Windows 8 fürs Business

30. April 2012 von Christiane Stagge 0

Das Warten hat ein Ende: Seit dem 29. Februar 2012 haben Sie die Möglichkeit, das neue Windows-Betriebssystem auszuprobieren. Microsoft hat dafür die „Consumer Preview“ zum Download freigegeben.  Voraussetzung ist ein PC mit Windows 7-Betriebssystem. Hier können Sie sich die Windows 8 Consumer Preview kostenlos herunterladen.

Windows 8 hebt sich deutlich von den Vorgängerversionen ab. Das neue Betriebssystem erscheint in einer komplett überarbeiten Optik. Es unterstützt Multitouch-Gesten und passt sich damit an die Bedienoberflächen von Tablet-PCs an, siehe Artikel „Vorschau Windows 8: Das Ende der PC-Ära“.

Windows 8 wird es in vier verschiedenen Versionen geben: Für Endanwender, für Unternehmen und für Großkonzerne. Bei Windows 8 RT handelt es sich um eine spezielle Version für Geräte mit ARM-CPUs, wie  Tablet-PCs. Diese Windows-Version wird jedoch nur für Hersteller erhältlich sein und nicht für Endanwender direkt zum Verkauf stehen.

Metro-Apps statt Programme

Beim Starten des Betriebssystems erscheint eine vollkommen überarbeitete Bedienoberfläche: Der für das Microsoft Betriebssystem typische „Start“-Button“, der sich bei den Vorgängerversionen unten links befand, fällt weg. Dafür springen dem Nutzer große Kacheln ins Auge,  sogenannte Metro-Apps. Dazu gehören Mail, Calendar, People, Messaging, Photos, SkyDrive, Reader, Music und Video. Für Tablet-PCs gibt es außerdem speziell angepasste Office-Anwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und OneNote.

Den Startbildschirm kann der Nutzer individuell konfigurieren. In der rechten Leiste befinden sich Funktionen für Suchen, Teilen, Start, Geräte und Einstellungen für WLAN, UMTS, Bluetooth, Sprache, Lautstärke- und Helligkeitsregler.

Microsoft setzt auf die Cloud: „SkyDrive“ bietet insgesamt 25 GB Online-Speicherplatz. Über das  Windows App-Store hat der Nutzer die Möglichkeit, sich neue Anwendungen hinzuzukaufen. Wie bei Apple benötigt man dazu ein spezielles Konto. Das Microsoft-Konto wird beim Einrichten von Windows 8 erstellt. Über diesen Account kann der Nutzer dann im Store einkaufen.

Über den „Push Notification Service“ laufen auf der Metrooberfläche Informationen wie Wetterbericht, E-Mails oder Nachrichten ein.  Mit Hilfe eines Social-Media-Clients lassen sich Inhalte auf Facebook teilen und posten.

Windows 8 erscheint in einer vollkommen überarbeiteten Bedienoberfläche. (Screenshot: Microsoft)

Windows 8 ist für Tablet-PCs optimiert. (Foto: Microsoft)

Bedienung: Wischen und Schieben

Wer Windows 8 nutzt, braucht ein Display mit einer Auflösung von mindestens 1024 x 768 Pixeln. Bei einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln können auch zwei geöffnete Programme in zwei Fenstern nebeneinander angezeigt werden.

Das wichtigste Bedienelement von Windows 8 ist die Wisch-Gestik, die in der Consumer-Preview auf dem Desktop-PC mit dem Mauszeiger nachempfunden werden muss.  Die Wisch-Gestik dient nicht nur zum Verschieben der Apps. Durch eine Berührung vom oberen zum unteren Bildschirmrand wird das Menü geöffnet. Zum Beenden einer App wischt man ebenfalls von oben nach unten. Bewegt man den Finger beziehungsweise den Mauszeiger von links nach rechts, wird die zuletzt benutze App wieder in den Vordergrund geholt.

Die Unterstützung von Touchgesten ist nicht die einzige Funktion, die Windows 8 besser auf Mobilgeräte abstimmt. Durch „Direct Access“ erstellt das System eine VPN-artige Verbindung zwischen dem Endgerät und der Business-Anwendung. Neben UMTS wird auch der LTE-Standard unterstützt.

Starten per USB-Stick

Die nützlichste Funktion für Unternehmen dürfte  „Windows-To-Go“ sein. Mit diesem Feature haben Anwender die Möglichkeit, auf eine individuelle Windows 8-Umgebung zuzugreifen. Dafür muss der IT-Admin zuvor ein Windows 8-Image auf ein boot-fähiges Flash-Laufwerk wie beispielsweise einem USB-Stick  installieren. Das Image enthält sämtliche Anwendungen und Einstellungen des Nutzers. Damit kann der Mitarbeiter Windows 8 von jedem Rechner – beispielsweise im Home-Office oder unterwegs – nutzen.

Nutzer können sich zudem über kurze Boot-Zeiten freuen. Laut Microsoft ist Windows 8 innerhalb von acht Sekunden startklar.

Metro-Apps statt Programme - Microsoft setzt bei Windows 8 auf Mobilität und Cloud. (Screenshot: Microsoft)

Erweiterte Sicherheitsfunktionen

Für IT-Administratoren dürften jedoch die erweiterten Sicherheitsfunktionen von besonderem Interesse sein. Bereits während des Bootvorgangs wird das System auf Viren und Malware durchsucht. Stellt das Programm ein Virenbefall fest, kann der Nutzer den Startvorgang abbrechen. Die SecureBoot-Funktion verhindert außerdem, dass Rootkits bereits während des Startens auf den Rechner zugreifen.

Praktisch: Während Nutzer bei den Vorgängerversionen das komplette System neu aufsetzen mussten, genügt bei Windows 8 ein Klick auf „Refresh“ oder „Restart“, um das Betriebssystem in den Ausgangszustand zurückzusetzen.

Mit „Refresh“ ersetzen Sie alle Systemdateien. Persönliche Daten, Metro-Apps und alle anderen Einstellungen bleiben erhalten.

Mit „Reset“ setzen Sie den PC komplett zurück. Das bedeutet, dass alle benutzerdefinierten Dateien gelöscht werden. Windows 8 wird samt Standardeinstellungen neu installiert. Ein Reset ist beispielsweise dann notwendig, wenn der PC an einen anderen Nutzer weitergegeben werden soll.

Personalisierte Benutzerverwaltung

Ob Desktop-PC, Notebook oder Tablet – mit den neuen Sicherheits- und Verwaltungstools von Windows 8 kann jedes Gerät auf den einzelnen Mitarbeiter personalisiert und zugeschnitten werden.

Über das Application Compatibility Toolkit und das User State Migration Tool können Admins Programme und Benutzerkonten verwalten. Über den AppLocker haben Sie die Möglichkeit,  Anwendungen für bestimmte Mitarbeiter freizuschalten beziehungsweise zu blockieren und zu kontrollieren, auf welche Dateien die Kollegen Zugriff haben.  Außerdem können IT-Administratoren Gruppen-Policies nutzen, um Nutzern den Zugang zum Windows Store zu erlauben oder zu verweigern.

Über die Funktion „Storage Spaces“ können mehre Festplatten zu einem Laufwerk zusammengefasst werden. Aus zweimal 500 GB wird somit ein Terrabyte Speicherplatz. Der virtuelle Speicherpool kann dabei aus unterschiedlichen Speichersystemen wie SATA-, SCSI- oder USB-Laufwerken bestehen.

Weitere Informationen über die neuen Business-Funktionen von Windows 8 finden Sie auch auf dem Microsoft Windows 8-Blog und dem speziellen Blog für Windows for Business.

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