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6 Vorteile der vernetzten Logistik

29. September 2016 von Andreas Schmitz 32

LKW-Lieferungen im Auge behalten, Hochregal- und Kleinteilelager ans Warehouse Management anbinden, virtuelle Lager mit Virtual-Reality-Datenbrille betreten: Die Logistik wächst immer mehr zusammen – nicht zuletzt durch IoT.

Sobald ein Kunde etwas bestellt hat, geht es beim Produzenten Schlag auf Schlag. Im Lager werden die Waren herausgesucht, zugeordnet und für den Transport gebündelt. Vor der Lagerhalle wartet ein LKW bereits an der richtigen Rampe auf die Beladung. An diversen Ecken im Prozess fließen Informationen darüber ein, wann die Ware verfügbar ist, abgeholt werden kann und das Lager wieder aufgefüllt werden sollte. Parallel dazu wechseln die Aufträge im Unternehmen von „offen“ auf „erledigt“ mit der Angabe, wann das Produkt den Kunden erreichen wird. Im Idealfall weiß der Hersteller schon vor der Bestellung, wie viel Bedarf wohl in den kommenden Monaten zu erwarten ist.

IoT und „real time“: Weit mehr als Science-Fiction

Science-Fiction ist das im Zeitalter der Datenverarbeitung in „real time“ und des Internet of Things (IoT) nicht, sondern immer häufiger Realität in produzierenden oder Handelsunternehmen. Dies gilt besonders für Fälle, in denen der Kunde seine – etwa online bestellten – Produkte innerhalb von weniger als einem Tag einfordert. Viele einzelne Innovationen sorgen dafür, dass die Prozesse von der Bestellung bis zur Auslieferung der Produkte nicht ins Stocken geraten und das Produkt den Kunden zum angekündigten Zeitpunkt erreicht.

Was vernetzte Logistik leistet:

1. Effizienter und transparenter durch Automatisierung

Sind eine Vielzahl von Kommissionierungen gleichzeitig im Lager zu verarbeiten, braucht es eine Strategie, die effizient und automatisiert festlegt, in welcher Reihenfolge die Aktivitäten im Lager ausgeführt werden:

Über Kommissionierwellen und -aufträge werden die Schritte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort ausgeführt. Denn das SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) steuert sämtliche Warenbewegungen automatisch und führt Lagermitarbeiter mit mobilen Datenerfassungsgeräten durch sämtliche Lagerprozesse, um Kommissionierwege möglichst kurz zu halten.

Automatische Hochregal- und Kleinteilelager, Förderstrecken oder auch fahrerlose Transportsysteme sind zudem über das EWM-eigene Material Flow System (MFS) direkt ans SAP EWM angebunden und bringen Waren zu den jeweiligen Arbeitsstationen im Lager.

– Gleichzeitig sind Speditionen über das sogenannte Dock Appointment Scheduling bereits über den Bedarf informiert und haben ihre LKWs an die Laderampe positioniert. Sobald Produkte das Lager verlassen, registrierten die IT-Systeme das und haben diese Information transparent und einsehbar für die Mitarbeiter im Unternehmen vorliegen. Die Informationen über den aktuellen Status der Lieferung ermöglicht Mitarbeitern zudem, Störfälle sofort zu erkennen und einzuschreiten.

2. Warenbewegungen mobil checken

Über Smartphones und Tablets können Echtzeitinformationen über die Waren bequem abgefragt und angezeigt werden. Das schafft Transparenz über sämtliche Warenbewegungen innerhalb des Lagers. Darüber hinaus fließen Verkehrs- und Positionsdaten der LKWs in Echtzeit in die Systeme. Informationen stehen somit für die gesamte Logistikkette vom Lager über allen beteiligten Logistikdienstleistern wie Speditionen und Verladestationen an Schiffs- und Flughäfen bis zu den Empfängern zur Verfügung.

3. IoT im LKW nutzen

Enthält die Ladung eines LKWs Ware, die bei einer bestimmten Temperatur transportiert werden muss, kann die Ladefläche mit Sensoren bestückt werden, die ihre Messdaten kontinuierlich an das Transportmanagementsystem weitergibt. Zu dem kontinuierlichen Monitoring des LKWs gehört auch eine Sicherheitsprüfung. So genannte Smart Boxes registrieren, sobald ein versiegelter Container ungeplant geöffnet wird.

4. IoT-Szenarien per Simulator testen

IoT muss nicht kompliziert sein. Dies zeigt SAP beispielsweise auf dem SAP Infotag Lager- und Transportmanagement anhand eines IoT-Simulators. Darin verbaut sind Messfühler für Vibrationen, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit. Wird der Simulator bewegt oder verdeckt, zeigt er diese Veränderung direkt in einer Grafik auf dem Smartphone an. In Containern auf dem LKW können solche Szenarien wichtig werden, wenn die Verladung und der Transport der Fracht unter speziellen Umweltbedingungen stattfinden müssen.

5. Mit “LKW-Schoko-Case” mobil verbinden

LKW im logistischen Prozess

LKW im Logistik-Showcase: Zuschauer können die Prozessschritte auf ihrem Smartphone verfolgen

Auch wenn es nur ein Spielzeug-LKW ist, zeigt der zweite Demo-Showcase auf dem SAP Infotag Lager- und Transportmanagement, wie moderne Logistik funktioniert – und zwar im Zusammenspiel von SAP Transportmanagement, dem SAP EWM und der Sendungsverfolgung auf Basis von IoT. Befindet sich ein LKW wenige Kilometer vor dem Lager, in dem eine Lieferung auf die Spedition wartet, bekommen Verantwortliche im Lager automatisch eine Information zugesendet. Fährt der mit Schokolade beladene LKW über eine sehr unebene Fahrbahn, schlägt der Vibrationssensor Alarm. Wird ein Schwellwert überschritten, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die Ladung in Gefahr ist.

6. LKW-Case per VR-Datenbrille verstehen

Kommissionieren mit Unterstützung der VR-Brille - ein Prozess mit Zukunft.

Kommissionieren mit Unterstützung der Virtual-Reality-Brille – ein Prozess mit Zukunft.

Was vor Ort am Stand vor Augen der Zuschauer stattfindet, lässt sich zudem per Virtual Reality erleben. Das physische Szenario findet dann per VR-Brille vor Augen des Betrachters statt, ohne dass er sich vor Ort befindet. Ins Warenlager buchstäblich eintauchen, virtuell kommissionieren oder Verzögerungen durch Staus der LKWs bei der Anreise auf der Datenbrille sehen ermöglicht Unternehmen, wichtige Prozesse künftig aus der Ferne abwickeln zu können.

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