sondern eine Ergänzung. Doch das ist längst nicht alles: Wie die Vorstandsmitglieder betonen, soll HANA demnächst mit Business One und der Business Suite laufen. Mit HANA entstünden darüber hinaus vollkommen neue Anwendungen, beispielsweise für Kalkulation und Planung.

Ein Software Development Kit für SAP In-Memory Computing soll es Kunden und Partnern ermöglichen, eigene Anwendungen auf der Basis von HANA zu entwickeln. Davon sollen auch Firmen profitieren, die kein SAP im Einsatz haben. Eine dieser Anwendungen haben wir uns einmal näher angeschaut.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Produktdemo: BusinessObjects Explorer auf SAP HANA

IBM zeigte Server für SAP HANA. (Foto: Christiane Stagge)

IBM zeigte Server für SAP HANA. (Foto: Christiane Stagge)

Ertäge und Margen in Echtzeit simulieren - SAP HANA macht es möglich. (Screenshot: Gicom)

Erträge und Margen in Echtzeit simulieren - SAP HANA macht es möglich. (Screenshot: Gicom)

Produktdemo: BusinessObjects Explorer auf SAP HANA

Gicom, Softwareanbieter für Vertrags- und Preismanagement, zeigte uns exklusiv am Messestand eine erste Produktdemo von SAP HANA. Gicom ist einer der Partner, der zusammen mit SAP neue Lösungen entwickelt, die auf HANA basieren. Auf der Grundlage der In-Memory-Anwendung und dem SAP BusinessObjects Explorer hat die Firma mit “Simulation of changed earnings” eine Anwendung für Ertrags- und Margensimulation entwickelt. Das Programm richtet sich an den Händler- und Consumerbereich. Der Prototyp befindet sich noch in der Testphase und wird erst mit dem neuen Release von SAP NetWeaver BW 7.3 auch für Kunden zur Verfügung stehen.

Mit der Software lassen sich sämtliche Szenarien durchspielen und Umsätze ermitteln. Prognosen und “Was-Wäre-Wenn-Szenarien” waren zwar bereits zuvor mit BI-Lösungen möglich, jedoch nicht auf der Basis eines gesamten Datensatzes. Die Gicom-Anwendung verarbeitet 180 Millionen Datensätze in nur 360 Millisekunden. Wofür Firmen mit herkömmlicher Software früher drei Tage gebraucht haben, dauert mit HANA-Software nicht länger als ein paar Sekunden.

Wer näheres erfahren will, für den hat Gicom extra einen HANA-Twitter eingerichtet. Unter @gicom_hana können Sie alle aktuellen Meldungen verfolgen.

Die Gicom-Anwendung setzt auf den BusinessObjects Explorer und SAP HANA auf.

Die Gicom-Anwendung setzt auf SAP BusinessObjects Explorer und SAP HANA auf.

In den Democentern können Kunden SAP-Lösungen direkt ausprobieren. (Foto: Christiane Stagge)

In den Democentern können Kunden SAP-Lösungen direkt ausprobieren. (Foto: Christiane Stagge)

Neue Produkte im Ausstellerbereich

Neben den Keynotes haben Besucher auch im Ausstellerbereich die Möglichkeit, neue Produkte zu entdecken. So stellt die FIS GmbH, die Add-ons zur Aktualisierung von Stammdaten, HCM- und Shoplösungen sowie automatisierte Papierbelegbearbeitung für Kreditorenrechnungen anbietet, die neue Software FIS/crm vor.

WMD Vertrieb GmbH hat seine Lösung xFlow Capture komplett neu überarbeitet. Mit der Software lassen sich Rechnungsdaten extrahieren und validieren. Außerdem gibt es neue Funktionen für Visualisierung und Kommunikation. Mit xFlow Orders lassen sich Auftragseingänge über das xFlow Auftragseingangsbuch ermitteln. Die Prüfung und Freigabe ist über die SAP-Software,  xFlow-Web und SAP NetWeaver Portal möglich.

Am Stand der Deutschen Telekom können Besucher sich zeigen lassen, wie der Konzern seine Einkaufsprozesse mit dem mobilen Dokumentenmanagement cuSmarText von Circle Unlimited AG abwickelt. Die Software ermöglicht eine sichere Kommunikation zum SAP-System. Die Sicherheit wird durch verschlüsselten Datenaustausch, Authentifizierung des Geräts im Unternehmensnetzwerk und digitale Zertifikate gewährleistet.

Mit der mobilen Software MAPO sind Telekom-Manager, die für den Einkauf zuständig sind, in der Lage, zeitkritische Bestellungen in mehreren angeschlossenen SAP-Systemen innerhalb kürzester Zeit freizugeben.

Sprachgesteuertes SAP-System

Vocollect macht die Sprachsteuerung innerhalb des SAP-Systems möglich. Mit Vocollect Voice Direct ERP können Lagermitarbeiter Daten und Befehle per Sprache in ein spezielles Mobilgerät eingeben. Die Spracheingabe wird durch ein spezielles Template übersetzt, sodass in den SAP WM oder EWM-Modulen am Ende nur noch die Daten zur Verfügung stehen. Die Software unterstützt 43 Sprachoptionen in über 26 Sprachen.

Umantis, Anbieter einer HR-On-Demand-Software, ist jetzt mit seinem Recruting-Management im SAP STORE. Das Bewerbermanagement umfasst Ausschreibungen in Online- oder Printportalen, verfügt über eine Schnittstelle zu Medienagenturen, ermöglicht den Vergleich von Bewerbern, bewertet Rückmeldungen und bietet Funktionen für Talentmanagement, Terminmanagement, Niederlassungsmanagement und Erinnerungsfunktionen. Außerdem lässt sich mit der Software der Stellen-Newsletter verwalten. Berichte und Dokumente lassen sich ebenfalls exportieren.

DSAG-Jahreskongress 2011 in Leipzig. (Foto: Christiane Stagge)

DSAG-Jahreskongress 2011 in Leipzig. (Foto: Christiane Stagge)

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