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Internet der Dinge: Wie Unternehmen profitieren

7. Oktober 2016 von Kai Goerlich 75

Das Internet der Dinge ist auf dem Vormarsch und wird künftig riesige Mengen an Daten produzieren. Welches Einsparpotenzial es bringt, belegt eine IDC-Studie an einigen Branchenbeispielen.

Die Fakten zum Thema Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) liegen auf der Hand und sind mittlerweile vielen bekannt. Laut Cisco wird die Anzahl der IoT-Sensoren bis 2020 auf 50 Milliarden steigen und bis 2030 werden Schätzungen von Intel zufolge 200 Milliarden Objekte mit dem Internet verbunden sein.

Informationen werden eine bedeutende Rolle spielen, da wir bis 2030 44 Zettabyte (oder 44 Billionen Gigabyte) an Daten produzieren, replizieren und verbrauchen werden – das haben der IT-Dienstleister EMC und das Marktforschungsunternehmen IDC herausgefunden. Und damit noch nicht genug: Die SAP geht davon aus, dass sich die Analysegeschwindigkeit bis 2030 verdreißigfachen wird und Systeme 95 Prozent der Anfragen in wenigen Millisekunden beantworten werden.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt (und das wird er aller Wahrscheinlichkeit nach auch), ist in unserem Leben bald alles intelligent vernetzt: Die meisten Objekte, Geräte und Maschinen werden ihre Umgebung über Sensoren erfassen, Daten austauschen und analysieren und mehr oder weniger unabhängig agieren.

Viele Unternehmen speichern und analysieren zwar ihre Daten immer noch traditionell auf Laptops, Smartphones und in Rechenzentren in und außerhalb der Cloud. Wir können jedoch mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich das Sammeln und Auswerten von Daten irgendwann auf die Peripherie verlagern wird – zumindest teilweise. So produzieren intelligente Maschinen, wie etwa bei vernetzten Fahrzeugen, bereits riesige Datenmengen. Die meisten Dinge sind aber noch gar nicht „intelligent“ und müssen von uns erst noch dazu gemacht werden. Möglichkeiten dafür gibt es genug.

Was das IoT für die Branchen bringt

Wer sein ganzes Leben lang in der traditionellen IT-Branche gearbeitet hat, kann sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen, wie Wirtschaft und Gesellschaft in einer komplett intelligenten Umgebung funktionieren und aussehen werden. Selbst Millennials, die schon mit Smartphones aufgewachsen sind, werden vermutlich überrascht sein, wenn nicht mehr das Telefon als Hauptgerät im Mittelpunkt steht und sich der Schwerpunkt auf andere Ebenen verlagert.

Wir wissen von Evolutions- und Chaostheorien, dass wir innerhalb von Systemgrenzen am kreativsten sind. Da wir gerade für das Internet der Dinge neue Grenzen festlegen, werden Unternehmen an der Peripherie ihrer derzeitigen IT- und Unternehmenssysteme buchstäblich explodieren. Mit dem Internet der Dinge werden mehr Sensoren und Rezeptoren außerhalb unserer Unternehmenssysteme entstehen. Dadurch sind wir in der Lage, mehr und qualitativ hochwertigere Daten zu sammeln und zu analysieren. Und wenn wir mit anderen Unternehmen und Organisationen zusammenarbeiten und diese Informationen austauschen, entstehen neue, unglaublich vielfältige Geschäftsmodelle.

Schon jetzt verändert diese Entwicklung das strategische Anlagenmanagement, das Kunden- und Verbrauchererlebnis, das Produktmanagement und den Servicebereich und es entstehen Einsparungspotenziale – etwa durch weniger Kohlendioxidemissionen, effizienteres Anlagenmanagement, niedrigere Lagerbestände und weniger Ausfallzeiten. Langfristig gesehen, so die IDC-Studie, betrachten jedoch rund 25 Prozent aller Unternehmen das Internet der Dinge als strategisch, und mehr als 30 Prozent der Branchenführer glauben, dass sich dadurch irgendwann einschneidende Veränderungen ergeben werden.

Die IoT-Studie – ein Branchenüberblick

Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden umso größer werden, je stärker wir das Internet der Dinge nutzen. Und was die langfristigen Änderungen angeht, wissen wir, wo diese stattfinden werden: an der Peripherie.

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Was sich mit dem IoT alles ändert – einzige Zahlen und Beispiele (Klicken Sie auf das Bild, um die komplette IDC-Infografik anzuzeigen)

 

Kai Goerlich ist bei SAP als Idea Director für den Bereich Thought Leadership verantwortlich.

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Digitalist Magazine als Teil der Reihe „10 Weeks of Live Business“ veröffentlicht.

Mehr zum Internet der Dinge erfahren Sie in unserer Themenserie IoT.

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