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Können digitale Technologien Epidemien eindämmen?

Blog | 1. August 2016 von Claudio Muruzabal 0

Kurz vor dem Start der olympischen Spiele in Rio erläutert der Leiter von SAP Latin America die Rolle von Technologien wie SAP HANA bei der Bekämpfung von Epidemien wie dem Zika-Virus.

Wir haben derzeit die einmalige Chance, das Gesundheitssystem in Lateinamerika nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Technische Lösungen auf Basis von SAP HANA, die uns beim Kampf gegen Epidemien unterstützen, sind mittlerweile auf dem Markt und wurden bereits erfolgreich in anderen Teilen der Welt getestet. Was müssen wir tun, damit dies auch bei uns in Lateinamerika funktioniert?

Auf der einen Seite müssen wir die klassischen Ansätze unserer Gesundheitssysteme überdenken und uns auf das Sammeln und Organisieren von Daten und ihre Analyse konzentrieren, damit wir in Echtzeit handeln können. Auf der anderen Seite müssen wir unsere Prozesse im Gesundheitssystem ändern. Außerdem ist es notwendig, dass wir uns mit Regierungen und Kontrollbehörden zusammenschließen, ihre Vorschriften überarbeiten und sie an die Digitalisierung anpassen.

Big-Data-Analysen sollen die Ausbreitung des Zika-Virus verhindern

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit an der Podiumsdiskussion „Securing the Continent’s Health“ des lateinamerikanischen Weltwirtschaftsforums in Medellin, Kolumbien, teilzunehmen. Wir diskutierten darüber, wie man die heutige Technologie dazu nutzen könnte, die Gesundheitsversorgung in ganz Lateinamerika sicherzustellen. Die Unternehmen in Lateinamerika haben in den letzten drei Jahren zwar große Fortschritte im Bereich des digitalen Wandels gemacht. Dennoch fehlt ein einheitliches öffentliches Gesundheitssystem – vor allem in Ländern, die sich momentan in einer ungünstigen Wirtschaftslage befinden. Glücklicherweise aber sind sich die öffentlichen Einrichtungen über den hohen Mehrwert von Big-Data-Analysen bewusst. Dementsprechend wägen sie mittlerweile ihre Optionen im Hinblick auf neue Technologien ab, um Epidemien wie den Zika-Virus, das Chikungunya- und das Denguefieber künftig einzudämmen.

An dieser Stelle können innovative Unternehmen durchaus eine Schlüsselrolle einnehmen, und einige haben bereits erste Schritte in die richtige Richtung getan. Im Jahr 2014 hat die SAP die Regierungen in Afrika dabei unterstützt, die Ausbreitung des Ebola-Virus einzudämmen. Jetzt schauen wir auf Lateinamerika und versuchen die gleiche Lösung auch dort zu implementieren.

Innovative Unternehmen und ihre Technologie spielen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Epidemien wie dem Zika-Virus

Als Ebola das Ausmaß einer Epidemie erreichte, wurden die betroffenen Länder mit vielen unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert. Wie kontrolliert man eine hoch ansteckende Krankheit, die sich rasant ausbreitet und sogar Landesgrenzen überschreitet? Eine präventive Strategie musste entwickelt und Kontrollen verstärkt werden, um die weitere Ausbreitung zu verhindern und die Epidemie erfolgreich zu bekämpfen.

Überwachungssystem schon bei Ebola erfolgreich

Als Nigeria der unmittelbare Ausbruch von Ebola drohte, schloss sich die SAP mit verschiedenen Gesundheitsorganisationen zusammen und entwickelte das Management-System SORMAS (Surveillance Outbreak and Response Management System). Die Lösung läuft auf der Plattform SAP HANA und stattet Helfer vor Ort mit einer App aus, die Notfälle identifiziert und potentielle meldet. Dabei greift die App auf Datenanalysen zurück, die die Entscheidungsfindung in Echtzeit unterstützen. Bei einem Feldversuch in Nigeria erwies sich SORMAS als äußerst effektiv und konnte tatsächlich das Erkrankungsrisiko senken.

Mittlerweile arbeitet die SAP mit verschiedenen Regierungen Lateinamerikas zusammen, um SORMAS auch bei der Bekämpfung der Zika-Epidemie einzusetzen. Die Initiative ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologien dazu beitragen, dass sich Regierungen, Gesundheitsinstitute und private Unternehmen zusammentun, um die Gesundheit der Bürger effektiv zu schützen.

Claudio Muruzabal ist President von SAP Latin America & the Caribbean

Foto: Shutterstock

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