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Innovation ist manchmal nur ein Klumpen Eisen

25. August 2015 von Nadine Hülsen 0

Echte Innovation kann manchmal ganz einfach sein. Sie kann die Welt verändern, das Leben von Millionen von Menschen verbessern und dennoch technisch so simpel sein, als stamme sie aus der Steinzeit – Entschuldigung, ich wollte sagen: aus der Eisenzeit.

Vor ein paar Wochen stieß ich zufällig auf einen Artikel mit dem folgenden Titel: Eisenklumpen in Fisch-Form gewinnt Preis für Produktdesign in Cannes. Das jährlich stattfindende International Festival of Creativity in Cannes ist ein Wettbewerb für verschiedene Kreativbranchen, etwa Film, Design oder Produktdesign. Die innovativsten Köpfe dieser Sparten werden mit dem begehrten Löwen geehrt. Die Überschrift machte mich neugierig und so erfuhr ich folgende Geschichte, die ich Ihnen jetzt erzählen möchte.

In Kambodscha leitet ein erheblicher Anteil der Bevölkerung an Eisenmangel. Die Folgen können dramatisch sein: Blutarmut, Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, körperliche Fehlentwicklungen bei Kindern und ein erhöhtes Krankheitsrisiko, das bis zum Tod führen kann. Weltweit sind geschätzte 3,5 Milliarden Menschen von Eisenmangel betroffen. Eisentabletten sind jedoch für viele arme Familien zu teuer.

Innovation braucht eine emotionale Komponente

Das brachte Dr. Christopher Charles, der sich als Arzt mit dem Problem der Blutarmut in Kambodscha beschäftigte, auf eine Idee. Er empfahl den Menschen, beim Essen einen kleinen Klumpen Eisen mitzukochen, der geringe, aber ausreichende Mengen an bioverfügbarem Eisen abgibt: eine einfache Methode, die nicht viel kostet und sogar in den entlegensten Dörfern angewendet werden kann.

Doch leider waren die Kambodschaner nur widerwillig bereit, ihre Reis- und Fischgerichte mit einem Klumpen Eisen zu kochen. Dr. Charles erkannte, wie wichtig der emotionale Faktor bei einer Innovation sein kann. Durch eine Internet-Recherche kam er darauf, dass der Fisch ein wichtiges Glückssymbol in Kambodscha und im gesamten asiatischen Kulturraum ist. Er beschloss, dem Eisen die Form eines Fisches zu geben und siehe da – der Eisenfisch wurde zu einem großen Erfolg in den Testgebieten.

Nach gerade mal neun Monaten ging die durch Eisenmangel verursachte Blutarmut um 50 Prozent zurück, während der Eisenspiegel der Teilnehmer anstieg. Auch das Befinden der Menschen verbesserte sich. So eroberte der glücksbringende Eisenfisch seinen festen Platz im kambodschanischen Küchenalltag. Ein schöner Nebeneffekt: Das Fisch-Projekt versucht, sowohl in sozialer als auch ökologischer Hinsicht nachhaltig zu arbeiten. Aus diesem Grunde stellt die Organisation nur einheimische Mitarbeiter ein, verwendet recycelte oder biologisch abbaubare Materialien und unterstützt andere Unternehmen und Organisationen, die ähnliche Anliegen vertreten.

Im Zeitalter von Computersystemen und dem Internet der Dinge gewinnt ein kleiner Eisenfisch einen Preis für kreatives Produktdesign – wie geht das zusammen?

Lektionen zum Lernen

Für mich enthält die Geschichte gleich mehrere Lektionen, die für alle Arten von Innovationen gelten:

  • Selbst heutzutage ist Innovation nicht immer mit High Tech gleichzusetzen. Innovation bedeutet vor allem, das Leben von Menschen zu verbessern.
  • Du kannst die tollste Idee haben, aber sie wird im Markt nicht ankommen, wenn die Konsumenten nicht vom Nutzen eines Produkts überzeugt sind.
  • Unterschätze niemals den emotionalen Wert eines Produkts.
  • Hinter jeder Innovation steckt viel Recherche: Lösungen suchen, Ideen sammeln, testen und bewerten und dann die vielversprechendsten Projekte weiterentwickeln.
  • Innovation sollte nachhaltig sein. Das gilt nicht nur für das eigene Produkt, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette, die an der Produktion beteiligt ist.

Unsere Kunden – unabhängig von Unternehmensgröße, Branche oder Kontinent – äußern alle mehr oder weniger die gleichen Anforderungen an Produktentwicklung und Innovation. Sie wollen Software, die ihnen hilft, ihr Ideenmanagement und ihre Forschungs- und Entwicklungsprozesse zu vereinfachen. Ziel ist es, ihren Fokus stärker auf kreative Ideen, auf ihre Kunden und die Anforderungen des Marktes richten zu können.

Das bedeutet für uns: Die Software, die sie verwenden, muss intuitiv bedienbar sein. Sie muss ihnen helfen, kreativ zu sein und nachhaltig zu arbeiten. Und genau das wollen wir mit unserer Software Product Lifecycle Management und Innovation Management erreichen.

 

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

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