Knabber-Spaß mit schlanker IT

Feature | 30. Mai 2007 von admin 0

Der Markt für Knabberein brummt. So berief sich unlängst die Los Angeles Times auf Zahlen von Packaged Facts, einem Marktforschungsunternehmen in der Verbrauchsgüterindustrie: „Etwa 61,4 Milliarden US-Dollar haben die Amerikaner 2005 insgesamt für Snacks ausgegeben – 3,6 Milliarden mehr als in den vergangenen fünf Jahren.” Süße und salzige Knabberartikel, so andere Schätzungen, liegen derzeit bei 10,5 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Gut für Ubiquity Brands. Das Unternehmen wurde vor drei Jahren als Dachgesellschaft für Lincoln Snacks, Jay’s Foods und Select Snacks gegründet – mit dem Ziel, bei Produktion, Vermarktung und Vertrieb der süßen und salzigen Knabbereien für Synergie-Effekte zu sorgen.
Ubiquity Brands will vom Zuwachs im US-Markt profitieren und eigene Marktanteile ausbauen. Produkte, wie Jay’s Potato Chips, O-KE-DOKE Popcorn, Krunchers!, Potato Chips oder Hot Stuff Snacks erfreuen sich lediglich regional großer Beliebtheit. Andere hingegen, etwa PoppyCock, Fiddle Faddle oder Screaming Yellow Zonkers sind US-weit aus den Haushalten nicht wegzudenken.
Daher zählen zu den Abnehmern von Ubiquity Brands auch die großen Supermarktketten, beispielsweise Walgreen, Wal-Mart, CVS oder Target. Genau diese Ketten jedoch haben im Gegenzug sehr hohe Ansprüche an die operativen Prozesse ihrer Geschäftspartner. Diesen Anforderungen musste Ubiquity also genügen.
Gary Rietz, Vice President und CIO von Ubiquity Brands: „Seit wir Jay’s, Lincoln Snacks und kürzlich Select Snacks übernommen haben, verfolgen wir ein Ziel: Wir wollen wie ein einziges Unternehmen funktionieren, jedoch die Identitäten und Qualitätsstandards der einzelnen Marken erhalten – denn schließlich sind es die Produkte, die unsere Kunden schätzen.” Klar war damit, dass Ubiquity Brands eine integrierte ERP-Lösung benötigte. Denn für seinen Expansionskurs – geplant ist, den Umsatz in den kommenden drei bis fünf Jahren auf rund 500 Millionen US-Dollar zu verdoppeln – müssen die Geschäftsprozesse reibungslos ineinander greifen.

Eine harte Nuss

Unglücklicher Weise verfügte keines der drei ursprünglichen Unternehmen über eine IT-Plattform, die die Expansionspläne hätte unterstützen können. Der Führungsetage bei Ubiquity war daher bewusst, dass mit der organisatorischen Neugliederung der Dachorganisation auch eine Erneuerung der IT anstand – und dass jemand aus ihren Reihen hierfür die treibende Kraft sein musste.
Rietz, der hiermit bereits bei Quaker Oats und kleineren Firmen in der Branche Erfahrung gesammelt hatte, wurde zu diesem Zweck im April 2006 von Ubiquity Brands engagiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ubiquity gerade mit der Auswahl einer geeigneten Software begonnen. „Wir müssen eine ERP-Lösung implementieren, wissen aber nicht welche“, war die lapidare Vorgabe des CEO und des CFO. Für Rietz eine erfrischend neue Erfahrung: „Oft ist es schon schwierig genug, die Geschäftsführung zu genau dieser Einsicht zu bringen. Ubiquity Brands hingegen gab mir die klare Marschrichtung ‚ERP-Lösung’ vor – ansonsten hatte wir im Auswahl-Komitee mehr oder weniger freie Hand.“
Wie so viele Mittelständler war Ubiquity zu Anfang der Ansicht, sich keine SAP-Lösung leisten zu können. Rietz: „Der Preis war zwar nicht das Hauptkriterium, spielt aber natürlich trotzdem bei jeder Firmenumgestaltung eine große Rolle.“ Am Ende war dann jedoch der Funktionsumfang ausschlaggebend, den itelligence mit seiner SAP-All-in-One-basierten Branchenlösung it.CPG vorzuweisen hatte. „Kein anderer Anbieter konnte hier in unserer Endausscheidung mithalten“, so Rietz.
Ubiquity Brands hatte darüber hinaus zunächst Bedenken, die SAP-Implementierung auch in dem vorgegebenen Zeitrahmen über die Bühne bringen zu können. „Bei Select Snacks bestand nach der Übernahme nur ein vergleichsweise kurzer Dienstleistungsvertrag von nur wenigen Wochen für die alte IT“, erklärt Rietz den Zeitdruck.

Einfache Rezepte für…

Trotz des Drucks hat Ubiquity Brands nichts überstürzt. „Das Risiko nicht mehr gut zu machender Fehler wäre zu hoch gewesen. Glücklicherweise verfügt die SAP-Partnerlösung it.CPG über vorkonfigurierte Prozesse, die größtenteils die Funktionalität abdecken, die wir brauchen. Dank einer erprobten Einführungsmethodik hat uns itelligence darüber hinaus rasch die Angst genommen, es zeitlich nicht zu schaffen.“ Rietz räumt zwar die ein oder andere kleine Verzögerung ein, etwa bei der Datenkonversion, doch „mit intensiverer Vorbereitung und Schulung, für die wir jedoch keine Zeit hatten, wäre das nicht vorgekommen.“
Ausgezahlt hat sich die kluge Entscheidung, nur zuerst die Basis-Funktionalität auszurollen: Für den Vertrieb (SD), die Materialwirtschaft (MM), die Lagerverwaltung (WM) sowie Bilanzierung und Controlling (FI/CO). Bereits nach sechs bis acht Wochen liefen diese Prozesse rund, andere Funktionalität lässt Ubiquity Brands nun nach und nach folgen.

…funktionalen Genuss

So profitierte Select Snacks rasch von den neuen Prozessen, etwa bei der Auftragserfüllung. „Natürlich achten wir auf Termintreue. Hier hat Select auch vor der SAP-Einführung gute Arbeit geleistet. Doch mit der neuen Lösung liegen wir nun sogar über dem Branchendurchschnitt von 98 Prozent. Wichtig ist auch: Die Prozesse sind wesentlich transparenter, Hals-über-Kopf-Aktionen in letzter Sekunde nicht mehr notwendig“, so Rietz.
Der komplette Mehrwert wird sich erst 2008 nach dem Go-live von Jay’s Foods und Lincoln Snacks zeigen. Rietz erwartet, dass diese Projekte einfacher von der Hand gehen, da das Implementierungsteam von den bereits gesammelten Erfahrungen profitiert. Einige Problemstellungen werden sich wiederholen, die Test- und Analyseroutinen sind gleich, Knackpunkte wie die Datenkonversation nun bekannt.
Auch für sich hat Rietz einige Schlüsse gezogen. „Wer auch immer eine umfassende ERP-Lösung einführen will, sollte die Auswirkungen auf die Mitarbeiter – Schulungsaufwand, Umgewöhnung – und die vorhandenen Prozesse nicht unterschätzen.“ Er fügt als Ratschläge hinzu: „Wichtig für das Projekt sind engagierte Vollzeitmitarbeiter und Unterstützung aus der Führungsetage. Eine der Hauptaufgaben steht vor dem Projekt an: Herauszufinden, was das Unternehmen überhaupt braucht und will, und was es diesbezüglich auf dem Markt gibt. Meiner Einschätzung nach wird hier jeder rasch den Wert von SAP-Software erkennen. Beispielsweise auch in Hinblick auf die eigentliche Implementierung. Es gibt umfangreiche SAP-Software – und ein umfangreiches Partner-Umfeld mit kompetenten Beratern. Bei uns hatten anfangs logischer Weise nur die Leute von itelligence SAP-Erfahrung.“

Christine Macfarlane

Christine Macfarlane

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