iPhone vs. BlackBerry: CRM-Zukunft im Vergleich

Feature | 13. Oktober 2009 von Frank Völkel 0

Mobiles CRM für iPhone und BlackBerry (Foto: Frank Völkel)

Mobiles CRM für iPhone und BlackBerry (Foto: Frank Völkel)

Böse Zungen könnten behaupten, dass es im Marktsegment der Taschencomputer/Smartphones im Wesentlichen nur noch zwei Kontrahenten gibt: BlackBerry und iPhone. Denn der amtierende Marktführer Nokia verliert immer mehr an Boden, wenn es um zukunftsträchtige Funktionen wie den mobilen Datenabgleich mit Firmenservern geht. Dabei etabliert sich das iPhone, welches vor zwei Jahren im Consumer-Segment gestartet ist, immer stärker im Geschäftsbereich. Nicht zu vergessen das mobile Internet, welches sich vom passiven Informationsmedium zum nützlichen Helfer etabliert.

Es geht um mehr als nur E-Mails, Kalendereinträge, Notizen und Adressbucheinträge, die permament zu übertragen sind. Der nächste Schritt sind der Zugriff auf das Warenwirtschaftssystem, die Abfrage von Lieferbeständen, Preisen und Fristen sowie der Status von Projekten, Kunden und Reklamationen. Als Zielgruppe kommen ganz klar diejenigen in Betracht, die sich häufig fernab vom Büro aufhalten: Außendienstler, Vertriebsleute und die Geschäftsführung. Auf der CRM Expo 2009 war zu hören, dass sich vor allem das Berufsbild des Außendienstmitarbeiters/Verkäufers zum Kundenmanager wandelt.

Während bis vor kurzem die ersten mobilen CRM-Features allein dem BlackBerry vorbehalten waren, tauchen immer mehr Lösungen für das populäre iPhone auf. So war beispielsweise eine ausgereifte Version von “Sybase Mobile CRM” mit Anbindung an SAP CRM in einem geschützten Bereich zu sehen. Hier zeigte sich, dass diese CRM-Lösung auf dem iPhone deutlich schneller ablief, als es derzeit auf dem BlackBerry Storm möglich ist.

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iPhone schneller als BlackBerry
Sybase Mobile CRM mit SAP-Anbindung beim BlackBerry (Foto: Frank Völkel)

Sybase Mobile CRM mit SAP-Anbindung beim BlackBerry (Foto: Frank Völkel)

Der Hintergrund dürfte auch klar sein: Die leistungsfähigere Hardware bietet derzeit Apple beim iPhone 3GS, indem die Taktung des Prozessors etwas höher ausfällt als beim BlackBerry Bold bzw. Storm. Zudem haben Entwickler seit dem SDK 3.x vollen Zugriff auf die Grafikschnittstelle OpenGL, die der Grafikprozessor des Typs PowerVR MBX unterstützt. Beim BlackBerry können Entwickler nicht auf eine derartige Schnittstelle wie beim iPhone zugreifen, so dass der Prozessor sämtliche Grafikberechnungen selbst vornehmen muss.

Beim direkten Vergleich Storm gegen 3GS fällt auf, dass sich RIM stark am Apple-Konzept inspirieren lassen hat: Großer Touchscreen mit 480 x 360 Bildpunkten Auflösung, auf die Vorzüge einer physikalischen Tastatur wurde bewusst verzichtet. Allerdings verliert BlackBerry bei der Bildschirmdarstellung und im praktischen Handling etwas gegenüber dem Platzhirsch. Denn beim iPhone kommt selbst der unbedarfte Nutzer schnell zurecht und die minimalistische Optik wirkt frisch und modern. Doch wie sieht es im Business-Alltag und speziell beim Zugriff auf CRM-Funktionen aus?

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Sybase Mobile CRM durfte noch nicht gezeigt werden

Sybase Mobile CRM durfte noch nicht gezeigt werden

Sybase Mobile CRM: Zugriff auf SAP

Interessantes zeigte sich bei Sybase, wo die direkten Unterschiede zwischen mobilem CRM sichtbar wurden: Während auf dem BlackBerry (Bold) alles eher Text-lastig und damit etwas nach “old School” aussieht, bietet das iPhone eine deutlich ansprechendere Grafikdarstellung. Bei letztgenanntem kann wie gewohnt zügig mit zwei Fingern durch Balkengrafik-Darstellungen gescrollt werden.

So war zumindest der Tenor einiger Gespräche, die die Redaktion auf zwei Messetagen in Nürnberg führte. Im Rahmen einer Demonstration wurde von einem iPhone mit Sybase Mobile CRM auf Datensätze einer SAP-CRM-Datenbank zugegriffen. Die Verarbeitungs- und Darstellungsgeschwindigkeit war deutlich höher als beim BlackBerry-Pendant.

Allerdings ist Sybase Mobile CRM derzeit noch nicht für das iPhone erhältlich, so dass Interessenten vorerst nur mit dem BlackBerry auf Datenbanken zugreifen können. Es bleibt abzuwarten, ob Sybase noch in diesem Jahr die finale Version des Mobile CRM mit SAP-Anbindung offiziell vorstellen wird. Die auf der CRM Expo gezeigte Variante macht in jedem Fall Lust auf mehr.

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julitecCRM gibt es für iPhone und BlackBerry (Foto: Frank Völkel)

julitecCRM gibt es für iPhone und BlackBerry (Foto: Frank Völkel)

julitecCRM mobile: BlackBerry und iPhone

Wie auf den Vorträgen zu hören war, hat sich die Firma julitec aus Erlangen auf den Service- und Helpdesk-Bereich konzentriert. Der Geschäftsführer Dominik Wever führte anhand von praktischen Beispielen vor, welchen Nutzen ein mobiler Systemzugriff für Firmen wie bringt. Dazu hat die fränkische Firma laut eigenen Angaben eine einfach zu bedienende Software parat, die sowohl für BlackBerry als auch für das iPhone zur Verfügung steht. Beim iPhone basiert die mobile Applikation auf dem EBF Connector, den eine Firma aus Köln bereits anbietet.

Somit soll eine Anbindung an Datenquellen wie SAP, SAP CRM, SAP Workflow, Lotus Notes, MS Exchange, MS Navision und Dynamics und Siebel CRM möglich sein.

Die Vorteile sind in einer dezentrale Datenerfassung, komfortablen Administration und Integration in viele Unternehmensprozesse zu sehen. Eine wesentliche Funktion besteht auch in der gruppierten Kalender-Darstellung, die julitec anschaulich vor den Besuchern der CRM Expo präsentierte. Und wie sieht das auf der Seite des Unternehmens aus? Hier kann der IT-Verantwortliche zentral administrieren und die Konfiguration sämtlicher Benutzer vornehmen. Letzten Endes kann hier auch von einer Integration in eine serviceorientierte Architektur (SOA) gesprochen werden.

Dominik Wever demonstriert die CRM-Lösung (Foto: Frank Völkel)

Dominik Wever skizziert die CRM-Lösung (Foto: Frank Völkel)

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