Eine Frage der Incentives

Feature | 16. Juli 2012 von Heather McIlvaine 0

Foto: Fotolia

Überall in der Welt stehen Technologiefirmen vor diesem Problem − von den großen Namen im Silicon Valley bis hin zu Mini-Start-ups in Wachstumsmärkten. Auf dem Arbeitsmarkt ist die Nachfrage nach IT-Spezialisten groß. Sie übersteigt das Angebot bei weitem. Bei einer Befragung von 38.000 Unternehmen in 41 Ländern gab mehr als ein Drittel an, Schwierigkeiten zu haben, die benötigten Fachkräfte zu finden. Der Hauptgrund dafür sind fehlende Hard Skills wie IT-Fachwissen.

Hard Skills sind rar

Für IT-Spezialisten ist dies nicht unbedingt schlecht. Laut Angaben der US-amerikanischen Behörde für Arbeitsstatistik beträgt die Arbeitslosenquote für technische Fachkräfte in den USA etwa vier Prozent und damit halb so viel im Verhältnis zur allgemeinen Arbeitslosigkeit. IT-Experten sind in der heutigen Zeit heiß begehrt.

Für Technologieunternehmen sieht es da etwas düsterer aus. Der Wettstreit um qualifizierte Arbeitskräfte wird immer größer und viele Unternehmen versuchen, sich von ihren Wettbewerbern abzuheben. Es wird immer wieder betont wie wichtig es ist, als einer der „besten Arbeitgeber“ zu gelten. Diesen Firmen gelingt es nicht nur die besten Kandidaten zu gewinnen und sie an ihr Unternehmen zu binden, sie erzielen auch bessere Ergebnisse.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit Talent Management mehr Umsatz erzielen

Studien zeigen, dass die engagiertesten Mitarbeiter deutlich produktiver sind und eine höhere Kundenzufriedenheit bewirken als ihre weniger engagierten Kollegen. Eine Umfrage von McKinsey ergab, dass Unternehmen mit hervorragendem Talent Management Gesamterträge für ihre Aktionäre erzielten, die 22 Prozentpunkte höher lagen als der Durchschnitt.

Höhere Umsätze dank Talent Management

Doch wie wird ein Unternehmen einer der besten Arbeitgeber? Vielleicht fragen Sie einfach mal die SAP. In diesem Jahr wurde die SAP unter die „Best Places to Work in IT“ gewählt und zum „Top Workplace“ in der San Francisco Bay Area gekürt.

SAP News fragte Geraldine McBride, President von SAP America, wie die SAP zu einem der beliebtesten Arbeitgeber geworden ist. Spaß und das Gefühl haben, etwas Sinnvolles zu tun, nennt McBride etwa als Gründe. „Spaß haben“ ist jedoch ein Ziel, das sich nur schwer definieren lässt. Und je mehr man versucht eine Definition festzulegen, um so schwieriger wird es, dieses Ziel zu erreichen. Im Gegensatz dazu zeigen zahlreiche Studien, dass junge Berufstätige sich wirklich eine „sinnvolle Arbeit“ wünschen. Im Rahmen einer Universum-Studie wurden über 10.000 junge Berufstätige zu ihren Präferenzen befragt. Die „Generation Y“ würde − eher als ältere Arbeitnehmer – einen Arbeitgeber wählen, bei dem sie einer sinnvollen Arbeit nachgehen kann. Dieser Aspekt ist den Absolventen noch wichtiger als der Gelderwerb.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: In Zukunft gibt es noch mehr Rosinenpickerei

Natürlich sind nicht alle jungen Berufstätigen immun gegenüber der materiellen Welt. Geschichten über Recruiting-Methoden bei Start-ups in New York und San Francisco grenzen bisweilen ans Absurde: ein Jahr lang Versorgung mit Bier, kostenlose Haarschnitte, Fahrräder und iPads. Wenn es darum geht, die besten Talente der IT-Branche für sich zu gewinnen, kommen einige verzweifelte Unternehmen auf die verrücktesten Ideen. Freiwillige Leistungen, die einst als besonderer Anreiz für Mitarbeiter galten, werden heute längst als Standard angesehen: kostenloses Mittagessen, Aktienoptionen, Shuttle-Busse.

Flexible Arbeitszeiten, Telearbeit und mehr

Aber was passiert, wenn die Geschenke plötzlich ausbleiben? Wenn diese gefragten IT-Stars einen Vertrag unterzeichnet haben, was wird sie später motivieren im Unternehmen zu bleiben? Ein Leben lang neue Fahrräder zu erhalten, das wird es nicht sein. Laut Steven Greenhouse, Journalist bei The New York Times, sollten Unternehmen, die ihre Mitarbeiter halten möchten, folgende Dinge anbieten: flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, Finanzierung von Aus-und Weiterbildung und Unterstützung bei der Karriereentwicklung.

Brigette McInnis-Day, Vice President of Human Resources bei SAP America, stimmt dem zu: „Wir haben eine Umgebung geschaffen, in der wir unseren Mitarbeiter die Flexibilität gewähren, die sie benötigen, um sowohl beruflich als auch privat erfolgreich zu sein.“ Sie betont auch den klaren Fokus der SAP auf Diversität, Achtung des Einzelnen und Unterstützung der persönlichen Karriereentwicklung. Da die Nachfrage nach qualifizierten IT-Fachkräften weiter zunehmen wird, werden diese Werte auch in den nächsten Jahren große Bedeutung für die SAP haben.

Schätzungen zufolge wird es in den USA bis zum Jahr 2018 im Hightech-Bereich rund 1,4 Millionen offene Stellen geben, aber nur 400.000 qualifizierte Absolventen, um diese zu füllen. Auf einem solchen Arbeitsmarkt werden sich IT-Fachkräfte die besten Arbeitgeber herauspicken. Und natürlich werden sie einen Top-Arbeitsplatz vorziehen. Wie denken Sie darüber? Welche Dinge waren es, die Sie dazu bewegt haben, für Ihren aktuellen Arbeitgeber zu arbeiten?

Tags:

1 comment

  1. Kerstin Stengel

    Mit der Implementierung eines Talentmanagement lassen sich auch gute IT-Mitarbeiter finden! Aber was ist “gut” – meiner Auffassung nach sollte gutes Talentmanagement den gesamten Zyklus eines Mitarbeiters im Unternehmen abdecken. Wir haben zu dieser Problematik erst ein Whitepaper rausgebracht, das aufzeigt, welche grosse Bedeutung Lernen in den einzelnen Phasen des Talentmanagement-Zyklus hat. Vom Anwerben über Einstellung und Entwicklung bis hin zum Binden an das Unternehmen. Interessierte können das Papier hier (kostenlos) beziehen http://www.skillsoft.de/Aktuell/WP_Talentmanagement_und_Lernen/WP_Talentmanagement_und_Lernen.asp

Leave a Reply