Baustoff des Erfolgs

Feature | 3. Februar 2009 von Johannes Gillar 0

Baustoffe

Schnelle, globale Expansion – davon träumt jeder Unternehmer. Doch Sorgfalt ist geboten, soll das Wachstum von Dauer sein. Damit die Firma nachhaltig wirtschaften kann, müssen Geschäftsprozesse und IT-Infrastruktur mithalten. Diese Situation kennt Alfagres, der größte Baustoffanbieter Kolumbiens, nur zu gut. Durchschnittlich zwanzig Prozent legte das Unternehmen mit Sitz in Bogotá in den letzten fünf Jahren zu. Der rasante Aufstieg stellte die Kolumbianer vor ein doppeltes Problem: Ein integrierter Datenfluss entlang der Wertschöpfungskette fehlte ebenso wie ein passendes Informationssystem.

„Dadurch wurde es immer schwieriger, unser wachsendes Auslandsgeschäft effizient zu betreiben“, erklärt Doris Ladino, IT-Projektleiterin bei Alfagres. Oft habe manuelle Arbeit die Entscheidungsprozesse verlangsamt. „Letztlich ging das zu Lasten unserer Wettbewerbsfähigkeit“, räumt sie ein. So habe Alfagres mangels genauer Informationen teils zu große Lagerbestände, teils Fehlbestände verzeichnet. Insgesamt seien weder eine genaue Kontrolle der Prozesse noch verlässliche Prognosen möglich gewesen.

Globale Logistik

Alfagres
Das 1971 in Bogotá gegründete Unternehmen produziert und vertreibt Baustoffe, darunter Fliesen und Platten aus Bruchstein, Keramik und Antikmarmor, sowie Teppiche. Alfagres unterhält in Kolumbien zahlreiche Niederlassungen und exportiert in die ganze Welt. Der Vertrieb für die USA, Kanada, die karibischen Inseln, Europa und Asien sitzt in Miami. Mexiko, Zentral- und Südamerika werden von Bogotá aus bedient. Mit 2.300 Mitarbeitern erwirtschaftete der Konzern im Jahr 2007 einen Umsatz von rund 150 Millionen U.S.-Dollar.

Um den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern und die Wettbewerbskraft wiederherzustellen, beschlossen die Verantwortlichen, die Geschäftsprozesse zu optimieren und die Logistik des Unternehmens zu globalisieren. Dies wiederum bedingte einen Umbau der IT-Infrastruktur. So schnell der Entschluss gefasst war, so schwierig gestaltete sich die Umsetzung.

„Wir hatten 15 Lösungsanbieter in der Auswahl und legten die Messlatte sehr hoch“, erinnert sich Ladino. „Unser Pflichtenheft für das neue System listete 4.000 Funktionen auf.“ Doch gerade die strengen Vorgaben machten die Wahl dann doch einfach. Denn SAP ERP habe im Verbund mit SAP Advanced Planning & Optimization (SAP APO) und SAP NetWeaver Business Intelligence die Wünsche zu gut 85 Prozent erfüllt.

Doch nicht nur funktional wussten die Walldorfer zu überzeugen: „Mit SAP können wir unsere Wertschöpfungskette synchronisieren und den gesamten Konzern stets im Blick behalten“, ergänzt Ladino. Handfeste Vorteile entstünden etwa durch eine bessere Projektüberwachung, einen optimierten Materialeinsatz und eine strikte Kostenkontrolle.

Konkret konnte Alfagres die Produktionskosten um fünf Prozent und den Bestand an Langsamdrehern um 25 Prozent senken. Zudem fallen bei der Fliesen- und Plattenherstellung fünf Prozent weniger Rohstoffabfall angesenkt werden – mit positiven Auswirkungen auf die Rentabilität.

Produktiver dank Best Practices

Um noch mehr aus den neuen Lösungen herauszuholen, setzt man überdies SAP Best Practices ein. Dabei handelt es sich um Voreinstellungen und Automatisierungsmethoden, mit denen sich Prozesse ohne großen Aufwand optimieren lassen. „Wir haben Dokumentationsstandards und Risikokontrollen eingeführt und arbeiten künftig nach einheitlichen Verfahren“, erläutert Ladino. Dadurch habe sich die Effizienz des Unternehmens insgesamt, aber auch die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters verbessert.

Den Erfolg des Projekts schreibt dessen Leiterin vor allem den Experten von SAP Consulting zu. Die Berater implementierten die Lösungen in sieben Monaten, erfüllten alle Anforderungen und hielten den Zeit- und Kostenrahmen ein. „Die Kompetenz von SAP Consulting hat uns beeindruckt, die Berater brachten viel Erfahrung aus ähnlichen Projekten mit“, lobt Ladino. Darüber hinaus hätten sie in kniffligen Situationen Verantwortung übernommen. Kein Wunder, dass alles schnell und weitgehend reibungslos über die Bühne.

Allein die Akzeptanz durch die Mitarbeiter ließ anfangs zu wünschen übrig: „Es dauerte eine Weile, bis die User die Vorteile des neuen Systems erkannten“, bestätigt Ladino. Mittlerweile nutzten 800 Kollegen die Software, und viele „fragen sich, wie sie je ohne SAP ausgekommen sind“, schmunzelt sie.

Geplant: lokalisierte Gehaltsabrechnung

Momentan befinde sich die Lösung in der Stabilisierungsphase. Angesichts der vielen Vorteile, die der Einsatz der integrierten Systeme Alfagres im Kerngeschäft bringe, habe man bereits weitere Pläne in Sachen SAP. Unter anderem wolle man eine lokalisierte Gehaltsabrechung einführen. „Auch SAP APO werden wir stärker nutzen, weil wir uns davon im Versand kräftige Einsparungen versprechen.“

Ferner beschäftigen sich Ladino und ihr Team mit den Mobillösungen der SAP. Deren Einsatz sei allerdings noch Zukunftsmusik, da man zunächst die Vertriebs- und Lagermitarbeiter mit entsprechenden Geräten ausstatten müsse. „Jedenfalls“, so die Projektleiterin, „werden wir auch dabei gerne mit SAP Consulting zusammenarbeiten.“

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