SAP ERP per iPhone

14. Oktober 2011 von Carsten Lüdtge 0

JAB Anstoetz nutzt SAP ERP auf iPhone und iPad. (Foto: JAB Anstoetz)

Mit dem iPad auf Daten aus SAP ERP zugreifen - it.x-mobile macht es möglich (Foto: JAB Anstoetz)

Man findet sie in privaten Haushalten und auf Flughäfen, in Hotels und Ferienanlagen genauso wie in Konferenzräumen und Messehallen: Stoffe, Teppiche und Polstermöbel von JAB Anstoetz. Das renommierte Unternehmen mit 1.300 Mitarbeitern ist überall dort zu finden, wo geschmackvolles Wohnen und Arbeiten gefragt sind. Nahezu 3.000 Artikel in über 20.000 Farben gehören zum Portfolio, und die Produktpalette wechselt ständig. Diese Vielfalt macht die Sortimentspflege zu einer Herausforderung für Raumausstatter und Inneneinrichter, die klassischen Kunden von JAB Anstoetz.

Bis vor kurzem bekamen sie einmal jährlich lange Preis- und Auslauflisten und mussten ihren gesamten Bestand überprüfen, der schnell mal  300 bis 400 Muster umfassen kann. JAB Anstoetz vereinfachte die Sortimentspflege, indem der Prozess digitalisiert wurde. Abhilfe sollte die Installation von Scannern schaffen, die Bestands- und Preisdaten einlesen und sie dem Kunden zur Verfügung stellen. Doch verwarf man dieses Projekt wieder, denn der Aufwand für die regelmäßige Datenaktualisierung wäre zu hoch gewesen.

Mobile Endgeräte schaffen neue Möglichkeiten

Dabei war der Ansatz schon richtig, nur die Technik noch nicht soweit. Mit dem Einzug von iPhone, iPad, BlackBerry etc. gab es erstmals die Möglichkeit, mobile Endgeräte auch als Scanner zu nutzen. Für JAB Anstoetz erschlossen sich damit völlig neue Alternativen. Warum nicht einfach die auf den Mustern angebrachten Barcodes per Kamera auslesen und dem Kunden über eine Online-Verbindung die Bestands- und Preisdaten aus der Materialwirtschaft bzw. dem SAP-ERP-System zur Verfügung stellen? Somit wäre die Informationen jederzeit verfügbar, auf Änderungen könnte schneller reagiert werden.

Die Idee, bestimmte Business-Szenarien auf mobile Geräte zu bringen, faszinierte den Stoffverlag und war Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Mobility-Lösung. Wichtigstes Kriterium: Sie musste alle gängigen Plattformen bedienen können, vor allem Android, iOS und BlackBerry, mit dem der Außendienst arbeitet. Somit würde auch er von der neuen Software profitieren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Produktkatalog auf dem iPhone

Die Kamera des Smartphones scannt den Barcode. (Foto: JAB Anstoetz)

Die Kamera des Smartphones scannt den Barcode. (Foto: JAB Anstoetz)

Zugriff auf SAP ERP durch it.x-mobile

Zudem sollte sich die neue Software nahtlos in das SAP-ERP-System integrieren lassen. JAB Anstoetz arbeitet seit mehr als 15 Jahren flächendeckend mit SAP, in den Kernbereichen wie Vertrieb, Materialwirtschaft und Finanzbuchhaltung genauso wie im Personalwesen (Lohn-/Gehaltsabrechnung) und im Berichtswesen (SAP Business Warehouse). Anfang 2011 erfolgte das Upgrade auf SAP ERP 6.0.

Nach einem Auswahlverfahren entschied sich das Unternehmen für Lösung it.x-mobile von der itelligence AG, ein Software-Framework, mit dem sich SAP-Daten, aber auch ganze IT-Prozesse sicher und einfach auf Smartphones und Tablets übertragen lassen. „Die Multiplattformfähigkeit und der Funktionsumfang haben uns überzeugt“, sagt Hermann J. Grauthoff, Leiter EDV/Organisation. „Ausschlaggebend war, dass it.x-mobile Unternehmen in die Lage versetzt, Szenarien und Anwendungen selbst zu entwickeln, sofern sie sich mit ABAP auskennen.“

Auf Grund seiner langen SAP-Tradition beschäftigt JAB Anstoetz eigene Spezialisten, die alle bislang eingesetzten mobilen Anwendungen in Eigenregie entwickelt haben. Unterstützt wurden sie dabei von den itelligence-Beratern, die laut Hermann Grauthoff einen entscheidenden Anteil an der zügigen Projektumsetzung in nur wenigen Wochen hatten. „itelligence ist sehr erfahren mit der Integration von mobilen Anwendungen in SAP-Systeme.

Dabei zeigten sie sich auch offen für neue Szenarien und reagierten souverän auf Anforderungen, die erst während des Projekts auftraten.“ So stand JAB mit der Anbindung der mobilen Endgeräte erstmals vor der Herausforderung, kritische Geschäftsdaten über das Internet bereitstellen zu müssen. Gemeinsam mit itelligence wurde eine Web Application Firewall installiert.

Bald auch Produktkatalog auf dem iPhone

Heute gibt es ein „mobiles Kundencenter“, in dem ausgewählte Funktionen des E-Shops wie Bestellung, Reservierung und Leihmusterbestellung übernommen wurden. Dazu genügt ein Mausklick via iPhone oder iPod. . Ist eine Ware nicht vorrätig, informiert der JAB-Innendienst über den Liefertermin oder ein sofort lieferbares Alternativprodukt. Außerdem ist es möglich, Stoff zu reservieren, bei dem sich der Endkunde noch nicht endgültig entschieden hat. Diese Ware wird dann für mehre Tage geblockt. Auch kann der Raumausstatter über das „mobile Kundencenter“ Leihmuster bestellen.

Die Stoffauswahl wird leichter

Mehr Komfort bieten die mobilen Apps jetzt auch bei der Sortimentspflege: das Sortiment ist stets akuell, der Musterbestand lässt sich zeitnah aktualisieren. Hermann Grauthoff rechnet damit, dass viele Kunden auf die mobile Kommunikation umsteigen werden. Weitere Szenarien wie ein digitaler Produktkatalog mit Fotos sind geplant. Hermann J. Grauthoff ist überzeugt: „Mit der Implementierung von mobilen Szenarien schärfen wir weiter unser Profil als Innovationstreiber, nicht nur im Produktbereich.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: it.x-mobile auf einem Blick

 

 

JAB Anstoetz ist bekannt für Stoffe. (Foto: JAB Anstoetz)

JAB Anstoetz ist bekannt für seine Stoffe, teppiche und Polstermöbel. (Foto: JAB Anstoetz)

Auf einen Blick: Die Lösung

it.x-mobile ist eine von der itelligence AG entwickelte Lösung zur Anbindung von mobilen Endgeräten wie iPhone, iPad, BlackBerry und Android-Devices an SAP-Systeme.

Die Lösung besteht aus

  • einem Anbindungs-Framework auf dem Backend mit Connector, Logging- und Device-Management-Funktionen;
  • einem User-Interface (UI)-Framework für das Frontend mit Playersoftware sowie Unterstützung für native Programmierung auf unterschiedlichen Device-Plattformen.

Damit lassen sich individuelle Business-Szenarien beispielsweise aus dem Vertrieb, dem Service und dem Personalwesen auf mobilen Geräten umsetzen.

Die Vorteile:

 

  • Geringe Systemvoraussetzungen, keine separate Middleware notwendig;
  • Einmal entwickelte Apps sind durch die Player auf verschiedenen Plattformen (iOS, Android, RIM etc.) verfügbar;
  • Hohe Benutzerakzeptanz, da die UI-Controls der mobilen Plattform genutzt werden (und nicht der HTML-Standard);
  • Optimierte Datenübertragung, das heißt Nutzdaten mittels REST sowie verbesserte http-Services, beispielsweise bei BlackBerry;
  • Integration mit spezifischen Gerätefunktionen, u.a. Barcode-Scan per Kamera und Nutzung der Maps-Applikation;
  • Steuerung und Überwachung im SAP-System.

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