Zukunft auf Abruf

Feature | 17. November 2009 von Susan Sills 0

John Wookey

John Wookey, Leiter SAP On-Demand für Großunternehmen (Foto: SAP AG)

SAP.info: On Demand gilt als IT-Nutzungsmodell der Zukunft. Warum?

John Wookey: Mit dem On-Demand-Modell gehen zahlreiche Vorteile einher. Das fängt an bei der Zusammenarbeit mit dem Kunden. Schon zu Beginn der Produktentwicklung müssen wir genau wissen, welches Problem die Software lösen soll. Und wir müssen darüber nachdenken, wie der einzelne Nutzer später damit arbeitet.

Ein weiterer Aspekt ist das Entwicklungstempo. Bei On-Demand-Lösungen können wir die Feedbackschleife beschleunigen. Da die lokale Installation wegfällt, kann der Kunde die Software wesentlich schneller nutzen und bewerten. Unsererseits verkürzt sich die Reaktionszeit von Jahren auf wenige Wochen oder Monate.

SAP.info: Was sind die Grundzüge Ihrer On-Demand- Strategie für Großunternehmen?

John Wookey: Erstens werden wir die als Service vermarktete Software neu entwickeln, statt bislang beim Kunden installierte Anwendungen für das Abrufmodell umzuschreiben. Zweitens wollen wir unseren Kundenstamm mit der Idee einer einheitlichen Lösungsarchitektur ansprechen. Die vielfach bewährten Funktionen der SAP Business Suite nehmen wir in unser On-Demand-Portfolio auf, damit die Softwaremieter nicht wieder bei Null anfangen müssen.

Und weil es umständlich ist, mit parallelen Systemen zu arbeiten, bieten wir mit der Business Suite künftig eine pflegeleichte Komplettlösung auf Abruf an. Drittens arbeiten wir bereits an der nächsten Stufe der Software als Service. Hier ermöglicht der technische Fortschritt Lösungsansätze, die weit darüber hinausgehen, was die Möglichkeiten heute bieten.

SAP.info: Warum bietet die SAP nun auch Großunternehmen Mietsoftware an?

John Wookey: Das Kaufverhalten hat sich geändert. Immer mehr Anwender der Business Suite greifen zu On-Demand-Lösungen anderer Hersteller. Diese Kunden wollen wir mit eigenen Angeboten überzeugen. Hinzu kommt, dass wir On Demand für einen längerfristigen Beschaffungstrend halten. Obwohl Mietsoftware einfacher gestrickt ist als unsere beim Kunden installierten Systeme, erfüllt sie punktuelle Bedarfe einzelner Geschäftsbereiche.

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SAP.info: Welche SAP-Lösungen werden Großkunden in absehbarer Zeit mieten können?

John Wookey: Zunächst bieten wir CRM, Beschaffung, Vertragspflege und Ausgabenkontrolle an. Aus Sicht des Anwenders liegt der Vorteil darin, dass er weder eine SAP-Lizenz noch Hard- oder ergänzende Software zu erwerben braucht. Die Softwaremiete ist keine Investition, sondern eine laufende Betriebsausgabe. Das ist gerade in der gegenwärtigen Rezession ein wichtiges Argument. Neue Funktionen liefern wir im Viertel- oder Halbjahresrhythmus aus. Anhand der Rückmeldungen aus der Praxis werden die Lösungen laufend optimiert, ohne dass der Kunde dafür extra bezahlen müsste.

SAP.info: Sehen Sie auch Nachteile?

John Wookey: Der Kunde muss bereit sein, ein Stück Kontrolle abzugeben. Da wir die Software regelmäßig entsprechend dem Feedback der Anwender aktualisieren, nehmen alle gleichzeitig am Upgrade teil und erhalten dasselbe. Dafür wird es eben billiger. Für Großkunden, die Wert auf eine Lösung nach Maß legen, ist On Demand folglich nicht das Richtige. Zwar werden wir gemeinsam mit ihnen überlegen, wie sich ihr Bedarf mit unseren Produkten abbilden lässt. Firmenspezifische Wunschfunktionen bleiben bei unseren On-Demand-Anwendungen jedoch außen vor, weil sie sonst niemand braucht. Wir können nur berücksichtigen, was möglichst vielen Kunden nützt.

SAP.info: Wie geht es mit dem On-Demand-Angebot für Großkunden in den nächsten Jahren weiter?

John Wookey: Vorerst werden wir weitere Branchenanwendungen entwickeln. Deren Einsatzspektrum wird sich jedoch erweitern. Zentrale Geschäftsprozesse werden wir noch lange sowohl mit Mietsoftware als auch über lokale Systeme unterstützen. Dass wir dabei dem Kunden die Wahl lassen, zeichnet uns gegenüber der Konkurrenz aus.

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