MDM iViews bringen Stammdaten ins Portal (2)

Feature | 14. November 2007 von admin 0

Teil 1
Die Verbindung zwischen einem MDM Repository und SAP NetWeaver Portal stellen Java-basierte Schnittstellen des MDM Servers, so genannte Java APIs, her. Hierbei werden die Verbindungen nicht direkt durch die MDM iViews verwaltet, die Kommunikation findet vielmehr über den so genannten MDM Connector statt, der auf dem SAP NetWeaver Application Server, der Laufzeitumgebung für das Portal, installiert sein muss. Dieser ermöglicht eine Verbindungskonfiguration über die Administrationsoberfläche von SAP NetWeaver Portal.
Für jedes einzelne MDM Repository wird dann in SAP NetWeaver Portal ein System-Objekt, das in der Portalumgebung genau ein MDM Repository repräsentiert, sowie ein Alias erstellt.
Für die Kopplung eines Portals an ein MDM Repository ist überdies ein User-Mapping erforderlich. Dabei wird einem MDM-User entweder ein Portalnutzer oder eine Portal-Gruppe zugeordnet. Da jedes im Portal angezeigte MDM iView mit genau einem System-Objekt verbunden ist, können die Anwender dann über die Portaloberfläche gezielt auf einzelne MDM Repositories zugreifen.

Datenaustausch per Eventing

Meldet sich ein Anwender am Portal an, werden ihm je nach Rolle und Berechtigung über MDM iViews genau die Funktionalitäten bereitgestellt, die er für seinen Aufgabenbereich benötigt. So kann ein Anwender in der Rolle „Business Expert” zwar diverse Inhalte auf einer Portaloberfläche ändern, etwa Kunden-, Lieferanten-, Produkt- und Mitarbeiterstammdaten, jedoch keine neuen Datensätze anlegen.
Möchte ein solcher Business Expert – etwa ein Einkäufer – nun Lieferanten finden, die als Anfangsbuchstaben „Abe“ haben, sucht er die entsprechenden Daten via Portal in demjenigen MDM Repository, das die Lieferantenstammdaten enthält. Hierzu benötigt er lediglich zwei MDM iViews auf einer Portalseite. Über das MDM iView Search Text legt der Einkäufer seine Suchkriterien fest und startet die Suche. Alle Suchergebnisse werden an das MDM iView Result Search weitergereicht, das die entsprechenden Lieferanten anzeigt. Informationen aus den Stammdatensätzen werden hierbei auf Feldebene angezeigt.
MDM iViews sind bereits so konfiguriert, dass sie – wie beispielsweise die MDM iViews Search Text und Result Search – „automatisch“ miteinander interagieren. Den Datenaustausch zwischen den MDM iViews stellt die Eventing-Technologie von SAP NetWeaver Portal sicher, das SAP Enterprise Portal Client Framework (SAP EPCF). Umgekehrt lässt sich mit dem SAP EPCF jedoch die Interaktion zwischen MDM iViews auf einer Portalseite auch einschränken. Dieses Konzept der selektiven Interaktion eignet sich dann, wenn Informationen nur an bestimmte MDM iViews weitergegeben werden sollen.

Informationen aus MDM Repositories per Mausklick

Mit dem SAP EPCF lassen sich auf einer Portaloberfläche überdies komplexe, Repository- und anwendungsübergreifende Such-Szenarien konfigurieren und durchführen. Benötigen die Mitarbeiter im Einkauf nicht nur die reinen Produktinformationen, sondern gleichzeitig auch Angaben, von welchen Lieferanten diese stammen, müssen die MDM Repositories mit den Produkt- und Lieferantenstammdaten gekoppelt abgefragt werden.

Das MDM iView Result Set liefert dem Anwender auf der Portalseite anhand der Produktnummern und der Produktbezeichnung beispielsweise eine Übersicht aller verfügbaren 19-Zoll-Flachbildschirme. Damit eine Portalseite neben den Produktstammdaten auch Detail-Informationen zum jeweiligen Lieferanten anzeigt, wird zusätzlich ein MDM iView Item Details für die Abfrage im Lieferanten-Repository benötigt. Die Verbindung mit dem MDM iView Result Set lässt sich über das SAP EPCF herstellen. Hierbei wird ein Feld „Lieferantendetails“ inklusive Link im MDM iView Result Set platziert. Für die Abfrage werden als Parameter die Lieferantennummer sowie das Ziel der Abfrage, also das MDM iView Item Details für die Lieferanten, mit dem iView Event Builder des SAP EPCF festgelegt. Klickt der Einkäufer auf den Link „Lieferantendetails“ erscheinen auf der gleichen Portalseite neben den Produkt- automatisch auch die Lieferanten-Informationen, die aus dem Lieferanten-Repository stammen.

Absprung ins Backend-System

Der Mitarbeiter im Einkauf will nun auf seiner Portalseite neben den Produktdetails zu den 19-Zoll-Monitoren überdies die Information abfragen, wie viele 19-Zoll-Monitore er überhaupt noch auf Lager hat. Mit diesem Wissen wäre es ihm möglich, rechtzeitig Nachschub zu ordern und somit Lieferengpässe zu vermeiden. In diesem Fall muss die Abfrage in das MDM Repository mit den Produktstammdaten zugleich mit einer Abfrage der Lagerbestände im ERP-Backend gekoppelt werden, da Lagerbstände keine Stammdaten sind und sich somit auch nicht in einem MDM Repository speichern lassen. Die entsprechende Abfrage kann zum Beispiel über SAP BAPIs laufen, doch MDM iViews erlauben keine BAPI-basierte Abfrage in die Backend-Systeme. Hier kommt SAP NetWeaver Visual Composer ins Spiel, mit dem sich auf einfache Art und Weise web-basierte Anwendungen erstellen oder modellieren lassen. Auch zuvor beschriebene Abfragen in Backend-Systeme wie SAP ERP lassen sich gekoppelt mit dem Aufruf entsprechender BAPIs realisieren. Die Visual Composer Modelle können anschließend als iView auf einer Portalseite angezeigt werden.
Die entsprechenden Parameter für eine Abfrage ins Backend, etwa die Verfügbarkeitsprüfung der Monitore am Lager, liefert wiederum das MDM Result Set iView. Hierzu werden mithilfe des SAP EPCF im MDM iView Result Set ein Feld für die Verfügbarkeitsprüfung angelegt und mit einem Link versehen sowie weitere Parameter für die Abfrage im ERP-System konfiguriert. Sobald der Anwender auf den Link für die Verfügbarkeitsprüfung klickt, startet er die Abfrage im ERP-Backend. Dabei wird die im MDM iView im Feld „Produktnummer“ hinterlegte Produkt-ID für die Suche im ERP-System auf das Feld „Materialnummer“ im Visual Composer iView gemappt, wenn dies zuvor entsprechend konfiguriert war. Erst dann übergibt die Software die Abfrage an das BAPI, das anhand der Materialnummer im ERP-System prüft, wie viele 19-Zoll-Monitore auf Lager sind. Das Ergebnis wird in das Visual Composer iView zurückgegeben und auf der gleichen Portalseite wie die Produktdetails angezeigt.
Darüber hinaus sind weitere Portal-basierte Szenarien denkbar. Zum Beispiel lassen sich über das OCI-Protokoll (Open Catalog Interface) auch Warenkorbfunktionen in MDM iViews integrieren und mit OCI-kompatiblen Applikationen wie SAP Supplier Relationship Management (SAP SRM) verbinden. Damit können Anwender von SAP SRM ein MDM Repository wie einen Katalog durchsuchen, dort die benötigten Produkte oder Materialien auswählen, in den Warenkorb legen und bestellen.

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