Lückenlose Rückverfolgbarkeit (Teil 1)

Feature | 4. Oktober 2005 von admin 0

Teil 2 des Artikels
Das neueste RFID-Release der SAP in Form der SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 stellt ein umfassendes Funktionsspektrum und Wertangebot bereit. Die SAP Auto-ID Infrastructure (SAP AII) ist im Wesentlichen eine Mapping Engine, die über RFID erfasste EPC-Daten mit Geschäftsprozess-Schritten in Zusammenhang bringt. SAP AII liefert die erforderliche Logik, um eine identifizierte Erfassung mittels Electronic Product Code (EPC) gemeinsam mit dem physischen und logischen Standort im Kontext der Geschäftsprozesse abzubilden. Zudem werden zugehörige Geschäftsdokumente wie etwa Lieferbelege erzeugt oder aktualisiert und Objekte beispielsweise Handling Units angestoßen. SAP Auto-ID Infrastructure bietet außerdem eine Datenbank, in der die EPC-Identifikationen mit ihren zugehörigen aktuellen und historischen Statusinformationen – beispielsweise Lesepunkte, Handling-Unit-Zuordnungen, Zeitstempel und Kontexte – hinterlegt werden.

Ausgangsprozesse

Eigenständige RFID-gestützte Ausgangsprozesse

Eigenständige RFID-gestützte Ausgangsprozesse

Für die RFID-gestützten Ausgangsprozesse stehen zwei Möglichkeiten der Implementierung zur Auswahl: die Stand-alone-Implementierung und die integrierte Implementierung. Die Stand-alone-Implementierung von SAP AII 4.0 gestattet den Kunden elementare so genannte Slap & Ship-Prozesse, mit denen Produkte oder Paletten beim Versand an den Handel mit RFID-Etiketten versehen werden. Gleichzeitig lässt sich SAP AII als Plattform künftig zu einer Lösung migrieren, die mit einem Backend- und Expertensystem verknüpft ist. Die Lösung ist in einem späteren Roll-out beispielsweise im Anschluss an ein Pilotprojekt zu erweitern. In der Stand-alone-Implementierung von SAP AII 4.0 steht für Ausgangsprozesse eine Prozessabfolge zur Verfügung; sie beinhaltet Tag-Kommissionierung, Erstellung und Prüfung der erstellten Tags mit der zugehörigen EPC-Nummernkreisverwaltung, RFID-gestützte Verpackung, RFID-gestützte Transportvorgänge, manuelle Zuordnung eines Referenzbelegs und RFID-gestützte Verladung.
In der integrierten Implementierung macht die SAP Auto-ID Infrastructure ERP-Standardausgangsprozesse RFID-fähig und ermöglicht die RFID-gestützte Verpackung, die Verladung und Transportvorgänge, bei denen der Standortstatus eines Objekts innerhalb von SAP AII zusätzlich fortgeschrieben wird. Die Kommissionierung von RFID Tags wird mit der EPC-Verwaltung unterstützt; diese ist mit dem Materialstamm in mySAP ERP verknüpft.

RFID-gestützte Ausgangsprozesse

RFID-gestützte Ausgangsprozesse

Den Ablauf von RFID-gestützten Ausgangsprozessen zeigt folgendes Beispiel: Nachdem eine Auslieferung angelegt und ihr Kommissionierstatus in mySAP ERP auf “Bestätigt” gesetzt wurde, wird ein IDoc angelegt und über die SAP NetWeaver Exchange Infrastructure (SAP NetWeaver XI) an die SAP Auto-ID Infrastructure übergeben. Hier wird gemäß der Lieferung die bevorstehende Aktion für die RFID-Verpackung repliziert. Ein Mitarbeiter, der die Tags für die Produkte bereits kommissioniert hat, packt jetzt die Kisten mit der zu kommissionierenden Ware auf eine Palette. Die fertige Verpackungseinheit wird mit einem RFID-Lesegerät eingelesen. SAP Auto-ID Infrastructure legt anschließend eine neue Produkthierarchie an; diese umfasst die Palette (gekennzeichnet mit EPC-Format SSCC-96) und die zugehörigen Kisten (gekennzeichnet mit EPC-Format S-GTIN-96).
Die SAP Auto-ID Infrastructure gibt die Informationen jetzt über SAP NetWeaver XI an die ERP-Lösung zurück und erstellt im Hintergrund automatisch eine Handling Unit. Diese entspricht der erfassten Hierarchie und aktualisiert die Lieferung. Danach wird ein neues IDoc für die erwartete Verladungsaktion in der ERP-Lösung angelegt, das erneut über die SAP NetWeaver Exchange Infrastructure an die SAP Auto-ID Infrastructure übergeben wird. Dort wird die erwartete Verladungsaktion für die Lieferanforderung repliziert. Beim Einlesen der gepackten Palette durch ein RFID-Gate aktualisiert sich der Status der eingelesenen Objekte in der Auto-ID Infrastructure und die Daten gelangen über SAP NetWeaver XI an mySAP ERP zurück. Nachdem dort auch der Lieferstatus auf den letzten Stand gebracht ist, wird der Warenausgang automatisch verbucht. Zusätzlich lässt sich mySAP ERP so einstellen, dass ein strukturierter Lieferavis, der die eingelesenen EPC-Informationen enthält, automatisch generiert und an den betroffenen Kunden gesendet wird.

Eingangsprozesse

RFID-gestützte Eingangsprozesse

RFID-gestützte Eingangsprozesse

Das integrierte Implementierungsszenario bietet RFID-gestützte Wareneingangsprozesse. Auf der Grundlage einer strukturierten Lieferankündigung in Form der Advanced Shipping Notice (ASN) mit EPC-Daten von einem Lieferanten wird in mySAP ERP automatisch ein Anlieferungsbeleg angelegt. Der Beleginhalt für die erwartete Anlieferung wird über SAP NetWeaver XI an SAP AII übergeben und dort repliziert. Beim Eintreffen der Waren werden die Packstücke an einem Gate mit RFID eingelesen.
SAP AII vergleicht die erfassten EPC-Istdaten an der Abladestelle mit den erwarteten EPC-Daten in der replizierten Anlieferung, übergibt die erfassten EPC-Daten via SAP NetWeaver XI zurück an mySAP ERP, wo die Anlieferung entsprechend automatisch aktualisiert und eine Wareneingangsbuchung angestoßen wird.
In der Stand-alone-Implementierung der SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 besteht die Möglichkeit zur Ausführung der Schritte “RFID Unload” und “RFID Move”. Diese Schritte schreiben die SAP AII-Datenbank mit den EPC-Eingangsobjekten beziehungsweise dem Standort der Objekte fort.

Transparenz mit SAP Event Management

Das integrierte Implementierungsszenario gestattet transparente RFID-gestützte Warenausgangs- und -eingangsprozesse und eine Überwachung der Status von Lieferung, Versand und Handling Units, die mit einem Event Handler für die Auslieferung verknüpft sind.

SAP Event Management

SAP Event Management

SAP Event Management (SAP EM) macht es möglich, die Ereignismeldungen mit den Anwendungsdaten aus dem Liefernetzwerk zu verknüpfen, zu aktualisieren und auszuwerten. SAP EM gestattet die Überwachung, Messung und Evaluierung von Geschäftsprozessen und überwacht automatisch Ereignisse, zum Beispiel Warenausgang, Bestellübernahme, Produktionsende oder eine nicht gemeldete Lieferempfangsbestätigung. Mit SAP Event Management lassen sich Daten automatisch in ein Data Warehouse-System überführen, das Kennzahlen zur Erzeugung von Performance-Daten für die Qualität der Abwicklung und für Meldungen verwendet. SAP EM wendet Prüfprozesse an, benachrichtigt beim Auftreten bestimmter Ereignisse die zuständigen Personen und prüft die relevanten Objekte für SAP Event Management, sobald diese im Anwendungssystem hinterlegt werden. SAP EM kann den Entscheidungsträger in kritischen Situationen automatisch auf erforderliche Aktionen hinweisen, wenn beispielsweise nach dem Eintreten einer Verzögerung die automatische Neuterminierung von nachfolgenden Prozess-Schritten notwendig wird. SAP EM verwaltet außerdem Informationsaustausch und -anforderung zwischen den Partnern über E-Mail und Internet.

Christian Roediger

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