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Design Thinking im AppHaus Heidelberg

4. September 2015 von Franziska Reich 0

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, besuchte das AppHaus in Heidelberg. Im Interview erzählt sie, welche Anregungen davon sie in Wissenschaft, Forschung und Politik mitnimmt.

Ende Juli diesen Jahres besuchte die baden-württembergische Ministerin Theresia Bauer das AppHaus Heidelberg. Wichtig war ihr, mehr über die Arbeit im AppHaus Heidelberg und die Projekte des dort ansässigen SAP Design & Co-Innovation Centers (DCC) zu erfahren. Kundenprojekte werden hier mithilfe der Design-Thinking-Methode und dem damit verbundenem Fokus auf den Endnutzer gelöst.

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, zu Besuch im Heidelberger AppHaus.

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, zu Besuch im Heidelberger AppHaus.

Frau Bauer, um die üblichen Wege zu verlassen, braucht das Land Innovationen. Mit Ihrer Zuständigkeit für Wissenschaft-, Forschungs- und Kunsteinrichtungen vertreten Sie in Baden-Württemberg Politikfelder von zentraler Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung.

Welchen Faktor sehen Sie als Grundlage für Innovationen?

Die zentrale Frage ist: An welcher Stelle müssen wir ansetzen, um Innovationen zu fördern. Wichtig ist es herauszufinden, ob diese Förderung erst nach dem Produzieren von Erkenntnissen einsetzen kann oder direkt am Beginn von Innovationsprozessen einsetzen muss. Ich vermute, wir müssen die Menschen von Anfang an ermutigen, ermuntern und befähigen sich zu überlegen „Habe ich die richtigen Fragen im Kopf, habe ich eine gute Idee, auf die aufgebaut werden kann?“.

Ist es für Sie denkbar, an dieser Stelle die Design-Thinking-Methode einzusetzen, um Innovationen zu fördern und Probleme zu lösen?

Mich beeindruckt der Gedanke, nicht zu schnell in Lösungen zu denken, sondern zunächst Zeit für die Entwicklung der richtigen Fragen und für das Verstehen der Probleme zu verwenden. Und der zweite Gedanke, den ich sehr spannend finde, ist der Ansatz vom Ende – also vom Kunden, vom Verbraucher – her zu denken und nicht immer von der eigenen Perspektive auszugehen. Deswegen halte ich Design Thinking an vielen Stellen für wirksam, um Innovationen zu fördern.

Sie sind vielbeschäftigt und häufig unterwegs. Beeinflusst Sie die Ausstattung eines Raums und die Atmosphäre in Ihrem Denken?

Unbedingt! Es gibt Räume, die machen einfach nur müde, denken Sie an die Ödnis herkömmlicher Konferenzräume, da bekommen Sie schon Kopfschmerzen, sobald Sie sie betreten. Ich denke, in dieser Hinsicht kann man sehr viel besser machen. Neben der Architektur und der Raumgestaltung spielt natürlich auch die Zusammenarbeit von Menschen beim Design Thinking eine wichtige Rolle.

Sowohl die Politik als auch die Arbeit im AppHaus Heidelberg funktioniert nur mit Teamwork. Was zeichnet Teamwork für Sie aus?

Ich bin überzeugt: Fast alle Probleme dieser Welt können wir nur gemeinsam lösen. Oft kann erst mit einer Vielzahl an Perspektiven und unterschiedlichen Eindrücken ein gemeinsamer Wert geschaffen werden. Um Aufgaben in einem Team zu bewältigen, ist es wichtig, diese Kompetenzen zu trainieren. Zwar ist es unablässig, eine eigene Expertise zu entwickeln, aber erst die Fähigkeit, die eigene Expertise mit anderen integrieren und kombinieren zu können, bringt wirklich einen Vorteil für alle.

 

Bildquelle: SAP

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