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IoT: Noch gibt’s Widersprüche

28. Oktober 2015 von Andreas Schmitz 0

Im Thema Internet of Things (IoT) sehen Unternehmen ein großes Potenzial. Doch nur, wer den Mehrwert für das eigene Geschäft herauskristallisiert, wird letztlich Erfolg haben.

Windfarmen analysieren, den Gesundheitszustand von Fahrstühlen kennen, rund um das Messen des Reifendrucks eines Autos Services entwickeln: Die Fantasie kennt kaum Grenzen, wenn es um die Entwicklung von Ideen für das Internet der Dinge geht – so die Erkenntnis am Rande des diesjährigen Kongresses Industry of Things World in Berlin. Teilweise sind die Ansätze auch schon in der Praxis umgesetzt.

Trotzdem gibt es Widersprüche:

1. Viele Unternehmen rüsten technisch auf, haben aber noch keine Geschäftsidee

Nach der Befragung „Industry of Things World – Survey Report 2015“ ist die Mehrheit der 738 international befragten IoT- und Industrie 4.0-Manager davon überzeugt, dass das Thema bereits ganz oben auf der Agenda ihres Unternehmens steht. Drei Viertel der Unternehmen sehen das Thema als sehr wichtig (41 Prozent) oder wichtig (34 Prozent) an. Immerhin 28 Prozent der Unternehmen haben demnach tatsächlich schon Technologien im Einsatz, die IoT im Unternehmen möglich machen. Knapp zwei Drittel der Unternehmen stecken derzeit in der Implementierung oder planen das für die kommenden zwölf Monate. Die Verantwortung für diese Projekte tragen der Umfrage zufolge vorrangig die Forschung und Entwicklung und die IT, nicht aber jene, die künftig den Nutzen aus IoT ziehen sollen – die Bereichsleiter mit fachlichem Hintergrund. Nach dem Prinzip „form follows function“ gedacht müsste erst eine Geschäftsidee her, ehe dann die Technik dafür aufgebaut wird und müssten Entscheider mit fachlicher Expertise die Verantwortung tragen. Das Motto lautet also in den meisten Unternehmen: Erst mal aufrüsten und prinzipielle Möglichkeiten schaffen, in der Hoffnung, dass sich die Idee schon ergeben wird.

2. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in neuen Geschäftsmodellen, doch zeigen die meisten Case-Studies Altbekanntes

Sensoren in Reifen, Windrädern, Motoren, Brustbändern und Smart Watches liefern jede Menge Daten, eine Plattform sammelt sie ein, verarbeitet und analysiert sie. Im Idealfall lässt sich die eine Maschine mit der anderen vergleichen, der eine Mensch mit dem anderen und herausfinden, welche Faktoren dazu führen, dass sie künftig noch leistungsfähiger oder gesünder werden. So weit ist das Prinzip in Fallstudien bereits demonstriert worden. Und viele andere Unternehmen machen nach, was es schon gibt, um nicht den Anschluss an die Entwicklung zu verlieren. Als Hauptherausforderung für den wirklichen Durchbruch sehen die Unternehmen jedoch neue Geschäftsmodelle. Hauptherausforderung: Zu begreifen, ob und wie IoT das Geschäft bereichern kann (35 Prozent). Herausforderung Nr. 2: Verstehen, wie sich aus IoT Geld machen lässt (24 Prozent). Denn nur eine rentable IoT ist eine gute IoT. Dazu gehört wiederum ein durchdachtes Geschäftsmodell. Und erst an Rang 3 steht die Technik, nämlich alle Fragen rund um Big Data, Analytics und Cloud Computing – jene Technologien, die die Geschäftsmodelle künftig umsetzen werden (13 Prozent) und in der Folge sehr wichtig werden. Die wesentliche Sorge der Unternehmen gilt demnach der Frage, wie IoT in das bestehende Geschäftsmodell des Unternehmens eingeflochten werden kann.

3. Obwohl das Thema IoT noch so jung ist, traut sich die Mehrheit der Unternehmen die Umsetzung selbst zu

Einen Wettbewerbsvorteil bekommen, neue Umsatzströme entdecken, effizienter werden, mehr über Kunden erfahren, sparen: Die Hoffnungen, die Unternehmen mit dem Einsatz von IoT verbinden, sind unterschiedlich. Nicht so verschieden ist hingegen das meist geringe Erfahrungsspektrum, auf das Unternehmen im Umgang mit großen Datenmengen, der Vernetzung diverser sensorbestückter Maschinen (M2M) und der Mess- und –Analysemethoden und dem Einsatz von Cloud-Systemen in diesem Zusammenhang bereits zurückgreifen können. Trotzdem trauen sich drei Viertel der Unternehmen die Implementierung von IoT im Hause zunächst einmal selbst zu. Externe Expertise etwa durch Unternehmen wie SAP, T-Systems und Siemens kommen der Studie nach derzeit in 26 Prozent der Unternehmen zum Zuge.

Kaum eine Konferenz über IoT vergeht, ohne dass die Worte Uber, Facebook, Alibaba oder Airbnb fallen. Und tatsächlich: Der echte Schub fürs Geschäft winkt erst, wenn der Mut da ist, bestehende Regeln zu brechen. Ziemlich sicher wird dafür eine zuverlässige Plattform nötig sein.

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