SAP HANA per Gestensteuerung

16. Februar 2012 von Christiane Stagge 0

So manch einem der rund 70 Teilnehmern schien die Harmonie der beiden Softwaregiganten vielleicht etwas merkwürdig vorgekommen zu sein, als SAP und Microsoft am 15. Februar zur gemeinsamen IT Business Network-Veranstaltung einluden. Schließlich überschneidet sich das Produktportfolio von Microsoft und SAP in einigen Punkten: Beide Konzerne bieten Cloud-Produkte und spezielle Business-Anwendungen an.

Doch von Rivalität war beim IT Business Network keine Spur: Schließlich ist jeder SAP-Nutzer auch irgendwo Microsoft-Kunde, betonte Goran Gulis, Ecosystem & Partner Group SAP Deutschland, in seiner Eröffnungsrede. Die Praxis zeigt: Sogenannte Power-User, die ausschließlich die SAP GUI nutzen, machen lediglich drei Prozent aus. 85 bis 97 Prozent der Kunden, die SAP im Einsatz haben, nutzen ein Microsoft Office-Frontend, verfügen über viele Schnittstellen zu anderen Systemen und verwenden  eigene Applikationen. Die heterogene IT-Landschaft gehört in den meisten Unternehmen zur Realität.

Eine strategische Zusammenarbeit zwischen SAP und Microsoft liegt daher nahe. Seit 1993 sind die beiden Unternehmen Partner. Heute läuft SAP-Software auf Microsoft SQL-Servern, was Microsoft den Status „SAP Global Launch Partner for SQL“ eingebracht hat.

Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf dem gemeinsamen Produkt Duet Enterprise. Zu Beginn der Veranstaltung überraschte Kay Jeschke, Programm Manager Area COO Germany von SAP Deutschland, die Zuhörer mit einer ganz besonderen Produktdemonstration: SAP HANA per Gestensteuerung über Microsoft Kinect. Wie ein Dirigent stellte er sich vor sein Notebook und die Sensorleiste der Kinect-Box und führte anhand von Gesten und Armbewegungen Echtzeitauswertungen aus. Über 3 Milliarden Datensätze berechnete die SAP HANA-Anwendung per Körperdrehung. Was vormals auf der Xbox 360 in Kinderzimmern zum Einsatz kam, hält nun auch ins Business-Umfeld Einzug, denn Microsoft kündigte an, dass Kinect künftig auch unter Windows PCs funktionieren soll.

Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, kann dies Anfang März auf der CeBIT in die Tat umsetzen: Am Microsoft-Stand in Halle 4 gibt es einen Kinect-Room, in dem Besucher die Hardware zur Gestensteuerung testen können.

Doch es gibt noch weitere Produkte, die SAP und Microsoft gemeinsam entwickelt haben. Lesen Sie auf den folgenden Seiten:

Microsoft Kinect auf der CES 2012 in Las Vegas. (Foto: Microsoft)

 

 Duet Enterprise: Die Verbindung zwischen PC und SAP-Anwendung

Ob Urlaubsanträge genehmigen, Reportings erstellen oder Dokumente verwalten – mit Duet Enterprise können SAP-Prozesse in SharePoint Server 2010 Enterprise Edition und Microsoft Office 2010 genutzt werden. Der Prozess wird dabei im SAP-System erstellt und mit dem Microsoft-Programm bearbeitet.

Duet Enterprise unterstützt sämtliche Versionen und Releases innerhalb der Business Suite (SAP CRM, SAP SRM etc.) und basiert auf den beiden Kernplattformen SAP NetWeaver Gateway und Microsoft SharePoint.

Die Funktionen umfassen Workflowgenehmigungen, Sales Management, Dokumentenmanagement, Zeitmanagement, Application Lifecycle Management, Landscape Management, Security, Kollaboration und Reporting.

Über Single-Sign-on meldet sich der Nutzer mit seinem Benutzernamen an. Jeder Eintrag im SAP-System wird sofort mit der entsprechenden Microsoft-Anwendung synchronisiert. Monitoring und Support erfolgen über den SAP Solution Manager.

Der Vorteil: Nach einem Releasewechsel – egal ob er bei Microsoft oder SAP stattgefunden hat – funktionieren  alle Anwendungen anschließend  einwandfrei.

Duet Enterprise wurde im vergangenen Jahr zur CeBIT 2011 offiziell vorgestellt. Mittlerweile sind einige neue Funkionen hinzugekommen. Seit September 2011 ist das FeaturePack 1 (FP1) auf dem Markt. Voraussetzung ist der  SAP Solution Manager 7.1. Das FP 1 basiert auf SAP NetWeaver Gateway 2.0 und unterstützt neue Tools und BusinessObjects-Anwendungen. Mit dem Update können Nutzer eigene Entwicklungen wie firmeneigene Logos hinzufügen. Weiterhin umfasst das FP 1 einige Web-Templates wie Kalender und Kontakte.

Wer mehr über Duet Enterprise wissen möchte, kann sich hier informieren.

IT Business Network – eine gemeinsame Veranstaltung von SAP und Microsoft (Foto: Christiane Stagge)

 

SAP und Bing-Maps

Dass SAP-Software nicht nur Google-Maps, sondern auch den Microsoft Kartendienst Bing unterstützt, zeigte Axel Borchert, Geschäftsführer von BGI Solutions.

Im Gegensatz zu Google Maps ist Bing auch in der Lage, Schrägluftbilder aus der Vogelperspektive von Objekten anzuzeigen: „Streetside“ ist mittlerweile in 80 Städten produktiv. Auch Multitouch-Anwendungen für Tablet-PCs werden unterstützt. Die Fernsehanstalt ARD beziehungsweise der Bayerische Rundfunk setzen die Anwendung mittlerweile erfolgreich unter anderem für die Sportschau ein.

“BGI Locations Intelligence mit Bing Maps“ wird über den Internetbrowser bedient. Damit können Nutzer in den einzelnen Karten entsprechende Charts erstellen und diese mit verschiedenen Daten versehen.

Das Management Cockpit von BGI Solutions ist mit verschiedenen BusinessObjects-Anwendungen und SAP-Lösungen fürs Immobilienmanagement verknüpft. Dazu gehören SAP for Real Estate (SAP RE), SAP Land Use Management (SAP LUM) und SAP for Facility Management (SAP FM).

Mit dem Management Cockpit können Anwender Routen zwischen Kundenstandorten berechnen und die Logistik steuern.

Der Blumenzulieferer Fleurop setzt das Cockpit in der SAP SD-Lösung für die Auftragsabwicklung ein. Mit Hilfe der Software kann die Zentrale ermitteln, welcher Blumenhändler den Auftrag für die Auslieferung erhalten soll. Ein ähnliches Szenario ist für die Einsatzplanung von Technikern in SAP IS-U möglich.

SAP BusinessObjects Planning and Consolidation (BPC)

SAP BusinessObjects Planning and Consolidation basiert auf Microsoft und nutzt SAP Dashboards innerhalb von Microsoft SharePoint. Microsoft Excel kommt dabei als Frontend-Anwendung zum Einsatz. Mit der Lösung lassen sich Pläne und Reportings erstellen. Als Planungs- und Konsolidierungstool kommt BPC vor allem im Finanzsektor zum Einsatz.

Axel Borchert, Geschäftsführer von BGI Solutions, erklärt das Leistungsportfolio für SAP-Anwendungen (Foto: Christiane Stagge)

 

Integration von Bing-Maps in SAP (Foto: Christiane Stagge)

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