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IT am Puls der Medizin

21. April 2016 von Gabriele Middendorf 0

Weltweit herrscht Aufbruchstimmung in der Medizin. Big Data und das Internet der Dinge eröffnen Möglichkeiten für immer individuellere Therapien. Auch die SAP mischt kräftig mit.

Das Smartphone piepst – unüberhörbar und fast ein wenig aufdringlich. Claudia Schmidt wirft einen Blick auf das Display. „Ihr Blutzuckerspiegel ist zu hoch“, meldet eine App der Diabetikerin. Gleichzeitig erhält auch ihre Ärztin eine Info. Gemeinsam können sie jetzt entscheiden, was zu tun ist.

Die Smartphone App wurde von der SAP auf Basis der SAP HANA Cloud Platform entwickelt und ist Teil eines Präventions- und Behandlungsprogramms von Roche Diabetes Care Deutschland. Die SAP-Health-Engagement-Lösung verdeutlicht, wie sich das Verhältnis zwischen Arzt und Patient dank moderner Technologie wandelt: Patienten werden immer mehr zum Partner des Mediziners und aktiv in ihre Behandlung einbezogen. Gleichzeitig verändert sich durch das Internet der Dinge auch die Arbeit der Ärzte. Über Sensoren, Wearables und andere Geräte sind sie schneller über den Gesundheitszustand ihrer Patienten informiert. Neben den Schilderungen ihrer Patienten verfügen sie damit auch über medizinische Daten und können so die Behandlung noch individueller zuschneiden.

Damit personalisierte Medizin erst möglich wird, braucht es aber riesige Mengen an Daten – Big Data – und die Möglichkeit, diese schnell und im Detail zu analysieren. „Ich glaube an Big Data“, erklärt Jane Sarasohn-Khan, Health Economist beim US-amerikanischen Healthcare-Beratungsunternehmen THINK-Health LLC. „Meiner Meinung nach ist personalisierte Medizin ohne Big Data undenkbar.“

Personalisierte Medizin im Kampf gegen Krebs

Insbesondere bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen oder komplexen Krankheiten wie Krebs verspricht Big Data, Heilungschancen zu verbessern. Eines der Unternehmen, die auf die Auswertung von Big Data setzen, ist die Heidelberger Molecular Health GmbH. Ihre Treatment Decision Support Software baut auf SAP HANA auf und bringt Gendaten mit Forschungsergebnissen und anonymisierten Behandlungsdaten zusammen. Die Mediziner erhalten so ein umfassendes und differenziertes Bild der Krankheit, aus dem sie eine individuelle Behandlung ableiten können. Die Software von Molecular Health kommt auch im Rahmen des COPE-Programms der SAP zum Einsatz, das an Krebs erkrankten SAP-Mitarbeitern eine kostenlose Tumoranalyse und eine exakt auf sie zugestimmte Behandlung ermöglicht.

Um eine Brücke zwischen Medizin und IT zu schlagen, hat die SAP zudem die Plattform „SAP Connected Health Platform“ ins Leben gerufen. Die auf SAP HANA aufbauende Lösung ist die erste ihrer Art für die Gesundheitsbranche und richtet sich an Gesundheitsorganisationen, Mediziner und Life-Science-Unternehmen. Daten aus Quellen wie der medizinischen Forschung, elektronischen Patientenakten und dem entschlüsselten menschlichen Genom können damit in noch nie da gewesenem Umfang genutzt werden – auch hier mit dem Ziel, individuellere Therapien zu ermöglichen. Die Plattform ist bereits bei zahlreichen Organisationen im Einsatz, unter anderem bei der American Society of Clinical Oncology, die sie im Kampf gegen den Krebs nutzt.

Es tut sich also viel in der Medizin, um mit Hilfe von IT Therapien zu verbessern, aber auch Gesundheitskosten zu senken. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in nachfolgendem Video:

Foto: Shutterstock

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