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Das Internet der guten Dinge

8. Dezember 2016 von Jacqueline Prause 1

Beim Prototyping-Wettbewerb auf openSAP im Rahmen des Kurses “Imagine IoT” durften die Gewinner entscheiden, welche gemeinnützigen Organisationen eine Spende von SAP erhalten.

Was passiert, wenn 18.000 Menschen zusammenkommen und sich gemeinsam neue Möglichkeiten überlegen, wie das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) das Leben von Menschen und die Welt verbessern kann?

Dann können Neugeborene rund um die Uhr betreut werden und es ist möglich, Großveranstaltungen effektiv zu überwachen und für Sicherheit zu sorgen. Außerdem verschwindet Müll in Stadtparks wie von Zauberhand, noch bevor er stört. Und Wanderer erhalten auf Fernwegen die nötigen Informationen, damit sie dort Zugang zu Trinkwasser haben.

Lernen mit openSAP: praxisorientierte Aufgaben, Crowdsourcing, Profi-Tools von SAP

Dies sind nur ein paar der äußerst innovativen Ideen, die die Teilnehmer des aktuellen openSAP-Kurses mithilfe des Internets der Dinge umsetzten, um damit Probleme aus ihrem Umfeld zu lösen. Der Kurs „Imagine IoT“ stand vom 12. Oktober bis zum 10. November 2016 als Einführungskurs auf open SAP zur Verfügung. OpenSAP ist eine preisgekrönte Lernplattform, auf der ein breites Spektrum an Business- und IT-Schulungen angeboten wird und dabei moderne Lernmethoden wie Crowdsourcing, Gamification und Wettbewerbe für die Entwicklung eigener Anwendungen eingesetzt werden. „Imagine IoT“ vermittelte sowohl für Laien als auch für Experten Grundlagen zum Internet der Dinge. Technische Vorkenntnisse waren dafür nicht nötig. Der Kurs umfasste Basisthemen (z. B. Sensoren und Cloud) sowie neue Interaktionsmodelle (z. B. Augmented Reality und Wearables).

Am Ende des Kurses wurde ein Prototyping-Wettbewerb veranstaltet, für den die Teilnehmer ihre eigenen IoT-Prototypen konzipieren und entwickeln konnten. Dieser sollte außerdem eine Geschichte, Rollen, benutzerfreundliche Oberflächen, Ansichten und Mockups umfassen. Sie konnten für ihre Projekte auch das SAP-Prototyping-Tool BUILD nutzen. Anschließend beurteilten die anderen Teilnehmer und SAP-Experten die Prototypen. Aufgrund der guten Qualität und der innovativen Ansätze entschied sich SAP dazu, die besten 150 der über 1300 Einsendungen zu präsentieren. In der Gallerie können Sie sehen, welche Prototypen die vorderen Plätze belegten.

Die Sieger des IoT-Wettbewerbs durften entscheiden, wer SAP-Spende erhielt

Die zehn Besten des Wettbewerbs durften entscheiden, an wen eine SAP-Spende in Höhe von fast 50.000 Euro gehen sollte. Zur Auswahl standen die im Vorfeld bestimmten gemeinnützigen Organisationen NetHope, Institute of International Education und Wikimedia. Jeder der zehn Gewinner durfte knapp 5.000 Euro an einen der drei Wohltätigkeitsvereine verteilen. SAP wählte die gemeinnützigen Organisationen danach aus, inwiefern sie sich für das „Internet der guten Dinge“ engagierten und dafür Bildung förderten und sich für Technologie zur Verbesserung der Welt einsetzten. SAP berücksichtigte dabei außerdem, wie diese bei Bewertungen in Bezug auf operative Effizienz abschnitten. In den Blogbeiträgen der SAP-Community erhalten Sie weitere Informationen über die Online-Schulung und die gemeinnützigen Vereine.

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SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott, Tanja Rueckert, Executive Vice President für Digital Assets & IoT bei SAP SE, und Bernd Welz, Vorstandsmitglied, Verantwortlicher für Products and Innovation bei SAP SE, überreichen den Scheck in Höhe von knapp 30.000 Euro an die gemeinnützige Organisation NetHope. Das ist einer von drei Vereinen, die nach dem Prototyping-Wettbewerb auf openSAP im Rahmen des Kurses “Imagine IoT” eine Spende erhielten.

Die vier besten Prototypen des Wettbewerbs der Online-Schulung nutzen das Internet der Dinge für den Alltag

Jeder dieser Prototypen bietet eine innovative maßgeschneiderte Lösung für ein ganz spezifisches Alltagsproblem. Gemeinsam zeigen sie einzigartige und kreative Wege auf, wie man das Internet der Dinge für die verschiedensten Herausforderungen in unserem Leben praktisch nutzen kann.

Monitoring-System für Neugeborene im Krankenhaus

Mit dem Prototypen soll der Gesundheitszustand von neugeborenen Babys während der ersten Tage auf der Entbindungsstation genau beobachtet werden. Eine IoT-Lösung kann das viel beschäftigte Klinikpersonal unterstützen und dafür sorgen, dass jedes Neugeborene die richtige Pflege im richtigen Moment erhält und dass das Personal bei problematischen Entwicklungen schnell benachrichtigt wird.

Die größte Herausforderung bei diesem Prototypen ist die Datenkonsolidierung, um Datenlücken zu vermeiden und einen zentralen Datenpool zu erhalten. Folgende IoT-Technologien kamen dabei zum Einsatz: Baby-Armbänder mit Sensoren, die die Körpertemperatur und den Herzschlag messen; weitere Sensoren, die den Schlafrhythmus aufzeichnen; Raum- und Bettkameras, die das Zimmer des Neugeborenen im Blick haben und die Bewegungen des Babys verfolgen; Integrationsschnittstellen, um Daten aus anderen Laborsystemen zu sammeln und einen Datenpool zu schaffen, sowie Schnittstellen, um Gesundheitsdaten, Bilder und Videos von den Babys für Krankenpfleger, Ärzte und natürlich auch für die Eltern zur Verfügung zu stellen.

Die Idee zu diesem Monitoring-System für Neugeborene hatte Bahadir Murat Kandemirli, eine erfahrene Technologie-Projektleiterin aus Dubai, nach der Geburt ihres Sohnes. „Als ich meinen Sohn zum ersten Mal im Entbindungssaal sah, hatte ich Tausende von Fragen zu seinem Gesundheitszustand“, erzählte Kandemirli. „Ich erhielt darauf allerdings keine Antworten. Dann überlegte ich mir, warum hier kein Monitoring-System eingesetzt wird, um wichtige Daten zu erheben und auf dieser Grundlage mein Baby zu behandeln.“ Als Kandemirli mit den Ärzten und dem Pflegekräften über ihre Sorgen sprach, erkannte sie, dass die fehlenden Daten das Problem des Klinikpersonals war. „Ich habe verstanden, dass sie mit solch einem Tool ihre Arbeitsabläufe wirklich effizienter gestalten könnten.“

Kandemirli hat bereits andere openSAP-Kurse sowie Schulungen auf nicht SAP-Lernplattformen absolviert. Sie beschreibt ihre openSAP-Erfahrungen als „fantastisch und optimal“: Die Trainingsvideos und -dokumente seien gut verständlich, die Dozenten sehr kompetent und das Bewertungssystem nützlich. Besonders gerne arbeitet sie mit neuen SAP-Anwendungen und -Tools wie SAP S/4HANA und BUILD. „Es ist enorm wichtig, üben zu können und theoretische Lerninhalte mit praktischen Erfahrungen zu kombinieren.“

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Prototyp des Monitoring-Systems für Neugeborene: Weitere Details erhalten Sie im Business Case (PDF) oder unter BUILD  (Login erforderlich).

Sicherheit bei den Olympischen Spielen

Kaum ein Wettkampf erregt so viel Aufmerksamkeit und ist so spannend wie die Olympischen Spiele. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Olympiade in einem geschützten und sicheren Umfeld stattfinden kann. Die Veranstalter der nächsten Olympischen Spiele 2020 in Tokyo haben bereits angefangen, führende Technologiefirmen mit der Entwicklung von Video-Informationsanalysen zu beauftragen. Damit soll die Sicherheit der Zuschauer im Blick behalten sowie spezielle Geräte zum Aufspüren gefährlicher Substanzen genutzt werden.

Das Potenzial des IoT, die Zahl der Kontaktpunkte über ein System oder einen Veranstaltungsort hinweg zu erweitern, inspirierte Kevin K. Rad zu seinem Projekt. Mit seinem Prototypen wollte der Solution Architect für SAP bei Coresystems in der Schweiz für Sicherheit bei den Olympischen Spielen sorgen und gleichzeitig zeigen, wie sich die Technologie für Menschen in einem sozialen Kontext einsetzen lässt. „Mit dem IoT lassen sich die Grenzen unseres Systems erweitern“, so Rad. „Im Zusammenspiel mit Technologien wie Cloud Computing, Big Data, maschinelles Lernen und weltweites WLAN können wir mehr Dinge miteinander vernetzen. Und das bedeutet, dass mehrere Dinge zu einem Ganzen, zu einem System gehören. Es gibt mehr Interaktionen und dadurch haben wir mehr Kontrolle.“

Als ehemaliger Wasserpolo-Profi aus Australien hat Rad viel Zeit bei Sportwettkämpfen verbracht und kennt die spezifischen Herausforderungen in diesem Umfeld. Im Vergleich zu vielen Sicherheitslösungen, die derzeit auf dem Markt sind, kann es mit dem Internet der Dinge einfacher und billiger sein, Sicherheit bei Großveranstaltungen zu gewährleisten. Folgende Technologien kamen bei diesem Prototypen zum Einsatz: Smart-Kameras, die verdächtiges Verhalten und Zuschauer aufspüren; Sensoren, die gefährliche Substanzen entdecken; Gassensoren, um gefährliche Gase in der Umgebung zu lokalisieren; Smart-Kameras, die Bewegungen größerer Menschenmengen vorhersagen, und intelligente Straßen.

Rad ist davon überzeugt, dass man am besten durch Ausprobieren lernt. „Dieser Wettbewerb hat mir viel gebracht, vor allem von der Rückmeldung der anderen Teilnehmer habe ich profitiert. Man holt Feedback ein, gibt selbst welches und lernt durch praktisches Handeln.“

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Screenshot des Prototyps für Olympia. Weitere Informationen erhalten Sie im Video.

Smart Water für Fernwanderer

Wasser ist eine wertvolle Lebensquelle. Deshalb sollte man es auch nicht dem Zufall überlassen, ob ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht oder nicht. Und vor allem nicht, wenn man gerade durch die Wüste wandert und über 30 Kilometer vom nächsten Lager oder von der nächsten Station entfernt ist. Olga Werner, UX Visual Designer bei SAP, wollte mithilfe des IoT das Problem von Wanderern lösen, die auf Fernwanderwegen mehr über die verfügbare Wassermenge und -qualität an verschiedenen Stationen erfahren möchten. „Ich habe erst vor Kurzem mit dem Wandern angefangen und interessiere mich vor allem für die drei Fernwanderwege in den USA, vor allem für den Pacific Crest Trail“, erzählt Werner. „Er ist 4200 Kilometer lang und die Wanderung dauert in der Regel zwischen vier und sechs Monaten. Ich finde es beeindruckend, wie die Wanderer mit der Wassersituation umgehen, vor allem in der Wüste.“

Die Wanderer müssen entweder blind darauf vertrauen, dass es an der nächsten Station ausreichend Wasser gibt oder sie müssen ihre eignen Wasservorräte mitbringen. Allerdings tragen sie dann zusätzliches Gewicht herum. Es gibt einen Bericht zum Pacific Crest Trail, der Auskunft über die Trinkwasserversorgung entlang des Wanderweges gibt. Leider sind die Informationen nicht immer aktuell. „Ich dachte, dass dieses Problem mithilfe des IoT gelöst und so die Wanderung noch angenehmer gestalten könnte“, erklärt Werner ihre Motivation.

Sensoren an den Wasserstationen am Trail können wertvolle Daten sammeln und die Wanderer vor gefährlichen Situationen wie Wasserknappheit oder -verunreinigung warnen. Die Wanderer haben über eine App in Echtzeit Zugriff auf diese Informationen und können so ihre Tour besser planen.

Werner hatte viel Spaß bei der Entwicklung des Prototypen. Denn es war eine Herausforderung für sie, ein Thema zu vertiefen, über das sie zunächst wenig wusste. „Es half mir dabei, mich in dieses Thema einzuarbeiten und das IoT wirklich zu verstehen“, sagte sie.

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Screenshot des Prototyps Smart Water: Weitere Informationen erhalten Sie im Business Case (PDF)  oder unter BUILD (Login erforderlich).

Solar-Mülleimer für Städte

Mathias Ehret, Senior Solution Manager bei der Corporate Business Solutions Unternehmensberatung GmbH in München, kam auf der Heimfahrt von der Arbeit auf die Idee, eine IoT-Lösung für Solar-Mülleimer in Städten zu bauen. Er fuhr nämlich an einem motorbetriebenen Solar-Mülleimer vorbei, der offenbar nicht funktionierte. „Ich sah jede Menge Müll um den Behälter herum. Der Deckel stand offen und der Abfall quoll heraus“, erinnert er sich. „Das hat mich etwas geärgert. Jetzt gibt es schon so ein teures Gerät und es liegt trotzdem mehr Müll herum, als wenn dort ein normaler Abfalleimer stehen würde. Dann ist mir eingefallen, dass das Ding leider nicht um Hilfe rufen kann. Als ich aus der U-Bahn ausstieg, hatte ich bereits eine vage Vorstellung von meinem Prototypen.“

Mit diesem Prototypen ist es möglich, den Behälter in Echtzeit zu warten, da die Mitarbeiter der Stadt direkt bei Problemen informiert werden. Beispielsweise dann, wenn eine Batterie schwach, ein Solarpaneel blockiert oder die Füllmenge eines Mülleimers erreicht ist. Dieser Prototyp bietet Lösungen für zwei generelle Schwierigkeiten bei IoT-Szenarien. Ein Problem ist das operative Management von verteilten Geräten, da genau bestimmt werden muss, welcher Mülleimer nicht funktioniert oder voll ist. Angesichts der enormen Datenmengen ist das Datensammeln die zweite Herausforderung.

Ehrets Unternehmen ist zurzeit durch Kundenaufträge in IoT-Projekte eingebunden, darunter auch in Smart-City-Szenarien. Dabei geht es ebenfalls um die Entwicklung von bewährten Verfahren für verschiedene IoT-Szenarien und Geschäftsprozesse. Die Teilnahme am Kurs „Imagine IoT“ hat Ehret dabei geholfen, die Thematik besser zu begreifen und neue Ideen zu entwickeln, die er auch bei seinen aktuellen beruflichen Projekten einbringen kann. Er hat weitere openSAP-Kurse absolviert und ihm gefällt die häufig eingesetzte Design-Thinking-Methode. „Das war der erste Wettbewerb mit Peer Review, an dem ich teilgenommen habe“, erzählt er. Ihm liegt die praktische Lernmethode mehr als die traditionellen passiven Ansätze, „weil man sich mit den Kursinhalten intensiv beschäftigen muss. Das ist sehr effektiv. Ja, zuerst muss man viel Zeit investieren, aber danach hat man wirklich etwas gelernt.“

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Screenshot des Solar-Mülleimers: Weitere Details finden Sie im Business Case (PDF) oder unter BUILD (Login erforderlich).

Die besten Beiträge des Prototyping-Wettbewerbs zum Kurs „Imagine IoT“ finden Sie in der Gallerie.

Hier können Sie sich für openSAP-Kurse anmelden.

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