IT-Gipfel 2009: Treffen mit Merkel

Feature | 9. Dezember 2009 von Christiane Stagge 0

Die Gipfelstürmer: Rainer Brüderle, Angela merkel und August-Wilhlem Schher (v.l.) beim vierten IT-Gipfel in Stuttgart. (Foto: Christiane Stagge)

Gipfelstürmer: Brüderle, Merkel und Scheer (Foto: Christiane Stagge)

Strenge Sicherheitskontrollen, gelbe Absperrbänder und enger Zeitplan – der diesjährige IT-Gipfel in Stuttgart ließ an seiner Wichtigkeit und Prominenz keine Zweifel offen.

Ob Klimaschutz, Mobilität, Sicherheit oder Gesundheitswesen – die IT ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Deshalb trafen sich auf dem vierten IT-Gipfel in Stuttgart Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um über Partnerschaften und Strategien zu beraten und neue Maßnahmen zu verabschieden.

In der High-Tech-Branche sei Deutschland gut aufgestellt, dennoch gäbe es Verbesserungsbedarf, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle in seiner Eröffnungsrede. Brüderle betonte die Wichtigkeit des Dialogs zwischen Wirtschaft und Politik und nannte einige Erfolgsprojekte wie die einheitliche Behördenrufnummer 115, den elektronischen Personalausweis, die elektronische Bibliothek Theseus und  De-Mail – eine  E-Mail, deren Inhalt verschlüsselt übertragen wird.

Autos müssen fahren – Daten fließen

Die Bundesregierung wolle alles daran setzen, um nicht nur den IT-Standort Deutschland auszubauen, sondern auch mittelständische Unternehmen zu unterstützen. Der Ausbau des Breitbandnetzes spiele dabei eine entscheidende Rolle. „Auch in den ländlichen Gegenden muss es möglich sein, mit Breitbandgeschwindigkeit von mindestens 1 Mbit/s im Internet zu surfen“, so Brüderle. Es bringe nichts, nur in den Ausbau von Straßen zu investieren. „Nicht nur Autos müssen fahren, auch Daten müssen fließen können“. Bis zum Sommer 2010 werde die Bundesregierung daher rund 40 Mrd. Euro in den Ausbau des Breitbandnetzes investieren.

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IT-Gipfel 2009 in Stuttgart. (Foto: Christiane Stagge)

IT-Gipfel 2009 in Stuttgart. (Foto: Christiane Stagge)

Léo Apotheker, Vorstandschef SAP AG (Foto: Christiane Stagge)

Léo Apotheker, Vorstandschef SAP AG, auf dem IT-Gipfel (Foto: Christiane Stagge)

Brasilien und China auf Überholkurs

Léo Apotheker begrüßte den Beschluss der Bundesregierung zum Ausbau des Breitbandnetzes. Der Vorstandschef der SAP AG freute sich besonders darüber, dass der vierte IT-Gipfel in Stuttgart und damit „im Land der SAP“ stattfindet.  Deutschland müsse mehr in seine IT investieren. Ohne IT gäbe es kein Wachstum. Vor allem käme es darauf an, globale Trends wie Cloud Computing, SaaS (Software as a Service) oder In-Memory-Datenbanken zu verinnerlichen und umzusetzen. Ansonsten würde Deutschland bald von Ländern wie Brasilien oder China überholt.

Ein flexibler Arbeitsmarkt und eine hohe Investition in Bildung und Forschung seien unerlässlich sowie auch die Zusammenarbeit mit der Politik. Es bringe jedoch nichts, so Apotheker, nur einmal im Jahr auf dem IT-Gipfel darüber zu diskutieren. Der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik müsse kontinuierlich stattfinden, so dass konkrete Maßnahmen schnell umgesetzt werden können.

Waschen mit dem iPhone

August-Wilhelm Scheer zieht auf dem IT-Gipfel eine positive Bilanz: „Die High-Tech-Branche hat die Wirtschaftskrise gut bewältigt“. Aber der BITKOM-Präsident sieht erheblichen Nachholbedarf, was die Bildungsförderung angeht. Ob MP3-Player oder iPhone – die jungen Leute begeistern sich für das Thema Technik. Dank Smart Metering, sogenannter intelligenter Stromzähler, lassen sich Waschmaschinen per iPhone steuern.

Deshalb sei es wichtig, das Interesse an IT bei jungen Leuten zu wecken und die Bildung zu fördern. Der Staat müsse dabei die Rahmenbedingungen schaffen. Als Universitätsprofessor verteidigte Scheer die Studentenproteste: das Grundgefühl, das die Studenten haben, sei richtig, auch wenn die Argumentation nicht immer so ganz stimmig sei.

Private Investoren gefragt

Zum Schluss ergriff Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort und lud schonmal zum nächsten IT-Gipfel 2010 in Dresden ein. Merkel betonte, dass die Bundesregierung in den kommenden Monaten den Ausbau der Breitbandstrategie konsequent verfolgen und vorantreiben  werde. Der Staat könne jedoch nur die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Gefragt sei das Engagement von privaten Investoren und Unternehmen.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und BITKOM-Präsident August-Wilhlem Scheer beid er Pressekonferenz. (Foto: Christiane Stagge)

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und BITKOM-Präsident August-Wilhlem Scheer bei der Pressekonferenz. (Foto: Christiane Stagge)

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