Rückkehr eines Altbekannten

Feature | 22. März 2010 von Christoph Zeidler 0

Offen und ehrlich: Michael Kleinemeier, SAP-Chef Deutschland, Österreich, Schweiz

Offen und ehrlich: Michael Kleinemeier, SAP-Chef für die DACH-Region (Foto: Wolfram Scheible)

SAP.info: Herr Kleinemeier, so ganz können Sie von SAP anscheinend nicht lassen. Was hat Sie dazu bewegt, nach knapp zwei Jahren zurückzukommen?

Kleinemeier: Bewegt hat mich insbesondere die Beziehung zu den Kollegen, zu den vielen Kunden, mit denen SAP ja eine 37-jährige Geschäftsbeziehung hat. Grundsätzlich glaube ich, dass SAP eines der besten Unternehmen ist, das ich kenne, mit einem Produktportfolio, das ausbaufähig ist und eine große Zukunft hat. Das, und auch der Wunsch, Dinge zu bewegen, Dinge für unsere Kunden in die richtige Richtung zu drehen, haben mich bewogen, zurückzukommen.

SAP.info: Einen Schritt in die Richtung hat SAP ja gerade hinsichtlich der Wahlmöglichkeit in der Wartungsfrage gemacht. Was kann SAP darüber hinaus tun, um gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz zerstörtes Vertrauen wiederherzustellen?

Kleinemeier: SAP Enterprise Support ist ein sehr gutes Angebot für den Kunden, weil es ihm hilft, seine Abläufe zu optimieren. Ich verstehe allerdings, dass die Kunden die fehlende Wahlmöglichkeit bei unserem Supportangebot etwas irritiert hat. SAP hat aber sicherlich gelernt, dass, wenn sie der Überzeugung ist, gute Leistungen mit klarem Mehrwert zu haben, sie diese auch verkaufen kann aber dem Kunden die Wahlfreiheit zu lassen.

Trotzdem müssen wir den Weg zum Kunden wieder finden. Denn wir brauchen dieses Vertrauen. Leider ist es schnell verspielt und kann nur schwer wieder gewonnen werden. Meine Devise lautet daher: Ehrlich und aufrichtig die Dinge tun, die wir sagen. Nur so können wir dem Kunden helfen.

SAP.info: Sie tragen jetzt wieder Verantwortung für die deutschsprachigen Länder in Europa. Hin und wieder wird eine Dominanz Deutschlands in diesem Dreieck beklagt. Wie stellen Sie sicher, dass jeder Kunde, egal wo er herkommt, den gleichen Service von SAP erhält?

Kleinemeier: Diesbezüglich gab und gibt es keine gravierenden Probleme. In der Bündelung unserer Aktivitäten in meinem Bereich, haben wir sogar mehr Möglichkeiten, skalieren besser und können Wissen besser abrufen und verteilen. Alle Märkte haben ihre Eigenheiten in der Kundenbeziehung, das ist eine Binsenweisheit, und diese Kundenbeziehung wird stets lokal bleiben. Das Wissen und das Nutzen von Ressourcen, die wir nicht beliebig vervielfältigen können, lassen sich in dieser Struktur aber optimal zum Wohl der lokalen Kunden verteilen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Erfolgschancen für SAP Business ByDesign

SAP.info: Wie sehen Sie die Erfolgschancen für SAP Business ByDesign? Ist SAP, ist Ihre Region, für das Volumengeschäft gut aufgestellt? Wird das Produkt vom Markt angenommen?

Kleinemeier: SAP ist in der Region DACH und insbesondere in Deutschland der absolute Marktführer im Mittelstand. Das verdanken wir vor allem SAP Business All-in-One, das auch Mittelständler mit tiefen branchenspezifischen Anforderungen branchengerecht bedienen kann. SAP Business ByDesign ist eine Lösung, mit der wir sowohl einer generellen Nachfrageänderung als auch kleineren Unternehmen entgegenkommen, die ohne größeren Aufwand eine Software konsumieren wollen. Diese wollen keine eigene Hardware unterhalten, sie wollen sich nicht groß kümmern müssen, sondern einfach über ihren Internetbrowser Applikationen nutzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es im Mittelstand eine Nachfrage nach solchen Produkten gibt, und dass Business ByDesign dafür genau die richtige Lösung ist.

SAP.info: Welche Trends sehen Sie denn neben on-demand dieses Jahr auf uns zukommen? Womit muss sich die Branche auseinandersetzen?

Kleinemeier: On-demand ist sehr wichtig, weil es Eintrittsbarrieren verringert und den Konsum von Software vereinfacht. Das kann aber auch on-premise durch kleinere paketierte Lösungen erfolgen, die schnell zum Erfolg führen, wie wir sie beispielsweise durch unsere „Best-Run-Now“-Pakete  anbieten.. Außerdem eröffnen die Bereiche Analyse, Business Intelligence und Compliance viele Möglichkeiten. Da sind wir mit unserem BusinessObjects-Portfolio hervorragend aufgestellt. Und was im Bereich der Hauptspeicherdatenbanken, Stichwort In-Memory Computing, passiert, wird uns dieses Jahr ebenfalls beschäftigen. Diese Technik, zig Millionen Datensätze in Sekunden auszuwerten, ansprechend aufzubereiten und darzustellen, birgt großes Potenzial.

SAP.info: Was können Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Ihnen erwarten?

Kleinemeier: Meine Vision ist es, dass wir uns 2010 wieder 100% auf den Kunden ausrichten, ihn verstehen und gemeinsam gute Projekte machen. Ko-Innovation ist mir wichtig. SAP hat immer dann gute Produkte entwickelt, wenn wir sie früh mit Kunden diskutiert haben und nah am Markt entwickelt haben. Hierbei wird uns auch die neue Aufstellung unserer Entwicklungsabteilung helfen. Das wäre mein Wunsch: Zufriedene Mitarbeiter und zufriedene Kunden, die mit unseren Produkten echten Mehrwert erzielen.

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