Internet bei 250 km/h: Email & Apps

Feature | 13. September 2010 von Frank Völkel 0

Während der Fahrt: Termine und Emails vorlesen lassen

Während der Fahrt: Termine und Emails vorlesen lassen (Foto: Frank Völkel)

Surfen im Internet während der Fahrt oder gar Emails abrufen, während man gerade zügig auf der linken Spur unterwegs ist? Zugriff auf Apps und persönliche Daten, die im Netz gespeichert sind? Nebenbei noch ein Telefonat mit dem Kunden, der ein lukratives Angebot geschickt hat? So mancher Technik-Enthusiast umgibt sich gern mit sämtlichen Errungenschaften, die er sowohl im Geschäft als auch im privaten Umfeld nutzt.

Durch das vernetzte Fahrzeug entstehen neue Geschäftsmodelle für die Wirtschaft. Bislang ist es für das Gros der Autofahrer noch schwierig, Fahren und Geschäft in Einklang zu bringen. Im Büro, Zuhause, im Hotel und auf dem Flughafen gut vernetzt, endet die Produktivität auf dem Fahrersitz. Navigation, Telefon und Radio sorgen zwar für Kontakt zur Außenwelt, aber spätestens in langen Staus wird der Terminplan zur Makulatur.

Zudem gibt es den Prestige-trächtigen Internetzugang nur bei Fahrzeugen in der Ober- und Luxusklasse. Doch hier deutet sich ein Wandel an: Geht es nach den Vorstellungen von T-Systems und Continental, so wird Internet im Auto in den nächsten Jahren auch in kleineren Fahrzeugen Einzug halten. Zwar verlangen die Hersteller nach wie vor einen kräftigen Obolus in der Aufpreisliste, doch das Alleinstellungsmerkmal scheint in naher Zukunft prinzipiell dahin. Im Trend stehen großformatige Displays ab 10 Zoll Diagonale in der Armaturentafel, die auch für Radio-, Telefon-, Navigations- und Bordcomputer-Funktionen herhalten.

Apps wie auf dem Smartphone: Email und Internet im Auto

Android-Apps wie auf dem Smartphone: Email und Internet im Auto

Eine Trendwende dürfte den Autoherstellern in naher Zukunft zu schaffen machen: Die Generation der heute 18- bis 25-Jährigen lässt sich laut einer aktuellen Studie des Center für Automotive Management nicht mehr nach bisherigen Mustern ans Auto binden. Das private Automobil hat für ein Drittel der jungen Erwachsenen keinen emotionalen Mehrwert und spielt als Statussymbol keine Rolle mehr. Stattdessen steht für sie die Funktionalität im Vordergrund.

Das Auto der Zukunft wird Teil vom vernetzten Leben und Arbeiten. Am heimischen PC oder Notebook prüfen Autobesitzer in Zukunft beispielsweise den Tankinhalt. Und während der Fahrt buchen sie ein Hotelzimmer oder schalten die Kaffeemaschine in ihrer vernetzten Wohung. Bis es soweit ist, dürften noch ein paar Monate vergehen. Bei Volkswagen heißt es Connected World, bei Mercedes-Benz myCOMAND und bei BMW ConnectedDrive. Noch beschränken sich die Angebote auf kostenpflichtige Extras in der Oberklasse, die längst noch nicht die Funktionalität eines Smartphones oder Notebooks erreichen.

Dienste im Fahrzeug: Apps, Internet und Email

Kooperation vernetztes Auto: Deutsche Telekom und Continental (Foto: Frank Völkel)

Kooperation vernetztes Auto: Deutsche Telekom und Continental (Foto: Frank Völkel)

Während sich die aktuellen Dienste im Fahrzeug stark auf erweiterte Telematik konzentrieren, entwickeln T-Systems und Continental ein Multimediasystem, das Navigation, Internet und Apps zusammenführt. Mit AutoLinQ sollen ab 2012 Dienste im Auto angeboten werden, die der Geschäftsreisende vom PC und Smartphone her kennt – so der prinzipielle Ansatz der Firmen.

Auf einer gemeinsamen Konferenz in München wurden sämtliche Funktionen an einem VW Passat CC demonstriert. Das von Continental entwickelte System, welches auf dem RNS510 basiert, identifiziert beispielsweise Musiktitel, die gerade im Radio laufen und lädt sie auf die eingebaute Festplatte. Auch der Terminkalender oder das Verknüpfen des Online-Adressbuchs mit dem Navigationssystem gehören zu den Kernfunktionen von AutoLinQ.

Damit kann der Nutzer sämtliche Daten und Apps verwalten und auch vom Smartphone, Heim- oder Firmen-Notebook aus abrufen. Beim Betriebsystem setzen Continental und T-Systems auf das von Smartphones bekannte Android. Das System soll vorerst bei einer Reihe von Premium-Fahrzeugen getestet und adaptiert werden, bevor es für einen größeren Kreis verfügbar ist.

AutolinQ: Emails vorlesen lassen oder per Sprache versenden

AutoLinQ: Emails vorlesen lassen oder per Sprache versenden (Foto: Frank Völkel)

Tags: , , ,

Leave a Reply