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McLaren mit Big Data in der Pole-Position

29. Oktober 2014 von Paul Baur, Nicolas Jungkind 0

Nicht nur im Fußball sorgen Big Data für den entscheidenden Vorsprung, wie Oliver Bierhoff bei McLaren erfuhr.

Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft und Fußballweltmeister, und der britische Rennstall McLaren, zwölffacher Formel-1-Weltmeister, haben sich darüber ausgetauscht, wie man mit Big Data im Leistungssport die Nase vorn behält. Bierhoff besuchte das McLaren Technology Center in Woking, England. Dort erfuhr er, wie McLaren die Echtzeitanalyse von Renndaten einsetzt, um seiner Vision von der „perfekten Runde“ ein Stück näher zu kommen.

Doch was hat die Formel 1 mit Fußball zu tun? Sie ist ebenfalls ein Teamsport. „In der Nationalmannschaft wirken etwa 30 Personen mit – natürlich ist das Team von McLaren viel größer. Trotzdem arbeiten wie bei uns alle auf ein gemeinsames Ziel hin“, erklärte Bierhoff, einer der bekanntesten SAP-Markenbotschafter für Sport.

Zudem genießen beide Teams einen „unfairen Vorteil“ gegenüber dem Wettbewerb – dank Analysesoftware der SAP. Sie bietet Entscheidungsträgern bei McLaren und in der Fußballnationalmannschaft wichtige Informationen über die sportliche Leistung und betriebliche Abläufe.

„Bei McLaren habe ich viel darüber erfahren, wie dieser Sport funktioniert. Man kann immer sehr viel davon lernen, wie andere Bereiche arbeiten“, sagte Bierhoff. „Ich war beeindruckt davon, wie wichtig die gewonnenen Daten für die Rennstrategie sind und wie groß die Datenmengen sind, mit denen hier gearbeitet wird.“

Im Gegensatz zum Motorsport ist es im Fußball jedoch nicht möglich, Analysedaten bereits während des Spiels einzusetzen. Formel-1-Teams können ihre Strategie schon während des Rennens anpassen. Hierzu werden kontinuierlich Daten von den Rennwagen übermittelt. Im Fußball dagegen können die Informationen nur vor oder nach dem Spiel genutzt werden.

Big Data schon bei WM in Brasilien im Einsatz

Trotz dieser Einschränkung könnten Fußballteams immens von der Datenanalyse profitieren, so Bierhoff. „Vor dem Spiel nutzen wir die Informationen, um den Spielern Feedback zu liefern, zum Beispiel zu ihrer Trainingsweise, ihrer Herzfrequenz oder der Distanz, die sie im Training zurückgelegt haben. Nach dem Spiel verwenden wir die Daten, um den Spielverlauf nachzuvollziehen. Darüber hinaus helfen uns die Zahlen dabei, die Leistung der Spieler zu analysieren und zu bewerten.“ So setzte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien bereits die App SAP Match Insights zur Spielvor- und nachbereitung ein.

McLaren setzt die Analysesoftware ein, um die Leistung einzelner Fahrer und Rennwagen im Detail zu verstehen. Ebenso kann die deutsche Nationalmannschaft mithilfe der SAP-Technologie einzelne Spieler analysieren. Oliver Bierhoff freut sich auf die Zukunft, wenn sich mithilfe von Big Data entschlüsseln lässt, was genau einen Spitzenverteidiger oder -stürmer ausmacht.

„Was ich von McLaren gelernt habe“, fügt er hinzu, „ist, dass häufig der Bruchteil einer Sekunde entscheidet. Im Fußball wird heute noch nicht so sehr auf Details geachtet – hier gibt es noch Raum für Verbesserungen.“ Oliver Bierhoff will einer der Ersten sein, der Big Data im Fußball nutzt, schließlich möchte die deutsche Nationalmannschaft ihren Titel bei der nächsten Weltmeisterschaft verteidigen.

Nützliche Links

E-Magazin: „The Perfect Lap“ http://www.joomag.com/magazine/the-perfect-lap/0911789001412850332?short

http://www.saphana.com/community/blogs/blog/2014/04/28/big-data-and-the-cloud-help-mclaren-mercedes-chase-the-perfect-lap-in-f1

Welche Rolle SAP Match Insights beim WM-Titel spielte

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Bildquelle: katatonia82 / Shutterstock.com

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