IT-Investitionen in unsicheren Zeiten

Feature | 15. Januar 2009 von Susan Sills, SAP AG 0

Claudia Funke, Direktorin bei McKinsey & Company in München


Gerade in Zeiten, die von Stellenabbau und bevorstehender Rezession geprägt sind, stellen kosteneffektive und sich schnell auszahlende Investitionen eine kluge Alternative dar. Finanzvorstände sollten nicht völlig auf Investitionen verzichten.

„In Krisenzeiten gibt es immer ein erhebliches Risiko, dass man nur noch kurzfristig denkt und die eigenen Investitionen kürzt“, erklärt Claudia Funke. Dies sei jedoch keine Lösung. Wer Investitionen länger hinauszögert, gehe tatsächlich das Risiko ein, dass „die eigenen Prozesse irgendwann nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten“.

Panik ist nicht angebracht

Ratsam ist eine langfristig stabile Strategie. „Man sollte sich genau überlegen, welche Investitionen ohne Gefahr verschoben werden können, und welche wirklich notwendig sind“, sagt Funke. „Einfach in Panik zu geraten und zu sagen, wir müssen alles kürzen, wäre widersinnig.“ Entscheidend sei vielmehr zu ermitteln, mit welchen Investitionen sich Kosten und Energie sparen lassen – und das kurz-, mittel-, und langfristig.

Die IT kann dabei eine wichtige Rolle spielen. „IT-Anwendungen, die sich sowohl Energie- als auch Kostenthemen widmen, sind auch in Krisenzeiten sehr bedeutsam“, sagt die McKinsey-Direktorin.

Angemessen investieren, langfristige Ziele erreichen

Investieren Firmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in IT, sollten sie jedoch vorsichtig und vorausschauend handeln. Es sei nicht immer eine Frage von neuen Technologien und neuem Schnickschnack. „Es geht eher um die richtigen Anwendungen und den Fokus auf die richtigen Geschäftsprozesse“, sagt Funke. Darin liege die Chance, eine tatsächlich langfristig stabile Strategie zu etablieren. Anders gesagt:

Angemessene Investitionen in die notwenige IT unterstützen Unternehmen darin, ihre langfristigen Ziele zu erreichen – auch in wirtschaftlich und finanziell unsicheren Zeiten.

Laut Funke können IT-Dienstleister und Kunden zusammenarbeiten, um Kosten zu reduzieren und Sparpotenziale zu entdecken. Beispielsweise sei eine Server-Konsolidierung eine Gelegenheit, Geld zu sparen. Durch innovative Finanzierungsmodelle erleichtern IT-Dienstleister ihren Kunden notwendige Investitionen. Dadurch können diese das zukünftige Wachstum und die Stabilität ihres Unternehmens sichern.

Den Kurs halten

Offen bleibt die Frage, wie diejenigen Firmen handeln sollten, die gerade mitten in der Implementierung einer neuen Softwarearchitektur stecken. Aus Funkes Sicht hängt das davon ab, in welchem Sektor ein Unternehmen agiert und wie schwer es von der Finanzkrise betroffen ist.

Firmen mit vielen kurzfristigen Krediten in kapitalintensiven Branchen sollten sich sorgfältig überlegen, ob sie ihre Softwareinvestitionen fortführen. Unternehmen aus anderen Branchen, die über sichere kurzfristige Finanzierungen verfügen und glauben, dass die aktuelle Krise nicht länger als ein oder zwei Jahre andauern wird, rät Funke, „den Kurs zu halten, sich aber auch Gedanken darüber zu machen, wo man dabei sparen kann“.

Zur Person

Claudia Funke leitet den Bereich High Tech Practice in Deutschland, Österreich und Zentraleuropa bei McKinsey & Company in München. Zudem ist sie Gründerin und Leiterin der globalen Information and Communication Technology Services Group. Sie verfügt über umfassende Erfahrung in der Entwicklung neuer Märkte, in Unternehmensstrategie, operativem Geschäft sowie im Spitzenmanagement. Außerdem führt sie die Clean Technology Initiative in Europa, Afrika und im Nahen Osten. Funke arbeitet seit 14 Jahren bei McKinsey und betreut hauptsächlich Großkunden in den Branchen Software, IT-Dienstleistungen und Telekommunikation.

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