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Industrie 4.0-Award für ebm-papst

Feature | 14. März 2016 von Andreas Schmitz 0

Motoren- und Ventilatorenhersteller ebm-papst ist auf dem 3. Fachkongress Industrie 4.0 mit dem Industrie 4.0-Award in der Kategorie „Vertikale Integration“ ausgezeichnet worden. Den Hauptpreis gewann das Bosch-Werk Blaichach. In der Kategorie „Kollaborative Roboter“ gewann Continental.

Eine zukunftsorientierte IT-Architektur ermögliche es, durch Vernetzung im Sinne von Industrie 4.0 Prozesse zu verbessern und transparenter zu machen sowie zuverlässig zu überwachen. Zudem könnten neue Systeme ohne Medienbrüche integriert werden. So lautet die Begründung der Jury für den Industrie 4.0-Award an den Hersteller für Ventilatoren und Motoren ebm-papst aus dem baden-württembergischen Mulfingen.

Industrie 4.0-Award in der Kategorie „Vertikale Integration“ für ebm-papst dank „zukunftsorientierter IT-Architektur“

Verglichen mit den meisten anderen Fertigungsbetrieben in Deutschland ist das mittelständische Unternehmen mit knapp 1,6 Milliarden Euro Umsatz und rund 12.000 Mitarbeitern eine positive Ausnahme. Denn wie das Marktforschungsunternehmen IDC in seiner aktuellen Studie „Industrie 4.0 in Deutschland“ herausfand, hat bisher nur fast jedes vierte Fertigungsunternehmen bereits entsprechende Projekte pilotiert oder operativ im Einsatz.

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Die Grafik zeigt, wie SAP Manufacturing Execution als Bindeglied zum ERP-System mit den Maschinen in einer Smart Factory kommuniziert. Quelle: SAP

ebm-papst hat Industrie 4.0 im Stammwerk in Mulfingen bereits implementiert und befindet sich gerade mitten im globalen Rollout seiner Industrie 4.0-Technologie. Die wichtigsten Ziele sieht das Unternehmen darin, seine Produktionsverfahren zu verbessern und gleiche Qualitätsstandards in allen Werken weltweit zu etablieren. Gut aufeinander abgestimmte Produktionsabläufe sind die Voraussetzung dafür, diese Anforderungen zu erfüllen. Und hier kommt der Digitalisierung der Fertigung eine Schlüsselrolle zu. Für den Schritt ins Industrie 4.0-Zeitalter setzt der Fertiger auf die SAP-Fertigungs- und Produktionslösung SAP Manufacturing Execution (SAP ME). Sie unterstützt das Unternehmen darin, die Produktion im Unternehmen und hin zu Lieferanten und Kunden weiter zu vernetzen, die Auftragsabwicklung zu vereinfachen und den Fertigungsprozess zu digitalisieren. Zwischen den Produktionsmaschinen und SAP ME werden selbständig Daten abgefragt und Fertigungsschritte veranlasst. Der gesamte Fertigungsprozess lässt sich in einem zentralen System managen und überprüfen. Darüber hinaus sind alle Fertigungsschritte im Nachhinein nachvollziehbar. ebm-papst spricht von seinem „Industrie 4.0-Werkzeugbaukasten“, der es ermöglicht, je nach Anforderung Komponenten wie etwa die aktive Prozesssteuerung, den virtuellen Verpackplatz, die Rückverfolgbarkeit oder die Erfassung von Maschinenzuständen und diverse weitere Funktionen zu nutzen.

Quality-Gates haben sämtliche Arbeitsschritte „im Blick“

Konkret bedeutet das, dass sich sämtliche verbauten Teile eines Produktes vom Lieferanten bis zum Kunden rückverfolgen lassen, die Leistungsfähigkeit der Produktion jederzeit analysiert und visualisiert werden kann und nicht ein Produkt ausgeliefert wird, das nicht vorher ein vordefiniertes „Quality-Gate“ durchlaufen hat, in dem noch einmal geprüft wird, ob alle einzelnen Arbeitsschritte erfolgreich abgeschlossen wurden.

Das folgende Video zeigt, wie im Werk in Mulfingen nach individuellen Anforderungen der Weg durch die Fertigung definiert wird, Prüfschritte überwacht, Abweichungen in Echtzeit erkannt und ein virtueller Container im SAP ME befüllt wird:

Auf Basis der eingereichten Projekte entwickelte die Jury eine Shortlist an Unternehmen, die das Management-Beratungshaus ROI Management Consulting AG vor Ort besuchte. Es zeigte sich, dass nur drei Unternehmen in Hinsicht auf den Umsetzungsgrad und die Lösungsbreite vollständig im so genannten Zielquadranten lagen. Im Einzelnen schauten sich die Fachexperten unter anderem an, wie Industrie 4.0 in der Unternehmensstrategie eingebettet ist, wie stark der Einsatz der Technologie das Geschäftsmodell verändert und wie hoch der Grad der Digitalisierung sowie Integration ist. Nach Ansicht der Experten der ROI Management Consulting AG entwickelt sich die Digitalisierung und das Internet der Dinge in drei Stufen – von der Vernetzung der Objekte über die intelligente Vernetzung von Objekten bis hin zu autonomen softwarebasierten Maschinen und Systemen.

Bosch-Werk Blaichach vernetzt über 5.000 Produktionsanlagen, Continental setzt auf Smart Glasses und kollaborative Roboter

Die drei ausgezeichneten Unternehmen befinden sich in dieser Evolution von Industrie 4.0 auf bestem Wege zur dritten Stufe. Den Hauptpreis auf dem 3. Fachkongress Industrie 4.0 gewann das Bosch-Werk Blaichach für die „Vernetzung sämtlicher Betriebsmittel in der Produktion und Logistik sowie für die Verarbeitung der Betriebsdaten und- zustände in Echtzeit“. Der Fertiger von Bremssystemen, Einspritzkomponenten und Turboladern vernetzte bereits über 5.000 Produktionsanlagen vertikal und horizontal. Ein weiterer Preis in der Kategorie „Kollaborative Roboter“ ging an den Autozulieferer Continental. Das Werk setzt zur Unterstützung der Mitarbeiter auf Smart Glasses, kollaborierende Roboter und fahrerlose Transportsysteme.

Auf der Hannover Messe 2016 erfahren Sie unter anderem mehr darüber, wie SAP die vertikale Integration angeht und Manufacturing Exekution Systeme einsetzt. Weitere Informationen.

Bilder: ebm-papst

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