Business Intelligence in der Praxis

26. März 2012 von Birgit Jordan 0

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) rechnet die Honorare von rund 20.000 Ärzten und Psychotherapeuten mit den Krankenkassen ab. Jeder Krankenschein, jede Diagnose und jeder behandelte Patient wird dokumentiert – dabei fallen große Mengen an Daten an. Um dieser Herausforderung gewachsen zu sein, nutzt die KVBW das selbst entwickelte System OpenKV für die Honorarabrechnung. Damit kann allerdings keine automatisierte, quartalsübergreifende Analyse erstellt werden. Geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen zogen daher immer aufwändigere manuelle Anpassungen nach sich.

Damit die KVBW die Daten in Zukunft dazu nutzen kann, die medizinische Versorgung zu verbessern, haben die Business-Intelligence-Experten von JOIN(+) eine einheitliche Datenbasis geschaffen – mit Hilfe von SAP BusinessObjects. Die Lösung unterstützt den schnellen, automatisierten Transport von Informationen zu Entscheidungsträgern, Sachbearbeitern und Mitgliedern. Der SAP-Partner JOIN(+) als Spezialist für den Einsatz von Business-Intelligence-Produkten unterstützte bei der Konzeption sowie der Umsetzung.

Mit der Lösung von SAP und JOIN(+) könne man jetzt wichtige Informationen mitgliederorientiert aufbereiten und über das geschützte Portal der KVBW anbieten, berichtet Tobias Binder, Geschäftsbereichsleiter Service und Beratung bei der KVBW. Das heißt, dass Ärzte und Psychotherapeuten individuelle Analysen zur Steuerung und Optimierung ihrer Praxis abrufen können. Diese statistischen Auswertungen bildeten außerdem die Grundlage für die betriebswirtschaftlichen Beratungen durch die Kassenärztlichen Vereinigung, so Binder weiter. Diese unterstützen die Ärzte dabei, Verbesserungspotentiale in ihrer Praxis zu erkennen und zu nutzen.

Verbesserter Zugang zu Informationen

Für die KVBW sei es wichtig, dass sich betriebswirtschaftliche Beratungsgespräche einfach vorbereiten lassen. Die Vorbereitung verkürze sich für ihre Berater von Stunden auf Minuten, erfolge automatisiert und erfordere keine Kenntnisse spezieller Software oder komplexer Datenstrukturen, berichtet Binder. „Der Berater wählt im Intranet aus einem Katalog von vorab definierten Auswertungen jene aus, die er für das Beratungsgespräch benötigt. Diese bekommt er quartalsbezogen auf die betreffende Praxis zugeschnitten und in Sekundenschnelle elektronisch zugestellt.“

Gestartet hat das Projekt im Mai 2011 und wird nun sukzessive umgesetzt. Andreas Greb, IT-Leiter bei der KVBW, berichtet, wie sehr sich die Arbeit für die Berater vereinfacht hat. Das liege vor allem daran, dass der manuelle Aufwand bei der Datenversorgung reduziert wurde. Mit der Harmonisierung der Stammdaten ließ sich zudem die Qualität der Daten steigern. „Die Arbeit mit einem Datenauswertungskonzept führt zu einer strukturierten Auswertung und exakteren Analysen. Aufgrund der Qualität von Kennzahlen werden Trends und Entwicklungen schneller erfasst und die Fehlerwahrscheinlichkeit sinkt deutlich“, resümiert Greb.

Lösung mit Zukunft

Jetzt soll jeder Fachbereich eigene Informationen bereitgestellt bekommen. So können alle von einer einheitlichen Datenbasis profitieren: Verordnungsmanagement und Controlling, die Kosten- und Leistungsrechnung genauso wie das Finanzwesen. Selbsterklärende Benutzeroberflächen erleichtern den Arbeitsalltag bei der KVBW, so Greb. Auf dieser Grundlage plane man jetzt Erweiterungen, etwa die die Analyse von Geodaten für das Berichtswesen: Mit Hilfe der hoch verdichteten Informationen lassen sich im Falle gesetzlicher Änderungen über Quartalsvergleiche sehr genau die Auswirkungen auf die Vergütungen der Ärzte berechnen. Auch für den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung seien solche zeitnahen Ergebnisse wichtig, sagt Greb. „Man bekommt damit eine wertvolle und fundierte Quelle für den Dialog mit der Politik, zum Beispiel wenn es um die Auswirkungen von Gesetzesänderungen geht.“

Weitere Informationen zum SAP-Partner Join(+) finden Sie unter www.joinplus.de. Zur Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) können Sie sich unter www.kvbawue.de informieren.

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