Jeder dritte SAP-Kunde nutzt SAP ERP 6.0

Feature | 19. Februar 2008 von Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) 0

Prof. Dr. Karl Liebstückel Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG)

Gestiegen sind auch die IT-Budgets für das laufende Jahr. Sie legten um rund sechs Prozent zu. Rund 35 Prozent des IT-Budgets sollen in das SAP-Produktportfolio fließen. An der fünften Umfrage der DSAG zum Investitionsverhalten nahmen 257 Mitgliedsunternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen teil. Im Fokus stand dabei traditionell das Investitionsverhalten der Anwender in Bezug auf SAP-Lösungen.

Die Umfrage belegt, dass sich der Trend vom Vorjahr hin zur aktuellen Kernlösung SAP ERP 6.0 verstärkt hat. “Die Zahlen zeigen einerseits, dass die Anwender im vergangenen Jahr ihre Upgradevorhaben umgesetzt haben und ihre IT-Landschaften modernisieren. Zum anderen wird deutlich, dass es keine Frage mehr über die Akzeptanz von SAP ERP 6.0 gibt”, so Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG.

Die Vorgängerversion von SAP ERP 6.0 kam in der aktuellen Umfrage auf rund zehn Prozent. Damit setzt bereits knapp die Hälfte der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, auf die aktuelle Kernlösung SAP ERP 6.0 oder deren Vorgängerversion als führendes SAP-System.

Der Trend hin zu SAP ERP 6.0 wird sich laut Umfrage zudem fortsetzen: Von den rund 44 Prozent, die in diesem Jahr einen Upgrade planen, wollen rund 95 Prozent auf SAP ERP 6.0 umsteigen. Knapp drei Prozent erwägen einen Upgrade auf deren Vorgängerversion, nur noch rund zwei Prozent auf SAP R/3 Enterprise (4.7). Dieses Ergebnis spiegelt sich in den Verträgen wider. So haben rund 55 Prozent derzeit einen SAP-Business-Suite-Vertrag (Vorjahr 48 Prozent), rund 35 Prozent einen SAP-ERP-Vertrag (Vorjahr 41 Prozent) und noch knapp zehn Prozent einen SAP-R/3-Vertrag (Vorjahr 11 Prozent).

Kaum Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Beweggründen für einen geplanten Release-Wechsel. Bei rund 50 Prozent erfolgt der Wechsel, weil die Wartung der derzeit im Unternehmen eingesetzten Lösung ausläuft (Vorjahr 47 Prozent). Etwas mehr als ein Drittel wollen den Release-Wechsel nutzen, um neue Funktionalitäten einzusetzen (Vorjahr 38 Prozent). Nach wie vor spielt Enterprise SOA als Beweggrund eines Upgradeprojekts eine untergeordnete Rolle. Positiv festzustellen ist, dass sich der Prozentsatz derer, die sich gut mit der Enterprise-SOA-Strategie von SAP vertraut fühlen, mit 43 Prozent etwas höher lag als im Vorjahr.

“Bezüglich einer einfacheren und flexiblen Gestaltung von Geschäftsprozessen sieht die knappe Mehrheit der Unternehmen grundsätzlich den Nutzen von Enterprise SOA, gleichzeitig wissen sie aber nicht, wie sie an die Projekte herangehen sollen”, erklärt Prof. Dr. Karl Liebstückel. Diese Unsicherheit bei der Herangehensweise lässt sich an den Ergebnissen der Umfrage messen. Demnach haben 75 Prozent der Unternehmen noch keine Planungen für Enterprise-SOA-Projekte unternommen. Das restliche Viertel setzt sich aus Unternehmen zusammen, die derzeit eine konkrete Realisierung planen, mitten im Projekt stecken oder Enterprise SOA ansatzweise in Form eines Prototypen umsetzen bzw. einzelne Enterprise-SOA-Projekte bereits abgeschlossen haben.

Insgesamt planen die Anwenderunternehmen knapp 35 Prozent ihrer IT-Budgets in SAP-Produkte und Services zu investieren. Rund 60 Prozent davon wollen sie für Dienstleistungen aufwenden, ein Plus von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. 18 Prozent fließen in neue Hardware. Investitionen in Software fallen dagegen mit 23 Prozent um rund fünf Prozent geringer aus als in 2007. Der größte Anteil entfällt dabei auf SAP NetWeaver und dessen Komponenten. Auf Platz zwei liegen die SAP-Branchenlösungen, gefolgt von SAP ERP Financials.

Eine leichte Aufwärtsbewegung ist in den Unternehmen bei den so genannten Business Process Experts festzustellen, also Mitarbeitern, die sich mit der Gestaltung von Geschäftsprozessen befassen. In rund 50 Prozent der Unternehmen kommt diese Rolle zwischenzeitlich zum Tragen. “Die Unternehmen erkennen, dass sie verstärkt Mitarbeiter brauchen und ausbilden müssen, die einerseits ein Verständnis für die technischen Möglichkeiten einer Systemarchitektur besitzen und die zugleich einzuschätzen wissen, wie Geschäftsprozesse mit den von Anbietern derzeit verfügbaren Tools modelliert werden können”, resümiert Prof. Dr. Karl Liebstückel.

Tags: ,

Leave a Reply