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IoT: „Das Wichtigste ist, Dinge auszuprobieren.“

Feature | 23. September 2016 von SAP News 4

Alexander Herfort ist Business Development Manager beim SAP-Partner All for One Steeb. Der Experte für das Internet of Things (IoT) erklärt, warum die neuen Technologien eigentlich gar nicht so neu sind – und warum der Mittelstand gerade deswegen vor großen Veränderungen steht.

Herr Herfort, das Internet der Dinge vernetzt Geräte und Maschinen direkt miteinander, Medienbrüche entfallen. Was bedeutet das für die Praxis?

Im Kern geht es bei IoT um Automatisierung und das ist de facto ein altes Thema. Wir automatisieren ja schon seit Jahren die Prozesse von der Buchhaltungssoftware bis hin zur Fertigungsmaschine. Der Unterschied ist: Die Technologien sind inzwischen ausgereift, robust und erschwinglich – und verbreiten sich somit rasant. Jetzt werden Einsatzszenarien möglich, die sich früher kaum ein mittelständisches Unternehmen leisten konnte oder wollte.

Nehmen wir das Beispiel eines Handscanners für die Kommissionierung. Der lässt sich heute per WLAN direkt mit dem ERP-System verbinden – und kostet auch noch weniger als vor ein paar Jahren. Früher haben Unternehmen eigens für solche Zwecke abgeschirmte Netzwerke eingerichtet. Damit sich das rentiert, muss man schon einen hohen Durchlauf haben. Wir erleben gerade, wie die nahtlose Integration von IT und physischen Prozessen von der Kür zur Pflicht wird.

Sie sprechen von den sogenannten „smarten Prozessen“. Lassen sich denn sämtliche Workflows einfach digitalisieren?

Nein, und das würde auch gar nichts bringen. Ein intelligent automatisiertes System kann ihnen beispielsweise sagen, welches Produkt den Qualitätskriterien entspricht und welches nicht – aber das Nacharbeiten bleibt dann im Zweifel ein Job für einen Menschen mit Erfahrung und Sachverstand. Deshalb gilt hier für die Konzeption und Realisierung: Es entstehen hybride Szenarien, welche sinnvoll orchestriert werden müssen.

Die Frage ist daher: Mit welchen smarten Prozessen erziele ich einen echten Mehrwert? Und auch: Wie kann ich meine Produkte selbst smarter machen und mich so vom Wettbewerb differenzieren? Unternehmen brauchen eine digitale Strategie und die sollte gemeinsam erarbeitet werden.

Worauf sollten Entscheider bei der Entwicklung einer digitalen Strategie achten?

Die besten Ideen entstehen, wenn Fachbereiche, IT und Management an einem Tisch sitzen. Für die Prozessoptimierung im Kleinen gilt das genauso wie für den Entwurf eines neuen Geschäftsmodells. Das Thema Predictive Maintenance etwa betrifft die Entwicklungsabteilung ebenso wie den Service. Welche Maschinenparameter sollte ich überhaupt auswerten und welchen Nutzen ziehe ich aus den Resultaten? Da kann jeder seine Expertise einbringen. Als Partner unterstützen wir hier mit individuellen Workshops.

Am Wichtigsten aber ist, neue Dinge auszuprobieren. Eine Idee entwickeln, direkt ins Prototyping gehen und wenn es nicht funktioniert, mit dem nächsten Ansatz weitermachen. Dieses Trial-and-Error-Vorgehen ist heute kostengünstig und risikoarm möglich. Die Zeit für übervorsichtiges Abwägen ist vorbei.

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Foto: Shutterstock

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