MDM iViews bringen Stammdaten ins Portal (Teil 1)

Feature | 31. Oktober 2007 von admin 0

Mit SAP NetWeaver MDM steht Anwendern ein zentrales Werkzeug zur Verfügung, um Stammdaten zu Kunden, Produkten, Lieferanten, Hierarchien oder Mitarbeitern, die auf Objekt-Modellen basieren, und aus unterschiedlichsten Quellsystemen kommen, innerhalb dieser Lösung zu konsolidieren, zu harmonisieren und zentral zu verwalten.
Herzstück der leistungsfähigen Architektur von SAP NetWeaver MDM ist der MDM Server. Er basiert auf einer Datenbank, in der MDM Repositories gespeichert sind, in denen Stammdaten-Informationen zu Kunden, Lieferanten, Produkten oder Mitarbeitern oder anderer Objekte zentral zusammengeführt und abgelegt werden. Durch die so genannte In-Memory-Technologie werden die Daten der MDM Repositories im Hauptspeicher des MDM Servers vorgehalten, was eine schnelle Suche sowie einen raschen Zugriff auf Daten ermöglicht.

Ein MDM Repository besteht aus verschiedenen Tabellenarten. Dazu zählen Haupttabellen (Main Tables) und die mit ihnen verknüpften Untertabellen (Sub Tables), die die eigentlichen Stammdaten enthalten, etwa die Produktnummer (Produkt-ID), den Produktnamen, die Produktbeschreibung, Hersteller und Preis sowie Klassifizierungen. Letztere können beispielsweise auf Basis internationaler Klassifikationsstandards wie eClass oder UNSPSC abgebildet werden. Speziell für die Herstellung von Print- und Web-Katalogen sind noch weitere Informationen wie Bilder oder PDF-Dateien nötig. Diese wurden in so genannten Objekttabellen hinterlegt.
Struktur und Eigenschaften der MDM Repositories werden mithilfe der MDM Console, einem Werkzeug für die Administrations- und Datenmodellierung, festgelegt und gepflegt. Mit dem MDM Import Server lassen sich Stammdaten aus unterschiedlichen Quellsystemen automatisch in den MDM Server importieren und von dort mit dem MDM Syndication Server wiederum in die festgelegten Zielsysteme verteilen. Als zentrale Drehscheibe für den Datenaustausch fungiert hierbei SAP NetWeaver Exchange Infrastructure (SAP NetWeaver XI).

MDM iViews im Paket

Um die in den MDM Repositories hinterlegten Stammdaten zu verwalten, bietet SAP den Anwendern verschiedene Zugriffskonzepte. Dazu gehören mehrere Rich-Clients wie MDM Data Manager, MDM Import Manager, MDM Syndicator sowie MDM Console. Je nach Aufgabenbereich eines Anwenders empfehlen sich unterschiedliche User-Interface-Komponenten. Ein „Power User“ erstellt beispielsweise komplexe Suchanfragen, führt Massenänderungen durch und definiert Validierungsregeln und Workflows innerhalb eines Repositories. Dieser Anwendertyp arbeitet typischerweise mit dem MDM Data Manager als Rich-Client-Applikation.
Führt ein Anwender im Gegensatz dazu eher sporadische Änderungen an Stammdatensätzen durch, so benötigt er nicht den kompletten Funktionsumfang des MDM Data Managers, sondern nur einen kleinen Teil davon. Genau dieser Teil lässt sich mit Hilfe von Portal-Elementen (iViews) entsprechend abbilden.
Trotz des eingeschränkten Funktionsumfanges der Portal iViews im Vergleich zum MDM Data Manager ergeben sich für die Anwender in einigen Bereichen eine Reihe von Vorteilen, wenn sie ihre Stammdatensätze aus den Verzeichnissen von SAP NetWeaver MDM in eine Portalumgebung einbinden. Diese werden im zweiten Teil des Artikels beschrieben.
Die Portaloberfläche bietet Anwendern als zentraler Einstiegspunkt einen personalisierten und komfortablen Zugriff auf die MDM Repositories. Je nach Rolle und Berechtigung lassen sich entweder bestimmte Stammdateninformationen anzeigen oder Stammdatensätze anlegen und speichern oder ändern und löschen.
Mit dem Portal Business Package für SAP NetWeaver MDM stellt SAP vordefinierte Standard-Inhalte bereit, die es erlauben, die Stammdateninformationen aus den MDM Repositories in SAP NetWeaver Portal rasch unkompliziert einzubinden. Ein Portal Business Package stand für SAP NetWeaver MDM erstmals ab der Version 5.5 mit dem Support Package 03 zur Verfügung. Mit diesem Paket war es möglich, sich Stammdaten anzeigen zu lassen. Ab dem Support Package 04 konnten über das Portal Stammdaten auch geändert werden. Derzeit ist SAP NetWeaver MDM 5.5 mit dem Support Package 05 verfügbar. Um eine Integration zwischen SAP NetWeaver MDM und dem Portal zu realisieren, sind SAP NetWeaver 2004 und SAP NetWeaver Portal in der Version 6.0 mit dem zugehörigen Support Package 19 notwendig. Wer bereits über SAP NetWeaver 2007 verfügt, benötigt mindestens SAP NetWeaver Portal in der Version 7.0 mit dem zugehörigen Support Package 9.
Im aktuellen SAP NetWeaver MDM Support Package 05 sind unter anderem Rollen für Geschäftsprozessexperten, MDM-Experten, MDM-Administratoren sowie Worksets, vorgefertigte Layouts für Portalseiten und vorkonfigurierte MDM iViews enthalten. Die Anwender brauchen für den Zugriff lediglich einen Webbrowser.

Funktionalität im „Container“

Die MDM iViews rufen bestimmte Inhalte aus den MDM Repositories ab und zeigen diese im Portal an. Generell bilden iViews quasi „Container“, die bestimmte Funktionalitäten beinhalten und auf einer Portalseite sichtbar machen. Das gilt auch für MDM iViews. Zum Beispiel gibt es vordefinierte Typen von MDM iViews für die Suche nach Stammdaten (MDM iView Search Text), die Darstellung von Suchergebnissen (MDM iView Result Set) oder für die Anzeige von Detailinformationen innerhalb der Suchergebnisse (MDM iView Item Details). Dank der vorgefertigten Seitenlayouts lassen sich Portalseiten rasch aufbauen und MDM iViews darauf anordnen.
Darüber hinaus stellt SAP Vorlagen für MDM iViews bereit, auf deren Grundlage Anwender speziell auf ihre Anforderungen zugeschnittene MDM iViews modellieren und damit Portalseiten individuell gestalten können. Die entsprechenden Vorlagen lassen sich komfortabel über den iView Wizard auswählen sowie festlegen, welche Inhalte angezeigt werden sollen. Zum Beispiel ist es möglich, für die Anzeige von Produktdaten ein MDM iView so zu konfigurieren, dass es bestimmte Felder ausgibt, die Informationen beinhalten, etwa die Produkt-ID, die Produktbezeichnung oder ein Produktbild.

Teil 2

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