Roadmap SAP HANA

Feature | 8. August 2011 von Christiane Stagge 0

Daten auf Speed: SAP HANA beschleunigt die Datenauswertung. (Foto: Fotolia)

SAP HANA beschleunigt die Datenauswertung. (Foto: Fotolia)

Twitter, Facebook und Co. machen es vor – Menschen laden Bilder hoch, kommentieren diese und tauschen Nachrichten aus. Die Kommunikation verläuft so, als würden sich die Menschen gegenüber sitzen – quasi in Echtzeit.

Datenverarbeitung in Echtzeit spielt auch im Business-Umfeld eine immer größere Rolle. Dabei müssen immer größere Mengen an Daten verarbeitet werden.

Die Hardware- und Softwaretechnologie hat sich  in den vergangenen Jahren weiterentwickelt: Multicore Architektur, Serverblades mit 8 x 8 Core-CPU, Speicher mit zwei Terabyte Fassungsvermögen sind nur einige Beispiele. Kolumnare Datenspeicherung macht es möglich, Daten zu komprimieren und partitionieren. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Durch spaltenbasierte Anordnung der Daten werden große Datensätze von beispielsweise 2,75 TB auf 600 GB reduziert.

Durch In-Memory-Technologie können Daten mit einer Geschwindigkeit von 100 GB/s verarbeitet werden.  Statt auf der Festplatte, die deutlich langsamer agiert, werden Daten im Hauptspeicher vorgehalten. Dadurch können Daten direkt von dort aus abgerufen werden – ohne Umwege über die Datenbank. Durch In-Memory-Computing sind Echtzeit-Analysen möglich. Der Nutzer erhält nahezu unverzüglich die gewünschten Ergebnisse.

SAP HANA ist eine vorkonfigurierte In-Memory-Software, die im Zusammenspiel mit entsprechender Server-Hardware wie HP, IBM, Cisco und Fujitsu eingesetzt wird.

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Roadmap SAP HANA

SAP HANA ist die Software, die In-Memory-Technologie mit konkreten Produkten wie Business One, CRM oder ERP verbindet. Sie wurde maßgeblich vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam entwickelt.

SAP HANA  ermöglicht  es, dass Daten in Echtzeit analysiert werden können und die Verarbeitungsprozesse großer Datenmengen deutlich schneller verlaufen. Die Software ist daher für Großkonzerne geeignet, die über viele Filialen verfügen und und für die Produkt- und Prozess-Simulationen von entscheidener Bedeutung sind.

Dabei ist es ganz gleich, ob ERP oder CRM im Einsatz ist: Der Nutzer wählt den enstprechenden Datensatz aus, der von HANA aggregiert werden soll. Auch Daten, nicht aus einem SAP-System stammen, können von HANA analysiert werden.

Seit Ende Juni 2011 ist SAP HANA offiziell verfügbar. Bisher konnten nur ausgewählte Kunden die Software testen. Auf der SAPPHIRE NOW 2011 war das Echo der Beta-Tester jedoch durchweg positiv.

So setzt beispielsweise Colgate SAP HANA für seine Kostenanalyse ein. Computerhersteller Lenovo nimmt mit der Software Echtzeitanalysen im CRM-System vor. Hilti stellt mit der Software in Echtzeit Kundeninformationen für Vertriebsmitarbeiter auf dem iPad zur Verfügung.

Noch laufen ERP- und BW-System auf einer traditionellen Datenbank. Sämtliche Daten werden aus dem ERP-System extrahiert und ins Business Warehouse geladen. Der Business Warehouse Accelerator beschleunigt die Analyse. Die zu analysierenden Daten werden von der BI-Software ausgewertet.

SAP HANA 1.0 bis 2+

SAP HANA 1.0 steht ganz im Zeichen der BI-Analyse: Die Software gleicht sämtliche Daten aus den Datenbanken mit dem Arbeitsspeicher ab und repliziert diese fürs Reporting.  Daten, die sich im Arbeitsspeicher befinden, können sofort ausgewertet werden. Auch Daten, die aus Software von SAP-Partnern und Drittanbietern stammen, können im Speicher verarbeitet werden.

In Stufe zwei wird In-Memory-Computing als erste Instanz für das Business Warehouse genutzt. SAP HANA 1.5 wird in der Lage sein, die Funktionalität des Business Warehouse Accelerators zu repräsentieren. Mit dem neuen Release wird es neue Applikationen geben.

In Stufe drei werden sämtliche Daten direkt im Arbeitsspeicher verarbeitet und nehmen keinen Umweg mehr über die Datenbank.

In der fernen Zukunft werden alle Applikationen – ob ERP oder BW – die In-Memory-Technologie unterstützen. Sämtliche Analysen und Ergebnisse werden in Echtzeit geliefert. In-Memory-Technologie setzt alle Transaktionen, Transformationen und Prozesse um. SAP HANA 2+ wird die Business Suite unterstützen.

Für 2011 sind folgende SAP HANA-Produkte geplant:

  • SAP NetWeaver Business Warehouse on SAP HANA
  • SAP BusinessObjects Strategic Workforce Planning
  • SAP Dynamic Invoice Discounting
  • SAP Trade Promotion Management
  • SAP Sales and Operations Planning
  • SAP Intelligent Payment Broker
  • SAP Smart Meter Analytics
  • SAP Cash and Liquidity Management Application
  • SAP Dynamic Cash Management

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1 comment

  1. Ein aufmerksamer Leser

    Schön, dass die SAP außer neuen Technologien auch noch neue “SI-Präfixe” einführt (Terra-Byte).

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