Lizenz zum Erweitern

Feature | 30. Mai 2007 von admin 0

Unternehmen benötigen zum einen eine zukunftssichere und servicebasierte ERP-Plattform, die neben den Standardfunktionen auch branchenspezifische Prozesse beinhaltet und sich rasch an veränderte Geschäftssituationen anpassen lässt. Zum anderen wollen die Anwender jedoch die Geschwindigkeit, mit der sie ihre IT-Architekturen nach den Prinzipien der Service-orientierten Architektur (SOA) gestalten, selbst bestimmen. Diese Anforderungen erfüllt SAP mit der langfristigen Produktstrategie für SAP ERP: Kontinuierlich und planmäßig werden neue und erweiterte Funktionalitäten als so genannte SAP Enhancement Packages für SAP ERP, eine Serie optionaler Erweiterungspakete ausgeliefert.

Neue Funktionen im Paket

Enhancement Package 1

Enhancement Package 1

Die Enhancement Packages umfassen branchenspezifische und branchenübergreifende Erweiterungen sowie neue Funktionalität für SAP ERP. Darüber hinaus werden in SAP ERP implementierte Enterprise Services über das Enterprise Services Repository im SAP NetWeaver beschrieben, mit denen sich beispielsweise End-to-End-Prozesse wie Procure-to-Pay-Abläufe flexibler gestalten lassen. Gleichzeitig stellt SAP wie bisher regelmäßig Support-Pakete bereit, mit denen Anwender ihre ERP-Anwendung an geänderte gesetzliche und steuerliche Anforderungen anpassen können.

Enhancement Supporte Packages

Enhancement Supporte Packages

Geplant ist, neue Enhancement Packages etwa alle sechs Monate bereitzustellen. SAP hat das erste SAP Enhancement Package für SAP ERP im Dezember 2006 ausgeliefert, Nummer zwei soll im Juli 2007 auf den Markt kommen. Bereits das erste Enhancement Package wartete mit zahlreichen funktionalen Erweiterungen auf, beispielsweise im Human Capital Management (HCM) zu Talent Management oder Recruiting oder zum Credit Management im Finanzwesen. Hinzu kommen zahlreiche branchenspezifische Erweiterungen, unter anderem für den Einzelhandel, sowie neue Enterprise Services für Vertrieb und Service sowie den Bereich Produktentwicklung und Produktion.
SAP plant, mit dem zweiten Enhancement Package für SAP ERP unter anderem Neuerungen für die Branchen Handel / Großhandel, öffentlicher Dienst, Prozessindustrie und Automobilindustrie bereit zu stellen, sowie Enterprise Services für Order-to-Cash. Die branchenübergreifende Funktionalität wird ergänzt: Im Finanzwesen ist die SWIFT-Code-Integration geplant, sowie zusätzlicher Business-Intelligence-Content für SAP Biller Direct. In SAP ERP Human Capital Management ist geplant, die Learning Solution zu erweitern, im Bereich Logistik wird die Integration von Lieferanten verstärkt.
Jedes neu ausgelieferte SAP Enhancement Package für SAP ERP enthält auch die zuvor bereitgestellten Erweiterungen, die Packages sind also kumulativ. Das trägt maßgeblich dazu bei, Releasezyklen und -planungen zu synchronisieren.

An vordefinierten Punkten erweitern

Dabei bestimmen SAP-Anwender nun selbst, welche neuen Funktionen sie nutzen wollen und welche nicht. Sie können diese je nach Bedarf über das SAP Switch Framework aktivieren, einen Bestandteil von SAP NetWeaver. Branchenfunktionen sowie Zusatzanwendungen für branchenübergreifende Prozesse werden in SAP ERP als so genannte Business Functions über das SAP Switch Framework in einem inaktiven Zustand mitgeliefert.

Mit Business Function Sets Konflikte vermeiden

Mit Business Function Sets Konflikte vermeiden

Betriebswirtschaftlich eigenständige und in sich abgeschlossene Funktionen für bestimmte Branchen werden in Industry Business Functions gekapselt und zu Industry Business Function Sets gruppiert. Alle Industry Business Functions eines Sets können gleichzeitig in einem Kundensystem genutzt werden können. Über das SAP Switch Framework werden einzelne Funktionen innerhalb der Business Function Sets freigeschaltet.
Dieses Prinzip hat SAP auf die Erweiterungen im Rahmen der Enhancement Packages übertragen. Business Functions werden nun verwendet um die Neuentwicklungen in den Enhancement Packages zu kapseln. Dabei sind Enterprise Business Functions unabhängig von den Industry Extensions und können von allen Kunden genutzt werden. Erweiterungstechnologien aus dem SAP Enhancement Framework, etwa der Enhancement Builder, ergänzen SAP-Programme und Tabellen an vordefinierten Punkten und fügen hierdurch neue Funktionalität für eine bestimmte Branche hinzu. Über das SAP Switch Framework schalten SAP-Anwender die Erweiterungen dann bei Bedarf frei.

Vereinfachen und standardisieren

Enterprise Service Bundles

Enterprise Service Bundles

Neue Enterprise Services gruppiert SAP im Rahmen der Enhancement Packages zusammen mit ihrer Dokumentationen als Enterprise Services Bundles vor ihrem betriebswirtschaftlichen Hintergrund. SAP-Kunden erhalten über ein interaktives Wiki-Format Zugriff auf diese Dokumentationen und tauschen hier auch ihre Erfahrungen aus. Die einzelnen Enterprise Services und Prozesskomponenten sind im Enterprise Services Repository definiert und ihre Implementierung steht in SAP ERP sofort zur Verfügung. Damit lassen sich je nach Bedarf Kernprozesse in Unternehmen optimieren sowie rasch neue und servicebasierte Geschäftsszenarien, etwa in Form von Composite Applications, aufbauen, wenn es um eine effizientere Bestellabwicklung oder innovative Vertriebswege geht.
Zum Beispiel wird das zweite SAP Enhancement Package für SAP ERP neue Enterprise Services Bundles enthalten, um Order-to-Cash-Abläufe zu vereinfachen und branchenübergreifend weitgehend zu standardisieren. Bestimmte Prozessschritte sind im Dienstleistungs- sowie Konsumgüterbereich weitgehend gleich. Das reicht von der Kundenanfrage, der Angebotserstellung, dem Auftragseingang und der Auftragsterminierung, über den Versand der Waren und Produkte bis hin zur Rechnungsstellung und Überwachung des Zahlungseingangs. Entsprechend bietet SAP Enterprise Services Bundles für genau solche Prozessschritte an.
Darüber hinaus erlauben die Enterprise-Services den Aufbau von Composite Applications mit maßgeschneiderten Benutzeroberflächen, die branchenspezifische Order-to-Cash-Szenarien in Bezug auf Durchlaufzeit, Qualität und Kosten verbessern. Beispiel Electronic Order Fulfillment (EOF): Es ermöglicht Logistikdienstleistern, neue Geschäftsmodelle zu etablieren, indem sie den Kunden über Enterprise Services erlauben, ihre Versandaufträge selbst abzuwickeln und zu verwalten. Mit den Enterprise Services lassen sich somit systemübergreifend (SAP und Non-SAP-Software) Geschäftsszenarien ergänzen sowie standardisierte, stabile und dokumentierte Schnittstellen zwischen SAP ERP und Drittsystemen etablieren.
Auch für die kontinuierliche Vereinfachung von Arbeitsabläufen am Bildschirm orientiert sich SAP an der Standardisierung von Unternehmensprozessen wie Order-To-Cash oder Procure-To-Pay. Hierzu hat SAP branchenübergreifend personalisierte Arbeitsvorratslisten, so genannte personalized object worklists, definiert. Diese enthalten Arbeitsvorräte in Verbindung mit festgelegten Arbeitsschritten, wie „Kundenauftrag prüfen und bestätigen“ oder „Rechnungen prüfen und freigeben“, die nacheinander abzuarbeiten sind. Ebenso wird das Berichtswesen zunächst im Bereich SAP ERP Financials und anschließend auch für die übrigen Teile von SAP ERP vereinheitlicht. Anwender können damit in Zukunft noch effizienter und mit noch weniger Schulungsaufwand Geschäftsprozesse am System abbilden.

Keine nachträgliche Installation

SAP-Anwender profitieren in mehrfacher Hinsicht von den Enhancement Packages. Zusätzliche Funktionalität sowie Enterprise Services werden kontinuierlich ausgeliefert. Sie lassen sich bei stabilem ERP-Kernsystem racher und deutlich kostengünstiger implementieren als bisher.
Die bei einem „klassischen“ Upgrade erforderliche nachträgliche Installation eines kompletten Branchenpakets oder einer Kernkomponente entfällt ebenso wie die Anpassung aller Anwendungen und Schnittstellen, die mit einem Branchenpaket oder einer Kernkomponente in Verbindung standen. Wird neue Funktionalität aktiviert – beispielsweise Talent Management oder E-Recruiting bei SAP ERP HCM – wird auch nur SAP ERP HCM angepasst. Gleiches gilt für die Branchenerweiterungen. Alle anderen Bereiche der ERP-Software bleiben von diesen Änderungen unberührt.

Dem eigenen Fahrplan folgen

Evolution der Enhancement Packages

Evolution der Enhancement Packages

Mit SAP ERP und den SAP Enhancement Packages für SAP ERP gewinnen SAP-Kunden langfristige Planungssicherheit. Sie entwickeln ihre Geschäfts- und IT-Strategien ohne Unterbrechung weitere und folgen ihrem eigenen Fahrplan bei der Umsetzung einer Enterprise SOA.
Diese langfristige Releasestrategie überzeugt auch SAP-Anwender. Immer mehr wechseln auf das aktuelle ERP-Release wie beispielsweise Umfragen der Deutschsprachigen SAP Anwender-Gruppe DSAG bestätigen. Doch jedes Upgrade-Projekt ist anders. Deshalb hat SAP Beratungskompetenzen in der so genannten Upgrade-Factory gebündelt. Services für die professionelle Projektplanung und deren technische Umsetzung zum Festpreis liefern passgenaue Unterstützung für den technischen Upgrade von SAP R/3 auf SAP ERP. Dadurch verkürzt sich die Dauer von Upgrade-Projekten und Ausfallzeiten werden minimiert.

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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