Strom ablesen per iPhone

Feature | 15. September 2009 von Konrad Buck 0

Nahe Zukunft: Stromverbrauch per iPhone ablesen (Foto: Frank Völkel)

Nahe Zukunft: Stromverbrauch per iPhone ablesen (Foto: Frank Völkel)

Durch Smart Metering werden die Weichen am Energiemarkt neu gestellt. Intelligente Stromzähler liefern detaillierte Verbrauchs- und Nutzungsdaten. Mit Output Management Software gezielt aufbereitet und verteilt, können  veredelte Verbrauchsdaten  den Versorgungsunternehmen zu mehr Umsatz und Gewinn verhelfen. Schon ab nächstem Jahr müssen Energieversorger (EVU) elektronische Messgeräte für Strom und Gas flächendeckend anbieten. Ab 2010 werden die Geräte Pflicht in allen Neubauten sowie in grundrenovierten Wohnungen. Bis 2020 sollen 80 Prozent der Haushalte mit Smart Metern ausgerüstet sein.

Für den Klimaschutz

Hintergrund ist das Klimaschutzpaket II der Bundesregierung, das die Energieeffizienz steigern und erneuerbare Energien fördern soll. Gegenwärtig testen die Energieversorger die neue Technik, unter anderem im Projekt „E-Energy“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. In sechs Modellregionen erproben die Beteiligten die umfassende digitale Vernetzung und Optimierung des Energieversorgungssystems.

Smart Metering: Stromverbrauch über Blackberry oder iPhone

Techniker bezeichnen die für Smart Metering erforderlichen neuen Messstellensysteme als Advanced Metering Infrastructure (AMI). Die bietet eine Architektur zum prozessorientierten, bidirektionalen Datenaustausch zwischen Messstellen und ERP-Systemen. Zentrale Bausteine sind die SAP for Utilities Lösungen wie IS-U, IDEX-GE, EDM oder BW, ergänzt durch eine Vielzahl von Partnerlösungen für die Energiewirtschaft.

In Testinstallationen sind die Smart Meter, teilweise über zwischengeschaltete Konzentratoren, mit der AMI verbunden. Über diese kommunizieren sie mit dem so genannten Meter Data Unification & Synchronisation System (MDUS), welches die Zählerdaten konsolidiert, aggregiert und mit anderen Systemen austauscht.

Fertig ist das multikompatible Energienetz für vielfältige Nutzungsarten. So kann ein Kunde beispielsweise seinen aktuellen Stromverbrauch über Blackberry oder iPhone auch von unterwegs aus beobachten. Zusätzlich lassen sich Steuerbefehle an das Heimnetzwerk senden, etwa die Aktivierung von Profilen für den sparsamen Urlaubsbetrieb. Seitens Energieversorger lassen sich auch andere Applikationen an das MDUS-System anbinden, etwa solche zur dynamischen Preisbildung in Abhängigkeit von Nachfrage und aktuellen Börsenpreisen auf dem Energiemarkt. StreamServe verfügt über acht  Zertifikate für alle relevanten SAP-Schnittstellen für die Datenausgabe oder den Dokumentenaustausch. Dadurch lässt sich StreamServe leicht in die SAP-Systeme integrieren.

Vorteile

Viele Energieversorger stehen dem Thema Smart Metering noch skeptisch gegenüber. Denn neben der Verpflichtung, die alten analogen durch neue digitale Zähler auszutauschen und die dafür notwendige Netzwerk-Infrastruktur aufzubauen, kommen auch erhöhte Druckkosten auf die Unternehmen zu. Statt nur einmal pro Jahr sollen Privatkunden ihre Verbrauchsdaten und Rechnungen in Zukunft monatlich erhalten. Doch die Aufwände und Kosten lohnen sich: Wenn der einfache durch einen „intelligenten“ Zähler ersetzt wird, lassen sich die gewonnenen Daten zu einer Fülle neuer Services aufwerten.

Genau hier steckt nach Auskunft von Stephan Vanberg, VP Sales & Services StreamServe Central Europe, das meiste Potenzial, das sich mit einer  Output Management Lösung heben lässt: „Damit lässt sich der Mehraufwand, der durch die erhöhte Frequenz des Rechnungsversands entsteht, deutlich reduzieren. Wer zwölf Rechnungen statt einer pro Jahr verschicken muss, braucht  Lösungen, mit der er je nach Kundenwunsch eine elektronische oder eine gedruckte Rechnung versenden und mit der er darüber hinaus auch seine Druckstraße optimieren kann.“ Beide Maßnahmen sorgen für deutliche Kostensenkungen.

Noch viel interessanter ist die Möglichkeit, Kundenbeziehungen nachhaltig zu pflegen. Wegen der kurzen Rechnungsintervalle bietet Smart Metering die Chance zur langfristigen Kundenbindung. So kann ein Energieversorger z.B. zusätzlich  mit der Rechnung neue Services offerieren oder Empfehlungen aussprechen. Die Spanne der Möglichkeiten reicht von individuellen Tipps fürs Stromsparen oder ein optimiertes Energiemanagement über Energieportale bis hin zur Vorstellung neuer Systeme für die Elektromobilität bis zu den Standorten der Stromtankstellen für E-Cars.

Verbesserte Kundenbeziehung

Im Gegensatz zu Werbesendungen werden die Rechnungsdokumente gelesen – teilweise sogar mehrmals. Und sie werden archiviert. Das bietet EVUs die Möglichkeit  einer regelmäßigen, gezielten, individuellen Ansprache ihrer Kunden. Zudem steigert es die Cross- und Up-Selling-Umsatzchancen und es kann Kundenwünsche und Produkte oder Services eines Unternehmens zusammenbringen. Und es ist ein Mittel gegen die Abwanderungstendenz vieler Kunden: Denn aktuell steigt der Trend bei Stromkunden, ihren Anbieter zu wechseln. Dabei achten die Verbraucher heute auf Faktoren wie Preis, einfache Tarifgestaltung, Transparenz der Rechnung und guter Service. Das bietet den EVU die Möglichkeit, ihre Kunden mit Hilfe von Output Management Lösungen längerfristig zu binden. Die auf Basis aktueller Ablesedaten erstellte Rechnung lässt auch direkte Rückschlüsse auf das Verbrauchsverhalten zu und gibt Gelegenheit, Kunden auf eingeschliffene Gewohnheiten der Stromnutzung hinzuweisen und diese zu ihren Gunsten zu ändern. Darum sind an dieser Stelle Hinweise auf spezielle Zeittarife und Tarifpakete sinnvoll.

Ob ein Energieversorger die Chance der besseren Kundenansprache nutzt, hängt aber auch davon ab, wie einfach er Rechnungs- und Marketingdokumente erstellen und für den Versand aufbereiten kann. Einer der größten deutsche Regionalversorger, die  Mainova AG aus Frankfurt am Main, fühlt sich z.B.  für die neuen Anforderungen, die sich aus den Smart Metering-Bestimmungen ergeben, gerüstet. Seine rund acht Millionen Dokumente, die der Energieversorger bereits heute an seine Kunden pro Jahr verschickt, erstellt er mit Hilfe der Lösungen des Output-Spezialisten StreamServe aus Bad Homburg. Die Softwareprogramme wie StreamServe Persuasion und Composition Center sorgen bei der Mainova dafür, dass die RDI (Raw Data Interface) –Rohdaten aus dem SAP-System nicht nur gelesen und in Formulare umgesetzt werden, sondern auch ansprechend – im Firmendesign – gestaltet und ebenso schnell und Ressource-sparend gedruckt werden  können.

Wird die monatliche Rechnungsstellung Realität, wird es für die Marketing-Mitarbeiter ein Leichtes sein, über einen Webbrowser schnell und einfach Dokumente zum Einzel- oder Massenversand zu erstellen und  den Ausgabekanal frei wählen zu können. „Das Zusammenspiel von Smart Metering und Output Management wird so zum Treiber für zusätzliches Wachstum in der sich gerade wieder belebenden Konjunktur“, zieht Stephan Vanberg, VP Sales & Services vom Output Management Anbieter StreamServe Central Europe ein abschließendes Fazit für die Chance, die im Smart Metering für die EVU liegen.

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1 comment

  1. Rainer Maichin

    Herzlich willkommen zur weltweit ersten, öffentlich einsehbaren Stromverbrauchsstatistik eines Privathaushaltes.
    Da es immer wieder Diskussionen und Meinungen über den Stromverbrauch bzw. über die Stromkosten eines Privat-Haushaltes gibt, habe ich mich entschlossen, meine aktuellen Daten jeweils zu Monatsanfang auf meinem Weblog der Kleinen Zeitung zu veröffentlichen.

    http://meinekleine.kleinezeitung.at/999999/stories/373065/

    Der einfachste Weg, seine Stromkosten niedrig zu halten, ist ein effizienter (sparsamer) Umgang mit der elektrischen Energie. Wie hoch ist eigentlich der Stromverbrauch dieses intelligenten Stromzählers??

    Die monatlichen Mietkosten, die Vom Netzbetreiber für den Stromzähler verrechnet werden, ergeben eine jährliche Rendite von ~30 bis über 100 Prozent für den Netzbetreiber. Zur Verbrauchsmessung der einzelnen Geräte genügt ein Stromkostenmessgerät, mit dem man einmal alle Werte ermittelt und dann seine Statistik aufstellt.

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