Klare Sicht im Ländle

Feature | 12. August 2009 von Christiane Stagge 0

Reden, debattieren, streiten – das gehört zum Alltag eines jeden Politikers. Doch um überzeugen zu können, müssen die Argumente stimmen. Dafür braucht es Hintergrundwissen. An die nötigen Informationen heranzukommen, ist nicht immer einfach, insbesondere wenn es um finanzielle Themen geht: Um Finanzdaten analysieren und miteinander vergleichen zu können, muss der Abgeordnete oft erst den Abschlussbericht des jeweiligen Ressorts abwarten.

Informationssystem auf der Basis von SAP

Die Landesregierung von Baden-Württemberg wollte ihren Abgeordneten den Zugang zu diesen Informationen erleichtern. Im Rahmen der Entwicklung moderner Steuerungsinstrumente für die Landesverwaltung wurde auch ein neues elektronisches Informationssystem für Landtagsabgeordnete eingeführt. Mit diesem Informationssystem auf der Basis von SAP ERP, SAP NetWeaver Business Warehouse können Abgeordnete und deren Mitarbeiter:

  • Aktuelle Daten und Grafiken der Anlagenbuchführung, Etat- und Haushaltsplanung, Stellenplanung, Kosten- und Leistungsrechnung und des Budgetmanagements abrufen, analysieren und miteinander in Beziehung setzen
  • Datenbankanalysen durchführen
  • Auf eine einheitliche Plattform zugreifen

Auf einen Klick alle wichtigen Infos

Mit ein paar Klicks erhält der Abgeordnete aus einem Pool von 100.000 Einzelpositionen und Grafiken alle wichtigen Informationen über die Höhe der einzelnen Einnahmen und Ausgaben, die konkrete Verwendung der Haushaltsmittel, Details zur Haushalts- und Stellenplanung und eine aktuelle Aufnahme des Etats beziehungsweise Schuldenstands. Auf die Abschlussberichte der vergangenen Jahre kann der Abgeordnete und seine Mitarbeiter ebenso zugreifen und sie miteinander vergleichen.

Auch Daheim Zugriff auf Daten

Sollte der Abgeordnete nicht vor Ort im Stuttgarter Landtag sein und dennoch Informationen benötigen, ist auch das kein Problem: Über das Intranet des Landtages ist der Zugriff auch vom heimischen Wahlkreisbüro aus möglich.

Implementierung und Erfolsbilanz

Die Implementierung erfolgte in zwei Stufen: 2005 war der erste Prototyp aktiv, 2008 ging die Software schließlich produktiv. Die Einarbeitung der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter erfolgte innerhalb von 16 Schulungsveranstaltungen.

Da jetzt alle wichtigen Daten ad hoc zur Verfügung stehen, können die Landespolitiker schneller reagieren – insbesondere dann, wenn sie nicht in Stuttgart vor Ort sind, sondern sich im heimischen Wahlkreisbüro aufhalten. Das Informationssystem auf Basis von SAP spart nicht nur Zeit und Papier, sondern macht es möglich, Entwicklungen in der Personalverwaltung besser zu analysieren und zu planen, die Budgets vorausschauender einzusetzen und gezielt Reports zu erstellen. Damit lässt sich genau erkennen, welche Sachen funktionieren und welche nicht. Dass die SAP-Implementierung Erfolg hatte, zeigt sich nicht zuletzt an den hohen Zugriffszahlen: Im ersten Jahr verzeichnete die Software 8.518 Klicks.

Am 02. Juni 2009 erlangte das Informationssystem internationale Aufmerksamkeit und wurde in Washington D.C. mit einem Preis im diesjährigen Computerworld Honors Program ausgezeichnet.

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