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Was ist eigentlich SAP HANA?

Feature | 7. September 2015 von Andreas Schmitz 7

Erst Datenbank, dann Plattform, inzwischen Basis der SAP Business Suite 4 SAP HANA (SAP S/4HANA): Was SAP HANA ist und wo die In-Memory-Technologie heute und in der Zukunft zum Zuge kommt.

1. SAP HANA wird 2011 als Datenbank vorgestellt

HANA: Das ist zunächst nur ein Versprechen in vier Buchstaben. Die High Performance Analytic Appliance ist wortgetreu gemacht für analytische Anwendungen, die sich in schneller Geschwindigkeit umsetzen lassen. Und wenn nötig auch mit vielen Daten gleichzeitig. Damit wäre sie wie geschaffen für eine wichtige Anforderung: Big Data. Seit 2011 ist die In-Memory-Technologie in der SAP HANA-Datenbank am Markt verfügbar. Da sie sämtliche Daten im Arbeitsspeicher hält, löst sie das erste Versprechen ein – leistungsfähig analysieren. Zudem profitiert das traditionell auf Reporting und Analyse spezialisierte SAP Business Warehouse als erstes von der Innovation. Das erste SAP HANA-optimierte Produkt heißt SAP BW powered by SAP HANA und ist seit 2012 verfügbar.

2. 2013 entwickelt sich SAP HANA zur Plattform

Die Idee bestand darin, die klassischen Algorithmen aus der ABAP-Welt, also Berechnungsmechanismen, die in SAP-eigener Programmiersprache geschrieben sind, in die SAP HANA-Datenbank zu implantieren. Nicht unwesentlich war dabei, auf die bisherigen relationalen Datenbanken verzichten zu können. Die stammten zum einen zum großen Anteil von Wettbewerbern. Zudem ist deren traditionelle Architektur für die Aufgaben des digitalen Wandels nicht optimiert, wo es um Echtzeit, Big Data und das Internet der Dinge geht.

Die In-Memory-Technologie ist der Schlüssel für eine neue Generation von IT-Infrastruktur und leitet einen Paradigmenwechsel in der IT ein. Das beste Beispiel dafür ist die SAP Business Suite, das Kernprodukt, das von den Finanzen über die Logistik bis hin zu den Kundenprozessen die wichtigsten Bereiche im Unternehmen abdeckt. Die Informationslogik wurde erhalten, jedoch in die Welt von SAP HANA transferiert. Es entstand unter anderem die SAP Business Suite powered by SAP HANA. SAP HANA etablierte sich als Plattform, auf der mehr und mehr Anwendungen entstanden.

3. SAP HANA enthält eine Reihe von Zusatzfunktionen

Während andere Plattformen spezialisierte Software zusätzlich integrieren müssen, bringt die SAP HANA-Plattform häufig benötigte Funktionalitäten von vornherein mit. Dazu gehören die Textanalyse, aber auch Werkzeuge zur vorausschauenden Analyse, das als Data Mining bezeichnete Durchforsten großer Datenmengen oder Ortsinformationen bestimmter Services über die „geospacial engine“. Wer sich also eine Lösung für das Internet bauen will, kann sie auch gleich live stellen.

Premium-Tuner Mercedes-AMG wertet so etwa auf Motorenprüfständen die verfügbaren Daten in Echtzeit aus, um zu jedem beliebigen Zeitpunkt Adhoc-Analysen und Simulationen zu ermöglichen, die zudem historische Daten mit einbeziehen. Treten Unregelmäßigkeiten auf, meldet das System auffällige Muster und ein teurer Testlauf kann sofort abgebrochen werden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg filtert aus vielen verschiedenen Datentöpfen, also aus unstrukturierten Daten, etwa Arztbriefe heraus. Die SAP HANA-Plattform „lernt“ den medizinischen Wortschatz. „Die Inhalte lassen sich extrahieren und suchbar machen“, erläutert Holger Seubert, SAP HANA-Experte bei SAP, die Vorteile der integrierten Funktionalität Textanalyse.

4. 2015 entsteht SAP S/4HANA als erste Komplettlösung auf Basis von SAP HANA

Das erste Produkt aus dem Hause SAP, das nicht „nur“ im Nachhinein mit Hilfe der SAP HANA-Plattform leistungsfähiger gemacht wurde, ist die SAP Business Suite 4 SAP HANA, kurz SAP S/4HANA. Hier ist nicht nur die Informationslogik aus der ABAP-Welt integriert, sondern zusätzlich das Datenmodell vereinfacht worden. Sprich: SAP konzentriert sich auf die Kerndatenstrukturen und entschlackt sowie vereinfacht die vorhandenen Anwendungen. „Die Plattform wächst den Anwendungen entgegen und die Anwendungen der Plattform“, findet Seubert von SAP. SAP S/4HANA ist die erste Komplettlösung aus dem Hause, die SAP HANA-optimiert und auf der Basis der SAP HANA-Plattform entwickelt wurde.

5. Es gibt über 70 spezifische SAP HANA-Anwendungen, die für sich stehen

SAP HANA ist eine offene Plattform. Das bedeutet, dass potenziell zusätzlich Anwendungen entstehen können. Sie sind funktionsbezogen und schaffen Lösungen für sehr spezifische Herausforderungen. Hier ein paar Beispiele aus dem Katalog der inzwischen etwa 70 Spezialanwendungen:

  • SAP Fraud Management ist dafür entwickelt worden, Betrug zu erkennen. Greift etwa ein User zur gleichen Zeit von zwei Rechnern auf das System zu, schlägt die „Fraud Detection“ in Echtzeit Alarm. Die App ist in der Lage Muster zu erkennen, die nicht zum üblichen Nutzungsspektrum gehören.
  • Das SAP Smart Business Cockpit ist ein Reporting- und Analysewerkzeug, das etwa dem Außendienst eine Übersicht über offene Rechnungen des Kunden gibt, die dem aktuellen Stand entspricht.
  • Das SAP Customer Activity Repository unterstützt den Einzelhandel darin, die Kaufhistorie des Kunden jederzeit zur Verfügung zu haben, um individuelle Angebote unterbreiten zu können. Zudem wird völlige Transparenz über die Produktverfügbarkeit hergestellt und leere Regale werden vermieden.

6. Auf Basis der SAP HANA Cloud Platform sind eigene Funktionalitäten möglich

Über die Cloud-basierte SAP HANA Cloud Platform ist es möglich, zusätzliche Anwendungen dem weitgehend standardisierten Kern etwa von SAP S/4HANA hinzuzufügen. Zudem lässt sich der gelieferte Umfang an Anwendungen kundenspezifisch erweitern und es können eigenständige Applikationen basierend auf SAP HANA entwickelt werden. Die SAP HANA Cloud Platform betreibt die SAP für ihre Kunden im eigenen Rechenzentrum. Java-Anwendungen, für Tablet und Smartphone entwickelte Lösungen sowie die Integration der Cloud-Anwendungen in die bestehende On-Premise-Welt vor Ort gehören zum Platform-as-a-Service-Angebot dazu.

7. Das Alleinstellungsmerkmal von SAP HANA: Transaktionale und analytische Daten in einem Zuge verarbeiten

Während In-Memory-Add-Ons der Wettbewerber bis dato noch immer darauf angewiesen sind, Kopien von Daten zu erstellen, die im Arbeitsspeicher verarbeitet werden, verzichtet SAP darauf komplett. Der Vorteil: Sind etwa Buchungen durchgeführt, finden sich diese Zahlungen direkt in Analysen wieder, die sich das Controlling zieht. Transaktionale und analytische Daten kommen aus einer Quelle. „Wir haben eine Repräsentation der Daten, das ermöglicht tiefe Analysen, wenn es sein muss bis auf Belegebene“, erläutert SAP HANA-Experte Holger Seubert.

Mit dieser neuen Generation von Datenbank im Zentrum ist die SAP HANA-Plattform ideal geeignet Unternehmen dabei zu helfen, den Wandel zur digitalen Wirtschaft zu vollziehen. Denn auf diesem Weg bedarf es einer IT-Infrastruktur, die agil, offen, sicher und absolut zuverlässig ist.

Weitere Informationen:

Erfahren Sie mehr über SAP HANA in unseren regelmäßigen Webseminaren, auf der Informationsseite von SAP oder der Themenseite des SAP News Center.

Kostenloser, personalisierter Report für Ihr Unternehmen: Erfahren Sie, wie SAP S/4HANA die Geschäftsprozesse verbessern kann. Erfahren Sie im Video wie Sie den Report durchführen und die Ergebnisse auswerten.

Hintergründe zur Entwicklung und Bedeutung der In-Memory-Technologie finden Sie zudem im Buch: „The In-Memory Revolution“ von Hasso Plattner und Bernd Leukert. 

Im Bild: Hasso Plattner, Mitgründer von SAP; Foto: SAP, 2015

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