Software für den Mittelstand II: SAP Business All-in-One

Feature | 30. November 2009 von Christiane Stagge 0

Zielgruppe Mittelstand: Welches Paket eignet sich für kleine Firmen? (Grafik: SAP.info)

Zielgruppe Mittelstand: Welches Paket eignet sich für kleine Firmen? (Grafik: SAP.info)

Während wir im ersten Teil der Artikelserie – siehe Software für den Mittelstand I: SAP Business One – das kleinste Software-Paket von SAP näher beleuchtet haben, folgt im zweiten Teil SAP Business All-in-One. Prinzipiell handelt es sich um eine komprimierte ERP-Software, die nicht nur das gesamte Warenwirtschaftssystem eines Unternehmens abdeckt, sondern darüber hinaus Extrafunktionen bietet, die speziell auf die jeweilige Branche abgestimmt sind.

Die Lösung ist umfangreicher und spezialisierter als Business One und ist für größere Unternehmen im Mittelstand mit bis zu 2.500 Mitarbeitern geeignet. Denkbar ist auch der Einsatz für Tochterunternehmen großer Konzerne, deren Filialen an unterschiedlichen Standorten verteilt sind.

Für viele Branchen: Auto, Chemie und Medizin

SAP Business All-in-One richtet sich an folgende Branchen: Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie, Chemieindustrie, Konsumgüterindustrie, Bauwirtschaft, Anlagen und Schiffbau, Elektroindustrie, Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau, Life Sciences (Medizintechnik, Pharma), Medienbranche, Metall-, Holz- und Papierindustrie, Bergbau, Öl- und Gasindustrie, Dienstleistungsbranche, Handel, Telekommunikation, Logistik, Versorgungswirtschaft und Großhandel.

Für die verschiedenen Branchen gibt es mehr als 700 spezifische SAP Business All-in-One-Lösungen, die eigens von den Partnern programmiert und implementiert werden.

Best Practices: Geschäftserfahrungen aus 35 Jahren

Das Besondere an Business All-in-One sind Best Practices. Das sind Geschäftsszenarios, die im täglichen Business regelmäßig ablaufen.  Diese Erfahrungen sind in Business All-in-One vorkonfiguriert und genau auf die jeweilige Branche abgestimmt. Beispiel: Ein Brauereibetrieb füllt Bier in nicht-normierten Fässern ab. Die Branchenlösung Business All-in-One für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist in der Lage, auch nicht-normierte Fässer abzubilden und zu berechnen, wieviele solcher nicht-normierten Fässer auf eine Europalette passen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Funktionen ERP und CRM

Mit Business All-in-One lassen sich Organisationsstrukturen erstellen und überwachen. (Grafik: SAP AG)

Mit Business All-in-One lassen sich Organisationsstrukturen erstellen und überwachen. (Grafik: SAP AG)

Aufgaben werden nicht nur aufgelistet, sondern auch im Detail angezeigt. (Grafik: SAP AG)

Aufgaben werden nicht nur aufgelistet, sondern auch im Detail angezeigt. (Grafik: SAP AG)

Funktionen: ERP und CRM

Business All-in-One bietet sämtliche ERP-Funktionalitäten fürs Warenwirtschaftssystem sowie CRM-Funktionen fürs Kundenbeziehungsmanagement gegen Aufpreis.

Die ERP-Funktionen umfassen:

–      Finanzmanagement und Rechnungswesen, wie Finanzbuchhaltung, internes Rechnungswesen, Cash- und Liquiditätsmanagement sowie Funktionen, die beim Einhalten von Finanzvorschriften behilflich sind,

–      Personalwirtschaft, wie Personalmanagement, Gesundheitsmanagement, Reisekostenabrechnung, Talentmanagement, womit sich Fort- und Weiterbildungen organisieren und verwalten oder spezielle Sonderboni ausrechnen lassen,

–      Projektmanagement, d.h. die Verwaltung, Abwicklung, Ausführung, Abrechnung und das Controlling von internen Projekten,

–      Herstellung, insbesondere Produktentwicklung, das Verwalten von Produktdaten, Materialbedarfsplanung, Verwalten der Maschinenproduktion, schichtbezogenes Reporting, Qualitätsmanagement

–      Einkauf, dazu gehören Bestandsmanagement, Lagerverwaltung, Barcodeunterstützung, Wareneingangs- und Warenausgangslogistik sowie Transportmanagement

Möchte man in SAP Business All-in-One auch Funktionen für das Kundenbeziehungsmanagement haben, lässt sich die CRM-Funktionalität ebenfalls implementieren. Dies kostet jedoch extra.

Die CRM-Funktionen umfassen:

–      Marketing, insbesondere Marktentwicklung, Kampagnenmanagement, das Pflegen von Kundendatenbanken und Leadmanagement

–      Vertrieb, wie beispielsweise Gebietsmanagement, Kunden- und Kontaktmanagement, Angebots- und Auftragsmanagement, Kalkulation, Fakturierung und Kontaktbearbeitung,

–      Service, dazu gehören Auftragsmanagement, Servicevertragsabwicklung, Reklamations- und Garantieabwicklung sowie Einsatzplanung

–      Interaction Center, wie Serviceanforderung, IT Helpdesk, Kundenservice und Support

–      Web Channel, der besonders für Firmen interessant ist, die einen Online-Shop betreiben, da sich mit dieser Funktionalität internetbasierte Shop- und Warenkorbsysteme abbilden lassen.

Automatisierte Workflows erinnern den Anwender zudem daran, wenn Verträge verlängert werden müssen oder Kunden im Zahlungsrückstand sind.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Technische Voraussetzungen

Buchungen lassen sich überwachen und beobachten. (Grafik: SAP AG)

Buchungen lassen sich überwachen und beobachten. (Grafik: SAP AG)

BI-Funktionen: Finanzwelt, Logistik und Materialwirtschaft

Da in SAP Business All-in-One auch SAP BusinessObjects Edge Business Intelligence integriert ist, besitzt die Software einige BI-Funktionen. Diese sind insbesondere für Finanzberichterstattung, Absatzplanung, Materialwirtschaft und Logistik von Bedeutung.  Der Anwender kann sich beispielsweise anhand eines interaktiven Dashboards Diagramme, Grafiken und Karten ansehen beziehungsweise anhand von Ampeln anzeigen lassen, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht oder von wem welches Produkt zu welcher Marge eingekauft wurde.

Außerdem sind Business Intelligence Funktionen wie Analysetools und Formulare fürs Berichtwesen vorkonfiguriert.

Technik: IT-Personal zusätzlich einstellen

Für den Betrieb der Software genügt ein einziger Server. Die Anwendung unterstützt verschiedene Datenbanken, zum Beispiel SAP MaxDB. Business All-in-One läuft nicht nur auf Microsoft Windows-Betriebssystemen, sondern auch auf SUSE Linux.

E-Mailprogramme wie Outlook oder Lotus Notes oder Anwendungen wie Microsoft Office können problemlos in SAP Business All-in-One integriert werden. Die Software basiert nämlich auf SAP NetWeaver, einer offenen Technologieplattform, in der auch andere, branchenspezifische Anwendungen, die nicht aus dem Hause SAP stammen, integriert werden können. SAP NetWeaver vereint unterschiedliche Produkte und Applikationen und macht es möglich, dass alle Nutzer auf ein einheitliches System zugreifen und nicht über viele, teure Schnittstellen miteinander verbunden sind. Die Plattform ist kompatibel mit Microsoft.NET und IBM WebSphere. Sie unterstützt Entwicklungsplattformen wie Java 2 Enterprise Edition (J2EE).

Im Gegensatz zu Business One und Business ByDesign ist bei SAP Business All-in-One für das Hosting und den Support eigenes IT-Personal erforderlich.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Kosten sparen mit Fast Start Programm

Kosteneffizient und schnell: Fast Start Programm

Zügige Implementierung bei vergleichsweise geringen Kosten: SAP Business All-in-One ist wesentlich teurer als Business One. Die Preise variieren stark und hängen vor allem von den benötigten branchenspezifischen Modulen ab.  Im SAP Online-Lösungskonfigurator kann man die Lösung online nach seinen Wünschen konfigurieren und sich die branchenspezifischen Module zusammenstellen, die man benötigt. Gleichzeitig bekommt man oben die voraussichtlichen Kosten und mögliche Finanzierungsmodelle angezeigt.

Hat man die Lösung online fertig konfiguriert, kann mit seinem SAP-Partner Kontakt aufnehmen. Dieser erstellt eine Demoversion. Schon während der Implementierungsphase kann die Software genutzt werden.

Das Fast Start Programm kann jedoch nur für die Branchen Bauwirtschaft, Anlagen und Schiffbau, Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau, die Dienstleistungsbranche und die Versorgungswirtschaft genutzt werden.

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