VNSG-Treffen: Produktstrategie 2010

Feature | 7. Mai 2010 von Sarah Kellman 0

VNSG Congress in Maastricht

Kongress der niederländischen SAP-Nutzer in Maastricht

Der diesjährige Kongress der niederländischen SAP-Anwendergruppe VNSG in Maastricht wartete vom 8.-9. April mit einem umfangreichen Programm von Kundenpräsentationen und Keynote-Rednern auf. Nahezu 1.900 Mitglieder der VNSG waren gekommen, um Wissen auszutauschen und mit anderen Teilnehmern zu netzwerken. Die von solch großen Konzernen wie Philips, Heineken, Tommy Hilfiger und Unilever vorgestellten Prozessabläufe und Implementierungen waren ein handfester Beweis für das Engagement der VNSG, den traditionell technologieorientierten Teilnehmern einen betriebswirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Viele Aspekte des VNSG-Kongresses waren den Teilnehmern sicherlich nicht unbekannt.  Doch die Übernahme neuer Aufgaben durch bekannte Akteure machte einige Unterschiede zu den Konferenzen der Vergangenheit deutlich. Im Januar dieses Jahres wurde der VNSG-Chef Tonnie van der Horst zum Vorsitzenden des Dachverbands der SAP-Anwendergruppen SUGEN (SAP User Group Executive Network) ernannt. Und mit der Ernennung von JimHagemann Snabe und Bill McDermott zu gleichberechtigten Vorstandssprechern im Februar 2010 erhielt auch SAP eine neue Führungsspitze. Sowohl van der Horst als auch Snabe traten beim diesjährigen Eröffnungsplenum als Sprecher auf. Ihre Ausführungen zur Beziehung zwischen der SAP und ihrer wachsenden Anwendergemeinde boten sich ergänzende Einblicke.

Zur neuen Führungsspitze der SAP äußerte van der Horst: „Sowohl Snabe als auch McDermott haben sich in der Vergangenheit aktiv für den Dialog mit den Anwendergruppen eingesetzt. Sie haben ein persönliches Interesse daran, mit den SAP-Kunden ein Einvernehmen zu erzielen – und ein persönliches Interesse daran, das über die Anwendergruppen zu erreichen. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft eng mit ihnen zusammenarbeiten werden.“

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VNSG_Roundtable

Vom Partner zum Anwender

Die Beteiligung am VNSG-Kongress 2010 war verglichen mit der letztjährigen Teilnehmerzahl von 2.100 etwas geringer. Doch eine genauere Betrachtung dieser Zahlen zeigt, dass sich das Verhältnis zwischen Partner und Anwender zugunsten der Anwender verschoben hat. Aufgrund der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage haben sich die SAP-Partner sowohl beim Sponsoring als auch bei der Teilnahme in diesem Jahr zurückgehalten. „Wir verstehen, dass das Wirtschaftklima die Partner immer noch beunruhigt“, räumt van der Horst ein. „Aber, dass die Teilnahme unter den Anwendern stabil blieb, das ist für uns von großer Bedeutung.“ Diese Verlagerung spiegelte sich dieses Jahr auch im Programm wider. Im Vergleich zu letztem Jahr gab es mehr Präsentationen von Kunden als von Partnern und SAP-Mitarbeitern.

Statt während des Eröffnungsplenums lediglich Reden zu halten, nahmen Tonnie van der Horst und Angelique de Vries, Geschäftsführerin der SAP Niederlande, an einer lebhaften Podiumsdiskussion teil. Gemeinsam mit zwei Kunden, Jan Reeuwijk (BU Director of Information Management bei Akzo Nobel Decorative Paints) und Ton Ketelaars (CEO bei Heliview Research) diskutierten sie über branchenbezogene Trends und Entwicklungen sowie über Themen wie Nachhaltigkeit und Kooperation mit der SUGEN.

Vier Säulen der Produktstrategie

Das war eine bedeutende Botschaft, die SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe den SAP-Kunden in den Niederlanden und der gesamten Kundenbasis verkündete: Die Produktstrategie der SAP fußt auf vier Säulen – On Premise, On Demand, On Device und Orchestrierung.

Trotz des Einzugs von Software ins Internet wird SAP im Bereich der lokal installierten Anwendungen, der so genannten On-Premise-Lösungen, weiterhin eine feste Größe sein. „Viele Unternehmen werden auch in den nächsten Jahrzehnten On-Premise-Software einsetzen, denn damit nehmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand“, so Snabe und fügte hinzu, dass sich dieser Teil der Strategie auf die SAP Business Suite stützt.

Eine weitere Säule ist On Demand. In diesem Szenario, so hob Snabe hervor, bräuchten die Kunden keine Software mehr zu installieren. Es genüge, installierte Software anzuzapfen und die bereitgestellten Funktionen zu konsumieren. „Wir glauben, dass dies ein großer Markt ist und dass viele Anwendungen in Zukunft über das Internet angeboten und genutzt werden“, sagte Snabe. „Wir erhöhen das Tempo, um an dieser Entwicklung teilzunehmen.“

Anschließend erläuterte Snabe, wie es zur dritten Säule kam. On Device entstand als direkte Antwort auf die Tatsache, dass die Menschen auf mobilen Geräten nicht nur spielen, sondern diese auch für die Nutzung umfangreicher Informationen und für eine bessere Entscheidungsfindung einsetzen möchten. On Device bietet die Logik einer Business Suite sowohl On Premise als auch On Demand. Das ermöglicht der SAP sowie ihren Partnern und Kunden, die eigene Arbeitsumgebung auf mobilen Endgeräten aufzubauen und gleichzeitig die Konsistenz und Prozessintegrität der SAP Business Suite beizubehalten.

Ebenso wichtig ist die vierte Säule der SAP-Produktstrategie: die Orchestrierung.  Mit zunehmender Netzwerkausrichtung von Unternehmen und Menschen wird immer mehr Software On Premise, On Demand und On Device genutzt. IT-Unternehmen sehen sich der Schwierigkeit gegenüber, all diese Bereiche zu einem harmonischen Zusammenspiel zu koordinieren. „Wir müssen sicherstellen, dass Prozesse von einer On-Demand-Welt in eine On-Premise-Welt übergehen können, durch On-Device-Anwendungen unterstützt werden und dennoch bis zum Ende durchgängig sind“, erläuterte Snabe.

Er beschloss seine Rede mit dem Thema In Memory – einer neuen Art der Softwareentwicklung, bei der die Daten in hohem Maße komprimiert sind und im Hauptspeicher vorliegen. Damit werden Datenbanken überflüssig. Snabe verkündete das In-Memory-Konzept als „Revolution“ und „technologischer Durchbruch“, da sich Millionen von Datensätzen bei einer Datenbankabfrage in nur einer Sekunde durchsuchen lassen.

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Snabe

Jim Hagemann Snabe auf dem VNSG-Kongress

SAP Demo Jam begeistert Teilnehmer

Obwohl die SAP Demo Jam erst beim letzten VNSG-Kongress ihr Debüt hatte, ist der beliebte Wettbewerb jetzt schon zu einem Höhepunkt des Kongresses geworden. Dieses Jahr sind fünf Unternehmen gegeneinander angetreten. Mit ihren innovativen Demos haben sie das Publikum begeistert. Gewonnen hat Redwood Software mit seiner Demo „Gemütliche Steuerung von Geschäftsprozessen“. Die Demo zeigte am Beispiel des iPhone, wie sich Geschäftsprozesse gemütlich aus der Entfernung steuern lassen, um während einer Implementierung über den Fortschritt auf dem Laufenden zu bleiben.

Annäherung an Kunden

Im letzten Jahr hat SAP eine Zusage zur engeren Zusammenarbeit mit Kunden erneuert. Mithilfe diverser SAP-Anwendergruppen und der aktiven Teilnahme der SUGEN hat SAP begonnen, die Art und Weise der Softwareentwicklung umzugestalten. Jim Hagemann Snabe räumte ein, dass das einen Zeitaufwand mit sich bringt. Gleichzeitig betonte er, dass die Kunden, die in einem frühen Stadium des Entwicklungsprozesses bereit und in der Lage sind, mit SAP zusammenzuarbeiten, die Früchte ernten – und maßgeblich dazu beitragen, dass SAP die Software entwickelt, die ihren Anforderungen optimal entspricht.

Noch bevor sich der Kongress dem Ende zuneigte, erhielt van der Horst vonseiten der Teilnehmer positive Rückmeldungen zur SAP-Produktstrategie. „Das Wissen der SAP-Anwendergemeinde darum, dass SAP gute Software entwickeln kann, ist äußerst wichtig. Und dass eine der Eröffnungsreden von Jim Hagemann Snabe gehalten wurde, der schon seit langer Zeit in diesem Bereich bei SAP tätig ist eine selbstverständliche Beziehung zur Entwicklung innerhalb der SAP hat, wurde von den Anwendern sehr positiv aufgenommen.“

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