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„Jedem Unternehmer ist klar: Auch er braucht das Internet der Dinge“

30. September 2016 von SAP News 17

Nahezu alle Industrieunternehmen wollen in das Internet der Dinge investieren. „Wichtig ist, nicht gleich alles auf einmal zu wollen“, rät Thomas Vorhauer, Sales Manager Industrie 4.0 bei Atos Information Technology GmbH. Wie gelingt der Start?

Herr Vorhauer, Sie haben viele Mittelständler beim ersten Schritt in die Industrie 4.0 begleitet. Was sollten Unternehmen beachten?

Zunächst einmal ist jedes Interesse an den neuen Technologien und Möglichkeiten gut. Denn ohne das Internet der Dinge wird es zukünftig sehr schwer werden für Unternehmen. Kunden haben andere Ansprüche als noch vor wenigen Jahren. Sie wollen individuelle Angebote und maßgeschneiderte Produkte. Um diese Wünsche zu erfüllen und am Markt erfolgreich zu bleiben, brauchen Unternehmen neue Services, Technologien, Prozesse und Produkte.

Dennoch raten wir davon ab, gleich zu viel zu ändern. Das bringt zu viel Unruhe in die operativen Prozesse. Daher empfehlen wir, langsam anzufangen – Schritt für Schritt. Wir bieten unseren Kunden zunächst einen Discovery-Workshop an. Dabei gehen wir meist etwa fünf mögliche Use-Cases durch und überprüfen sie auf ihre Realisierbarkeit. Wir bewerten gemeinsam mit dem Kunden, welche Auswirkungen auf den Geschäftserfolg sie mit sich bringen und welche neuen Chancen sich dem Unternehmen eröffnen. Am Ende erhält der Kunde dann eine grobe Roadmap mit Handlungsempfehlung. Er weiß, in welchem Bereich ihm das Internet der Dinge  weiterhelfen kann und kennt den ROI.

Mit welchen Anwendungen starten die meisten Ihrer Kunden? Gibt es Präferenzen?

Nein, dazu sind unsere Kunden zu unterschiedlich. Wir haben allerdings rund 250 mögliche Anwendungsszenarien entwickelt, die wir entsprechend anpassen können. Das beginnt bei den ersten Schritten, Daten von Maschinen zu sammeln, geht über die Produktion von Losgröße 1, bis hin zu einer durchgängigen Predictive-Maintenance- und Service-Lösung. Wenn ein Unternehmer also noch keinerlei Vorstellungen hat, was ihm das Internet der Dinge ermöglicht, liefern wir ihm Ideen. Das ist selten nötig, vor allem aus den Fachbereichen kommen oft viele Impulse. Deshalb ist es ganz wichtig, beim Thema digitale Transformation nicht nur IT und Management an einen Tisch zu holen, sondern auf jeden Fall auch die Fachbereiche mit einzubinden. Diese kennen meist die Probleme der Praxis und wissen auch, was die Kunden wollen. Auch Querdenker sind bei Strategiesitzungen immer willkommen – erst der Austausch mit vielen unterschiedlichen Mitarbeitern bringt die zündende Idee, welche Marktnischen noch besetzt werden können.

Wie geht es nach den ersten Schritten weiter? Wann sollte der große Rollout folgen?

Wenn die ersten Szenarien im Unternehmen umgesetzt wurden, kommen die neuen Ideen für weitere Anwendungsszenarien meist von ganz alleine. Die Belegschaft lernt mit der Erfahrung. Nach einer ersten Testphase ist es an der Zeit, das komplette Unternehmen zu überdenken. Detaillierte Maschinendaten helfen nicht nur den Technikern, sondern auch der Produktentwicklung, dem Einkauf und dem Controlling. Die Möglichkeiten sind scheinbar endlos. Deshalb ist es wichtig, eine umfassende Roadmap zu erstellen – und diese regelmäßig anzupassen. Denn der technologische Fortschritt steht nicht still.

Foto: Shutterstock

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