Management von mehr als sieben Millionen Komponenten

Feature | 22. Dezember 2003 von admin 0

Die DB Netz AG betreibt ein Streckennetz von rund 36.000 Kilometern Länge – fast einmal rund um den Erdball. Neben den Gleisen selbst sind auch viele andere Anlagentypen instand zu halten. Dazu zählen etwa 85.000 Weichen, rund 800 Tunnel und 31.000 Brücken, außerdem Oberleitungen, Bahnübergänge und Telekommunikationsanlagen. Hinzu kommt eine Vielzahl von Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik – unter anderem Signale, elektronische Stellwerke und kleinere Komponenten wie etwa Einrichtungen zur Geschwindigkeitsprüfung. Alle diese Komponenten arbeiten in einem komplexen Wechselspiel zusammen, das die hohe Verkehrsdichte im Schienennetz der Deutsche Bahn AG ermöglicht.

Komplexes Instandhaltungsmanagement

Leicht nachvollziehbar ist, dass sich die Anforderungen an die Anlagen des Fahrwegs nur erfüllen lassen, wenn jedes einzelne Objekt fristgerecht, zuverlässig und fachgerecht inspiziert, gewartet und erneuert wird. Die DV-Lösung für die Instandhaltung bei der DB Netz AG ist SAP R/3 Netz. “Die Lösung enthält alle notwendigen Stammdaten und stellt detaillierte Informationen über Wartungsintervalle oder das Vorgehen bei der Inspektion zur Verfügung”, erläutert Günther Halbleib, zuständiger Projektleiter bei DB Netz. Zurzeit werden mit der DV-Lösung rund sieben Millionen Anlagen und Komponenten der DB Netz AG als so genannte “Technische Plätze” verwaltet.
Die Lösung ermöglicht es, die Inspektions-, Entstörungs- und Instandsetzungsaufträge effektiv abzuwickeln und bietet unterschiedliche Hilfsmittel, um die Instandsetzungsarbeiten auch zu überwachen. Die Wartungsplanung erzeugt automatisch Aufträge, die zur Bearbeitung weitergegeben werden. Diese werden von Mitarbeitern in der Planung bearbeitet, ergänzt und an die Instandhalter weitergegeben. Bei dieser Aufgabe können die Planer auf standardisierte Kataloge – etwa zu Schadensbildern – zurückgreifen. Über die Anwendungen von SAP R/3 Netz werden mehr als 10.000 Mitarbeiter in der Instandhaltung disponiert. Die Lösung bietet mit ihren Auswertungen und dem Projektsystem (PS) in SAP darüber hinaus eine solide Grundlage für die detaillierte Kostenplanung und das Controlling.

Integration weiterer Datenquellen

Im August 2003 stand bei SAP R/3 Netz ein Releasewechsel an. Migriert wurde von SAP R/3 Release 4.0B auf SAP R/3 Enterprise. Die Migration war notwendig, weil zum einen der Support von SAP für das bis dato bestehende Release ausläuft. Zum anderen erleichtert die mit SAP R/3 Enterprise eingeführte Architektur die Integration weiterer Datenquellen und Anwendungen entscheidend. “SAP R/3 Enterprise erlaubt es, viel einfacher themenspezifische Ergänzungen und Erweiterungen einzugliedern. Durch den geänderten technischen Aufbau sind auch Themen wie mobile Anbindungen, Intranet-Kommunikation und Intra-/Extra- und Internet-Portale leichter abzubilden”, erläutert Armin Hertrich, Projektleiter bei DB Systems. Das Beratungs- und Systemhaus der Deutsche Bahn AG führte SAP R/3 Enterprise in einem fünfmonatigen Projekt in enger Zusammenarbeit mit der DB Netz AG ein.
Die DB Netz AG will ihre Instandhaltungsprozesse weiter vereinheitlichen und verschlanken. Aus diesem Grund ist für das Unternehmen die Erweiterungsfähigkeit von SAP R/3 Enterprise ein äußerst wichtiges Merkmal. Günter Schwaninger, Leiter DV-Management Betrieb bei der DB Netz: “Wie die meisten Unternehmen haben auch wir im Lauf der Zeit eine beachtliche Systemvielfalt angehäuft. Das neue Release bietet uns die Chance, hier aufzuräumen und unsere Anwendungen weiter zu konsolidieren.” Entsprechend sind mehrere Folgeprojekte geplant. Diese haben allesamt die Integration von Daten zum Ziel, die bislang in einer eigenen Anwendung verwaltet wurden – wie beispielsweise Informationen zu den Mobilfunk-Anlagen entlang der Bahngleise.

Die DB Netz AG will ihre Instandhaltungsprozesse weiter vereinheitlichen und verschlanken. Aus diesem Grund ist für das Unternehmen die Erweiterungsfähigkeit von SAP R/3 Enterprise ein äußerst wichtiges Merkmal. Günter Schwaninger, Leiter DV-Management Betrieb bei der DB Netz: “Wie die meisten Unternehmen haben auch wir im Lauf der Zeit eine beachtliche Systemvielfalt angehäuft. Das neue Release bietet uns die Chance, hier “aufzuräumen” und unsere Anwendungen weiter zu konsolidieren. ” Entsprechend sind mehrere Folgeprojekte geplant. Diese haben allesamt die Integration von Daten zum Ziel, die bislang in einer eigenen Anwendung verwaltet wurden – wie beispielsweise Informationen zu den Mobilfunk-Anlagen entlang der Bahngleise.

Umfangreiche Testphase

Während der langen Laufzeit von SAP R/3 im alten Releasestand hatte die DB Netz AG die Lösung immer wieder ihren spezifischen Anforderungen angepasst. Deshalb lag die technische Herausforderung bei der Migration weniger im Update an sich, sondern in den teilweise recht umfangreichen Modifikationen und Erweiterungen, deren Funktion auch mit dem neuen Release sichergestellt werden musste. Entscheidend für den Projekterfolg war deshalb eine intensive Testphase: “Wir haben die Umstellung zwei Monate lang vorbereitet und danach, neben den laufenden Arbeiten für den Betrieb der vorhandenen Anwendung, drei Monate lang intensiv getestet und weiter angepasst, bis alles lief”, erzählt Armin Hertrich. Parallel wurde die Schulung der Anwender vorbereitet: Rund 500 Anwender, die intensiv mit der SAP-Lösung arbeiten, erhielten eine persönliche Schulung. Für die übrigen Anwender wurde eigens ein Computer-basiertes Trainingsprogramm entwickelt und zur Verfügung gestellt. Dazu Schwaninger: “Beide Maßnahmen kamen sehr gut an, unsere Anwender haben die aktualisierte Oberfläche ohne die sonst üblichen Startschwierigkeiten akzeptiert.”

Punktlandung

Dem Team von 25 Mitarbeitern gelang es, das Projekt mit einer Punktlandung erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Die Umstellung verlief ohne nennenswerte Probleme, alle Leistungen konnten im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen erbracht werden. Für Günter Schwaninger ist der entscheidende Erfolgsfaktor die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen DB Netz und DB Systems: “Die Mitarbeiter im Team kennen sich schon lange und vertrauen einander. Dies hängt sicher stark mit der räumlichen Nähe zusammen – die Atmosphäre ist gut, kleinere Probleme lassen sich daher rasch ausräumen.”

Heinz Uphoff

Heinz Uphoff

Leave a Reply