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Tanja Rückert erläutert die IoT-Roadmap der SAP

Blog | 29. Juni 2017 von Tanja Rückert 56

Wem hat das Internet der Dinge (IoT) heute schon weitergeholfen? Tanja Rückert, President IoT & Digital Supply Chain, spricht über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Trends.

Das IoT ist überall und einigen ist das überhaupt nicht bewusst. Es verändert den Umgang mit so vielen Dingen – von unseren Autos über unsere Häuser und Städte bis hin zum Einkaufen. Wenn Du Bahn fährst, hat es wahrscheinlich mit dem Internet der Dinge zu tun, dass der Zug rechtzeitig abfährt und keine Pannen hat. Wenn Du gerade Lust auf ein kaltes Getränk hast, kannst Du Dich darauf verlassen, dass der Automat dank IoT mit Deinen eisgekühlten Lieblingsgetränken gefüllt ist. Darüber hinaus arbeiten SAP mit einem Unternehmen zusammen, das für die Reparatur von Klimaanlagen ein ähnliches Geschäftsmodell wie Uber realisieren möchte. Mithilfe einer Smartphone-App und Predictive Analytics sollen Vertragstechniker Defekte vorausschauend beheben können. In einem heißen Sommer kann das ein voller Erfolg werden! Über Sensoren können wir riesige Datenmengen sammeln und daraus Einblicke für das Unternehmen gewinnen.

In einer Smart City ist es dank des IoT möglich, den Energieverbrauch zu senken – in einigen Fällen sogar um mehr als 50 Prozent – und die Straßen nachts zur Sicherheit der Bewohner trotzdem zu beleuchten. Auch LKW-Fahrer, die an einem verkehrsreichen Hafen ihre Waren abladen möchten, sparen mit dem IoT Zeit: Sie können ohne Verzögerung passieren, profitieren von minimalen Wartezeiten, und der Hafen kann den Warenumschlag verdoppeln.

Außerdem lässt sich anhand von Vitaldaten der Erschöpfungszustand eines Busfahrers einschätzen. Über ein Kleidungsstück, das der Busfahrer trägt, werden Daten zu Herzfrequenz und Unruhezuständen gesammelt und an eine zentrale Stelle übermittelt. Das ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie SAP und NTT IoT-Technologie einsetzen, um die Sicherheit der beförderten Kinder zu gewährleisten und letztlich Leben zu retten.

Dies alles geschieht in einem schwindelerregenden Tempo. Zum Vergleich: Obwohl das Telefon bereits 1876 erfunden wurde, gab es die ersten Mobiltelefone erst 1973, beinahe 100 Jahre später. Heute geht alles so viel schneller, und täglich werden neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Nutzungsabhängige Bezahlung

Nehmen wir beispielsweise den Werkzeughersteller Hilti. Das Unternehmen hat auf ein nutzungsbasiertes Modell umgestellt und verkauft jetzt nicht mehr Bohrmaschinen, sondern Zeit. Mit anderen Worten: Kunden bezahlen dafür, wie lange sie das jeweilige Werkzeug genutzt haben. Abgewickelt wird das Ganze über SAP-Systeme, die entweder von SAP stammen oder Kooperationen mit Partnerunternehmen stammen.

Unsere IoT- und Digital-Supply-Chain-Lösungen unterstützen die Umgestaltung dieser Geschäftsmodelle. Ein Beispiel: Die Eisenbahngesellschaft Trenitalia brachte Sensoren an ihren Zügen an, um diese zu überwachen und Pannen vorzubeugen, bevor sie auftreten, und nutzte dafür SAP Predictive Maintenance & Service und SAP Asset Intelligence Network (unser Facebook für Anlagen). Kunden benötigen Anwendungen, die durchgängig integriert sind.

Wir haben unser Angebot mit dem Erwerb des norwegischen Technologieunternehmens Fedem um die Lösungen Digital Twin und SAP Asset Intelligence Network erweitert. Hersteller und Betreiber sind nun in der Lage, die Konstruktion und den Betrieb verschiedenster Industrieanlagen zu optimieren – vor allem an abgelegenen und schwer erreichbaren Standardorten wie in der Antarktis. Dazu müssen sie nicht einmal das Gebäude verlassen.

Für Fahrzeuge in vernetzten Fuhrparks, darunter Autos, Gabelstapler und LKWs, bieten wir SAP Vehicle Insights an. Die Lösung umfasst Funktionen, um unstrukturierte Fahrzeugdaten zu sammeln und daraus relevante Informationen zu gewinnen – vom Kraftstoffverbrauch über technische Probleme bis hin zum Buchen von Fahrzeugservices.

An unserem Standort in Walldorf verwenden wir das Internet der Dinge für unseren digitalen Shuttle-Service zwischen den Gebäuden. SAP IoT & DSC Operations, SAP IoT Moving Assets, SAP IT, SAP Global Design und das SAP Logistics Center führten SAP-IoT-Lösungen mit SAP Vehicle Insights ein. Diese Lösung hat den Service für die über 50.000 Personen verbessert, die jährlich die Shuttles auf dem SAP-Gelände in Walldorf und in St. Leon-Rot in Anspruch nehmen. Jeder Fahrgast muss durchschnittlich fünf Minuten weniger warten, und SAP spart dadurch 2.000 Euro pro Tag und 400.000 Euro pro Jahr.

Wie vermarktet SAP diese neuen Angebote? Die Antwort: Über SAP Leonardo. Anfang des Jahres haben wir unter dem Namen SAP Leonardo unser IoT-Angebot und die Digital-Supply-Chain-Lösungen präsentiert. Der Markt hat Leonardo als eine Art „Watson“ verstanden, das allerdings nicht die neuesten Technologien und Services von SAP enthielt. Deshalb haben wir bei der SAPPHIRE NOW ein erweitertes SAP-Leonardo-Portfolio vorgestellt, das nun ebenfalls maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz, Analysefunktionen, Big Data, Blockchain und das Internet der Dinge umfasst und nahtlos in der Cloud betrieben werden kann.

Neue Technologien für neue Geschäftsmodelle

Wir konzentrieren uns vor allem darauf, unsere Kunden im Bereich Industrie 4.0, einer aus Deutschland stammenden Entwicklung, zu unterstützen. Wir helfen ihnen vor allem, die vielen Herausforderungen des digitalen Wandels zu bewältigen: Hier spielen vor allem neue, extremere Designs und Schwankungen im Bedarf eine Rolle. In diesem Bereich arbeiten wir bereits mit Harley Davidson und Automobilherstellern zusammen.

Natürlich richten wir den Blick auch in die Zukunft. Wir untersuchen zum Beispiel, wie wir Drohnen-Robotik und erweiterte M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) nutzen können. Diese neuen Technologien werden unter anderem auch neue Geschäftsmodelle ermöglichen. So werden Drohnen unter anderem in der Landwirtschaft, im öffentlichen Sektor und im Bereich Sicherheit verstärkt zum Einsatz kommen. Dies wird Kunden helfen, ihre Prozesse umzustellen und Vorteile zu erzielen – von der Fertigung bis hin zum Finanzergebnis. Laut Prognosen werden Unternehmen bis 2019 Billionen in Robotik investieren. Deshalb werden wir diesen Bereich im Auge behalten.

Weitere Informationen: 

Wer mehr über SAP Leonardo IoT und SAP Leonardo erfahren möchte, findet auf dieser neuen Website zu SAP Leonardo weitere Informationen.

Erfahren Sie mehr über IoT in der IDC-Studie.

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