Vereinigung von SAP-Partnern

Feature | 26. September 2007 von admin 0

Wie kam es zur Gründung der International Association for SAP Partners (IA4SP)?

Baljer: Es gibt viele Gründe für die Zusammenarbeit der SAP-Partner untereinander. Die SAP-Partner haben gemeinsame Interessen und Abstimmungsbedarf bei den verschiedensten Themen. Außerdem funktioniert die Kommunikation zwischen den Beteiligten nur dann, wenn sie strukturiert erfolgt, zumal deren Zahl kontinuierlich wächst. So ist aus anfänglichen Gesprächen die Idee entstanden, den Verein zu gründen. Und schließlich haben sich Anfang Mai elf Unternehmen zu diesem zusammengeschlossen.

Welcher Kerngedanke steckt hinter dem Verein?

Baljer: SAP ist heute mehr denn je auf Partnerunternehmen angewiesen, um die ambitionierten Unternehmensziele wie „100.000 Kunden bis 2010“ im Mittelstand oder die Verbreitung der Enterprise SOA voranzutreiben. Den Partnern kommt bei vielen Kundenprojekten eine zentrale Bedeutung zu. Die Zahl der Partner wächst, ebenso wie die Zahl der unterschiedlichen SAP-Partnerprogramme, von Jahr zu Jahr. Für ein gut funktionierendes Ökosystem wird es daher immer wichtiger, dass sich die Partner nicht nur bilateral mit SAP und der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), sondern auch untereinander abstimmen. Strukturierte Kommunikationskanäle sind für alle Beteiligten von Vorteil.

Wie würden Sie die Ziele des IA4SP beschreiben?

Baljer: Wir bieten den organisatorischen Rahmen für die Koordination der übergeordneten Interessen der SAP-Partner und vertreten diese gegenüber der SAP. Wir wollen ein Partner-Netzwerk aufbauen, die Planungssicherheit verbessern und uns mit SAP in den Bereichen Vertrieb, Entwicklung, Beratung, Support und Training abstimmen. Außerdem werden wir an der Weiterentwicklung und Optimierung des SAP Partner-Ökosystems mitwirken.

Sie reden von übergeordneten Interessen der Partner: Gibt es da nicht auch Konflikte? Immerhin sind einige Unternehmen direkte Konkurrenten.

Baljer: Selbstverständlich treten die Partnerunternehmen oftmals als Konkurrenten auf. Gleichzeitig kooperieren sie jedoch bei vielen Kundenprojekten, bei denen sich ihre Lösungen und Services ergänzen. Außerdem gibt es häufig Konkurrenzsituationen in einem Bereich, beispielsweise der Systemintegration, während sie in anderen Bereichen, wie dem Hosting oder der Technologie, partnerschaftlich zusammenarbeiten.Ziel der IA4SP ist nicht die Vermarktung von Produkten, Lösungen oder Services. Jeder Partner vertritt seine wirtschaftlichen Interessen selbstverständlich selbst. Die IA4SP fokussiert nur die Themen, die von übergeordnetem, allgemeinem Interesse der Partner sind, wie die Standardisierung oder die Zertifizierung.

Warum sollte ein SAP-Partnerunternehmen Mitglied werden?

Baljer: Die IA4SP sieht sich als Dienstleister für ihre Mitglieder, zum Beispiel wenn es um Informationen, Erfahrungsaustausch und Ansprechpartner bei SAP zum Erreichen eines bestimmten Partnerstatus geht. Wir ermöglichen den direkten Dialog mit SAP. Die IA4SP führt damit zu schnelleren Entscheidungen und höherer technischer Planungssicherheit. Letztlich bedeutet ein starkes Ökosystem eine Win-Win-Situation für alle – also für Kunden, für SAP und für die Partner.

Welchen Firmen steht der Verein offen?

Baljer: Da die IA4SP eine möglichst breite Mitgliederbasis ansteuert, werden alle SAP-Partner angesprochen – unabhängig von Partnerkategorie oder -status. Vollmitglied kann jedes Unternehmen werden, das mindestens einen offiziellen, von SAP zertifizierten Partnerstatus besitzt. Associate-Mitglied kann jede Firma werden, die ihr Geschäftsmodell auf Basis von SAP angelegt hat und die Zwecke der IA4SP fördern will.

Wie steht es mit dem „International“ in der IA4SP?

Baljer: Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Mitteleuropa. Schließlich sitzt der Verein in Walldorf. Dennoch steht die IA4SP auch Partnern ohne Niederlassung in Deutschland oder Europa offen. In diesen Fällen soll zukünftig die Zusammenarbeit über die Entfernung hinweg oder im Rahmen von Regional Chapters erfolgen. Darüber hinaus streben wir eine Zusammenarbeit mit der ASUG an, der SAP-Anwendergruppe in den USA, und mit anderen internationalen Organisationen im SAP-Ökosystem.

Wie war bislang die Resonanz auf die Gründung?

Baljer: Das Echo war durchweg positiv. Mehr als 50 Firmen haben unmittelbar auf unsere Pressemitteilung zur Gründung der IA4SP reagiert und um Informationsmaterial gebeten. Den elf Gründungsunternehmen sind mittlerweile sechs neue Firmen beigetreten, etliche weitere befinden sich im Genehmigungsprozess für den Beitritt.

Mit welcher Struktur arbeitet die IA4SP?

Baljer: Die IA4SP orientiert sich an den Arbeitsweisen und Strukturen der DSAG. Wir treffen uns in der Regel im Partnerport. Im Moment arbeiten wir am Aufbau dieser Strukturen. Es gibt im Verein einen Vorstand, einen Lenkungskreis und Arbeitskreise. Der Lenkungskreis setzt sich aus dem Vorstand und Vertretern der Arbeitskreise zusammen. Er legt die Arbeitskreise fest und steuert den Informationsfluss. Getagt wird in der Regel alle drei bis vier Monate. Ein Arbeitskreis wird auf Antrag der Mitglieder vom Vorstand eingerichtet. Er ist eine ständige Einrichtung zur Lösung vorgegebener Aufgaben. Inhaltliche Themen werden im Rahmen dieser AKs behandelt.

Welche Arbeitskreise haben sich seit der Gründung der IA4SP formiert?

Baljer: Wir haben zwei Arbeitskreise gegründet und die Arbeitskreissprecher gewählt. Die Themen sind: „Partnerprogramme 2010 und Zertifizierungsgrundlagen“ und „Resell Solutions, Vertrieb und Services“. Hier wurden in einem ersten Ansatz Zielsetzung, Strukturierung und Abgrenzung der Inhalte erarbeitet. Momentan sind wir in der Abstimmung mit SAP für einen geeigneten Ansprechpartner, um das Thema für einen größeren Kreis weiter aufzubereiten.

Wo positioniert sich die IA4SP im Vergleich zur DSAG? Welche Schnittpunkte gibt es zwischen beiden Vereinen?

Baljer: Die DSAG vertritt die Belange der SAP-Anwender. Ihr Fokus ist das Kundeninteresse. Es sind zwar auch einige SAP-Partner darin Mitglied. Da der Schwerpunkt der DSAG jedoch auf den Anwenderunternehmen liegt, ist sie nicht die geeignete Plattform für die Interessen der SAP-Partner. Das übernimmt nun die IA4SP. Dabei treffen sich DSAG und IA4SP regelmäßig zum Austausch. Vielleicht lässt sich dies mit folgendem Vergleich veranschaulichen: Die DSAG ist für die Anwender das, was der ADAC für die Autofahrer ist. Der ADAC vertritt die Interessen seiner Mitglieder, der Autofahrer. Die IA4SP ist eher mit dem Verband der Automobilindustrie vergleichbar, der zusammen mit den Automobilherstellern und den Zulieferern Standards setzt und damit die Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Unternehmen vereinheitlicht und vereinfacht. Davon profitiert nun wieder der Autofahrer. So passt beispielsweise jedes Autoradio in den Normschacht jedes Automobilherstellers.

Wie wünscht sich die IA4SP die Kommunikation mit SAP?

Baljer: Ziel ist es, eine gemeinsame Plattform für die strukturierte Kommunikation mit SAP zu etablieren. Dafür gibt es regelmäßige Meetings auf Management-Ebene, Arbeitskreise und Gremien. Wir möchten die seit zehn Jahren bewährten Prozesse zwischen DSAG und SAP als Muster übernehmen und für die Zusammenarbeit zwischen IA4SP und SAP nutzen.

Und wie steht SAP zur IA4SP?

Baljer: Wir haben im Vorfeld der Gründung selbstverständlich viele Gespräche mit SAP geführt. Die Resonanz war und ist durchweg positiv. Auch SAP erkennt den Mehrwert des Partnervereins für das gemeinsame Partner-Ökosystem. SAP profitiert von der Bündelung des Dialogs mit den Partnern, der dem Unternehmen viele unterschiedliche Kommunikationswege erspart und schnellere Entscheidungen ermöglicht. Wir unterstützen schließlich den Ausbau und Betrieb eines effizienten Partner-Ökosystems. Dies bestätigen auch viele Feedbacks von SAP-Kolleginnen und -Kollegen.

Informationen für Interessenten:

IA4SP
Fon: +49 (6227) 73-3300
Fax: +49 (6227) 73-3301
www.ia4sp.org

Ansprechpartner:

Franz Baljer, Fon: +49 (171) 7973929
E-Mail: franz.baljer@ia4sp.org

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