Soccer team in a huddle

Interview zur Apple-Partnerschaft: „Innovationen werden von unseren Kunden und Partnern kommen“

Feature | 24. April 2017 von Uta Spinger 3

Rick Knowles, der bei SAP die Partnerschaft mit Apple verantwortet, erklärt, wie das Apple iOS SDK Kunden und Partnern helfen wird, die Entwicklungszeit zu verkürzen. Weiterhin geht er auf die Roadmap für die gemeinsame Entwicklung mit Apple ein.

Warum ist die Partnerschaft mit Apple so wichtig?

Wir haben in der Vergangenheit schon einige Software Development Kits (SDKs) zur Verfügung gestellt, aber das SDK für iOS wurde erstmals gemeinsam mit unseren Partnern entwickelt. Unser Entwicklungsteam hat eifrig daran gearbeitet, ein robustes SDK for iOS für Enterprise-Apps zu liefern und unsere Early-Adopter-Kunden wie MAPALB. Braun, FunderMax, Vestas, KAUST und die Schweizer Post zu unterstützen, die bereits native Apple Apps für ihre Mitarbeiter erstellt haben. Zudem haben wir unsere erste iOS-App, SAP Project Companion for Manager & Consultants auf den Markt gebracht und bieten Entwicklern und Designern mit der SAP Academy for iOS Trainingsmöglichkeiten an.

Apple-Partnerschaft

Rick Knowles, Chief Operating Officer SAP North America, erläutert die Vorteile der Partnerschaft mit Apple.

Von welchen Vorteilen profitieren Kunden und Partner?

Das SDK bietet ihnen die nötige Flexibilität und sie können damit den gesamten Prozess der Softwareentwicklung beschleunigen. Sind iOS-Kenntnisse vorhanden, lässt sich eine App deutlich schneller entwickeln. Partner von SAP und Apple, die das SDK einführen, werden in der Lage sein, den Anforderungen ihrer Unternehmen besser gerecht zu werden.

Ich denke, dass wir so unser Partnernetz ausbauen und um iOS-Partner erweitern werden, die Apps auf Basis der SAP Cloud Platform entwickeln werden. Wäre ich ein Partner, würde ich mir überlegen, wie ich Teil des SAP-Partnerprogramms werden kann, damit ich das SDK einführen und neue Geschäftsmöglichkeiten nutzen kann. Das ist eine riesige Chance für Partner.

Welche Auswirkungen wird die Einführung des SDK in der Entwickler-Community haben?

Es gibt inzwischen rund 13 Millionen Apple-iOS-Entwickler und zwei bis drei Millionen SAP-Entwickler. Mit dem SDK für iOS im Unternehmenskontext schaffen wir eine neue Entwicklergemeinde im Bereich der SAP-Produkte.

Und damit diese neue Community weiter wachsen kann, bietet die SAP Academy for iOS entsprechende Schulungen an. Das Angebot umfasst Swift 3, die Programmiersprache von Apple, Grundlagen für die Entwicklung mit dem iOS SDK sowie eine Schulung, bei der die Grundlagen unserer Backend-Systeme und der SAP Cloud Platform vermittelt werden. Außerdem lernen die Teilnehmer, wie man das SDK nutzt, um Unternehmensanwendungen zu entwickeln.

Beim Mobile World Congress haben Kunden berichtet, dass sie das SDK bereits verwenden. Geben Sie uns ein Beispiel, wie diese Kunden native iOS-Apps für ihr Geschäft nutzen.

Unsere Early-Adopter-Kunden nutzten alle den Design-Thinking-Ansatz, bei dem es darum geht, Arbeitsprozesse aus Sicht des Anwenders zu überdenken und so die Produktivität zu steigern. Durch die Partnerschaft mit Apple können wir sehr gut auf die Kunden eingehen. Wir finden heraus, vor welchen Herausforderungen sie stehen und wie wir Software einsetzen können, um ihnen ihre täglichen Aufgaben zu erleichtern.

Einer unserer Early-Adopter-Kunden ist der deutsche Präzisionswerkzeughersteller MAPAL. Wir haben gemeinsam mit den Anwendern ihre größten Herausforderungen identifiziert: Dazu gehörte ein mühsamer manueller Prozess, der Papier-basiert abgewickelt wurde. Wenn es bei MAPAL ein Problem im Produktionsbereich gab, musste der Werkzeugverwalter zum Regal gehen, eine große Mappe herausziehen, die Seriennummer des Werkzeugs finden, die Maschinendaten dokumentieren und einen Bericht schreiben. Nachdem er die Papierarbeit erledigt hatte, wurde der Vorgang an den Werksleiter, die Firmenzentrale und die Forschungs- und Entwicklungsabteilung weitergeleitet, um zu verstehen, warum das Werkzeug kaputtgegangen ist. Der gesamte Vorgang dauerte sieben bis 14 Tage. Mit den iOS-Apps und der SAP Cloud Platform für den Tool Manager dauert das Ganze weniger als eine Minute. Und die Analysen und Daten sind im System hinterlegt. Nun möchte MAPAL sich Maschinelles Lernen näher ansehen und überprüfen, inwiefern sich damit IoT-Informationen von den Geräten und Maschinen in ihre iOS-Apps ziehen lassen.

Von welchen Vorteilen werden Entwickler profitieren?

Viele redundanten Aktivitäten wie Logging-Scripts sind als Funktionen bereits im SDK enthalten. Dadurch verkürzt sich die Entwicklungszeit und der Entwickler kann sich auf den Anwender und das das Design des Prozesses konzentrieren. Das wirkt sich enorm auf die Produktivität aus.

Und wenn Entwickler iOS bereits kennen, ist dies für sie einfach nur ein schönes Add-on für den Wechsel von der Verbraucherwelt in die Unternehmenswelt, wo sie ihre Erfahrung einbringen können.

Insbesondere die Millenials in unserer Belegschaft werden fragen: Warum können wir nicht so arbeiten, wie wir leben? In unserem Privatleben haben wir diese schönen benutzerfreundlichen Apps. Dank der Partnerschaft mit Apple können wir dieses Benutzererlebnis jetzt im Unternehmen bieten.

Wie sieht die Roadmap für die gemeinsame Entwicklung mit Apple aus?

Im Rahmen der Partnerschaft entwickeln wir eine Handvoll Anwendungen, die bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt wurden, zum Beispiel die Asset Manager and Project Companion App. Doch wir sind davon überzeugt, dass die meisten Innovationen von Kunden kommen werden – entsprechend ihrer Anforderungen, selbst oder mithilfe von Partnern entwickelt.

Wir modernisieren auch einige unserer iOS-Anwendungen für SAP SuccessFactors. Und natürlich werden wir die nativen iOS-App-Portfolios unserer Kunden von Ariba, Fieldglass und Concur verbessern.  Wir entwickeln schöne native Apps, die unseren Kunden mehr Bedienkomfort und ein völlig neues Anwendererlebnis in allen Branchen und Bereichen bieten.

Gemeinsam mit Apple ist es unser erklärtes Ziel, ungefähr alle vier Monate Updates des SDK zur Verfügung zu stellen. Das SAP Cloud Platform SDK for iOS (Version 1.0) ist seit dem 30. März allgemein verfügbar, aber wir werden das SDK in künftigen Releases mit neuen Bedienelementen erweitern. Das SDK Version 1.0 ist erst der Anfang.

Was können wir in Zukunft erwarten?

Im Verbraucherbereich gibt es so viele Apps. Ist es da nicht an der Zeit, auch im Markt für Unternehmensanwendungen für mehr Wettbewerb zu sorgen? Einen iOS-Fokus sehe ich als neuen Thread für die TechEd 2018. Ich hoffe, dass ein Incentive-Programm geschaffen wird, um Enterprise-Entwickler zu belohnen, die die Art und Weise, wie Aufgaben erledigt werden, grundlegend verändern. Mein Wunsch wäre ein Hackathon, bei dem die besten iOS-Programmierer ihre Arbeit präsentieren.

Wir bringen Entwickler aus der ABAP-Welt mit iOS-Entwicklern zusammen. So schaffen wir ein neues Ökosystem und eine neue Entwickler-Community.

Tags: , , ,

Leave a Reply